Schuldige Träume
Die verstreuten Schattierungen des karmesinroten Feuers, das einst Manhattan schmückte, der Glanz des Sonnenuntergangs war nun in ein tristes Grau getaucht. Regenschauer klatschten leise gegen die Glastüren.
Die Luft war d**k vor Feuchtigkeit, und doch fühlte sich alles in meinem Körper heiß an. Alles in diesem Raum war heiß.
„Hmm!“ Ein leises Keuchen entkam meinen Lippen, bevor er alles verschluckte. Er kapselte mich mit seiner liebenswerten Präsenz ein. Er begrub mich tiefer in mein eigenes Verderben.
Schmetterlinge explodierten, tanzten auf meiner Haut zu einem unsichtbaren Lulubuy, seine Finger zeichneten jede Kante, jede Kurve nach wie ein perfektionistischer Handwerker. Mein Körper revoltierte im Tand, eine Marionette an den Fäden, die er zog. Er verteilte feuchte Küsse auf meinem Arm, und meine Zehen krümmten sich in einer Welle, die ich nicht erklären konnte.
Ich kicherte, aber es verschlug mir den Atem, als seine sturmgrauen Augen, die aussahen wie ein Stück vom Himmel abgeschnitten, ihre neue Beute in den meinen suchten.
Sie hielten mich an einem Punkt fest, den ich nicht bewältigen konnte.
Ich konnte mich nie an die Intensität dieser Augen gewöhnen. Ich starrte. Er starrte. Keiner von beiden konnte sich losreißen. Ein krasser Gegensatz zu dem Tornado, der in meiner Brust anschwoll. Ich war besorgt, dass er von dem lauten Pochen in meiner Brust hören würde.
Es war, als wäre dieser eine Moment, in dem wir uns zwischen zwei Unbekannten ansahen, der entscheidende Punkt in unserem ganzen Leben.
Ich öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber der lähmende Walzerblitz, der durch den Raum zuckte, nur wenige Sekunden bevor das Unvermeidliche folgte, nahm mir die Worte aus dem Mund.
Mein Kopf sank tief in seine Brust und meine Arme klammerten sich um sein Leben, als das hässliche Grollen des Donners folgte und meine Panikattacke in Gang setzte. Ich mochte Blitze und Donner noch nie.
"Schhhh! So ist's gut, Mädchen", seine zusammengelegten Finger strichen sanft durch mein Haar, seine Wärme spendete mir grenzenlosen Trost, während seine andere Hand sanfte Kreise knapp unter meinem Bauchnabel zog.
"Braves Mädchen... Atme weiter, Liebes. Ja." Seine Stimme klang weit entfernt und doch so kraftvoll. So befehlend. So tröstlich.
„So ist es gut, weiter-“
„Mav!“ Mein Atem stockte, als ich die Augen öffnete und als erstes das Gesicht meines Freundes direkt über dem meinen sah.
Mist! Es war wieder passiert.
Schuldgefühle bahnten sich ihren Weg in meine Brust wie ein Gift, als ich mich aufrichtete. Meine zittrigen Finger versuchten, mein Haar zurückzustecken, vielleicht nur, um ihr Zittern zu verbergen.
Um meine Schuld wieder vor Luc zu verbergen. Ich schloss für eine Sekunde die Augen, wollte, dass mein Kopf seinen Marathon verlangsamte und sich verdammt noch mal beruhigte.
Luc schob sein goldglänzendes Haar zurück und setzte sich neben mir auf.
„Hattest du einen Sextraum, Babe?“ Seine leichte Stimme klang eher wie ein Scherz als der Verdacht, den ich befürchtet hatte.
Aber ich zuckte trotzdem zusammen. Es ist peinlich, einen Sextraum zu haben, und schon gar nicht, wenn der eigene Freund ihn hört.
Das Vergessen vorzutäuschen schien mir der richtige Weg zu sein, also wählte ich diesen Weg.
"Was? Nein! Igitt." Er grinste.
„Hhmm“, seine Stimme war anzüglich, er kaufte mir meine erbärmliche Ausrede überhaupt nicht ab. Im nächsten Moment legten sich seine Arme um meine Taille und er zog mich auf seinen Schoß.
„Luc“, mein Protest kam als Flüstern heraus. Er erstickte meinen Hals mit Küssen, bevor er sie zu meinen Lippen brachte.
„Lass mich deine Träume zum Leben erwecken, Babe“, flüsterte sein Versprechen auf meinen Lippen, gegen das ich mich nicht wehren wollte.
Aber die ganze Zeit, in der Luc meine Träume zum Leben erweckte, blieb das Gefühl der Schuld in meiner Brust wie eine Narbe, die ich nie wieder loswerden konnte.
Es war eine Narbe, die ich nie wieder loswerden konnte. Drei Jahre lang hatte ich immer wieder denselben Traum, Fragmente, Teile eines Bildes, das noch nicht vollendet ist. Ich und ein Mann, an dessen Gesicht ich mich nicht einmal erinnern kann.
Ein Mann, an den ich mich nicht einmal mehr erinnern kann. Alles, woran ich mich erinnern kann, ist, wie unglaublich sich seine Hände auf mir anfühlen und wie ich manchmal sündhaft von diesem Mann fantasiere, selbst wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Wie ich jetzt jede Nacht von ihm träume.
Kurz gesagt, ich bin am Arsch.