Nach der letzten Stunde hatte ich mich sofort von den Mädels verabschiedet und war praktisch zu meinem Spind gerannt. Damit vermied ich weitere Unterhaltungen.
Außerdem umso schneller ich im Diner war, desto besser. Mehr Arbeitszeit bedeutete mehr Trinkgeld. Und das Trinkgeld konnte ich gut gebrauchen.
Von der Schule aus ging man 20 Minuten ins Diner. Es lag in der anderen Richtung als mein Zuhause. Das bedeutete Heim ging ich wundervolle 50 Minuten.
Nach einem anstrengenden Tag war das eine Weltreise. Aber da musste ich durch. Jammern würde ich nie, ansonsten hätte mein Dad ein schlechtes Gewissen und er hatte genug zu kämpfen.
Ich betrat gerade das Diner und kaum hatte ich die Tür hinter mir geschlossen, kam mir Joe mit zwei Kaffeetassen auf einem Tablett entgegen.
„Hey, Mia! Was geht ab?“ fragte er und balancierte das Tablett wie ein Profi, ohne einen Tropfen zu verschütten.
Ich musste grinsen. „Stress, wie immer. Und bei dir?“
Er zog eine Augenbraue hoch und nickte Richtung vollbesetzter Tische. „Frag lieber nicht.“
Ich nickte verständnisvoll und er zwinkerte mir zu.
Joe war einer von den wenigen, mit denen die Schichten erträglicher waren. Er hatte immer einen Spruch auf den Lippen und nie schlechte Laune. Selbst wenn er nur vier Stunden Schlaf hinter sich hatte, weil wieder irgendeine Abgabe am College anstand, hatte er ein Lächeln im Gesicht.
Ich winkte ihm leicht im Vorbeigehen und verzog mich in den Personalraum.
In dem kleinen Raum reihte ein Spind den anderen. Ansonsten gab es nur eine Sitzecke im hinteren Bereich.
Ich öffnete meinen Spind, warf meine Tasche hinein und schlug die Tür zu. Lieblos, wie man mich kannte.
Meine Schürze legte ich mir um und es konnte losgehen.
Kaum war ich durch die Tür, kam Vera auf mich zu. Ihr gehörte der Laden, somit war sie meine Chefin.
Sie strahlte mich breit an und das war echt. Sie war ein sehr herzlicher Mensch, der keinem etwas zuleide tat. Es reichte eine Umarmung von ihr und die Welt fühlte sich besser an. Das konnten nur wenige Menschen, aber Vera hatte ein Talent dafür.
Ich erwiderte ihr Lächeln und sagte: "Hi Vera. Alles gut bei dir?"
"Ja klar. Bei dir auch, Mia?" Ich nickte und begab mich hinter den Tresen. Den Schreibblock samt Stift schnappte ich mir, so konnte meine Schicht offiziell beginnen.
Im Moment war in meinem Aufgabenbereich nicht viel los, weshalb ich mit putzen anfing. Irgendeine Arbeit konnte man immer finden. Das tolle an einer Beschäftigung war, dass die Zeit schneller verging. Wenn man dumm rumstand zog es sich ewig in die Länge.
Also versuchte ich stets etwas zu tun.
~~~
Die ersten drei Stunden hatte ich nur ein paar Tische, nichts Aufregendes. Leider machte ich kaum Trinkgeld. Wie auch, wenn so wenig los war?
Ich putzte die Theke als die Tür aufging, weshalb die nervtötende Glocke ertönte. Bald fiel ich vor Vera auf die Knie, damit sie das Teil endlich abnahm. Mein Blick fiel zu den neuen Gästen und wer kam herein?
Jack mit Joel.
Joel war im selben Jahrgang, wie ich und war der beste Freund von Jack.
Die zwei berüchtigten Bad Boys der Schule. Ich war vorab genervt und innerlich verdrehte ich meine Augen
Entweder war es Zufall oder sie hatten irgendwie mitbekommen, dass ich im Diner arbeitete. Am liebsten hätte ich mich versteckt, aber ich hatte zu arbeiten.
Meinen Blick senkte ich schnell und drehte mich um. Wenigstens hatte keiner der beiden zu mir gesehen.
Ich ging zum Geschirrspüler und räumte ihn aus. So war ich ihnen abgewandt und das aus einem logischen Grund.
Wenn ich Glück hatte, fiel ich ihnen nicht auf. Nur leider, war das sehr unwahrscheinlich.
Zerstört wurde diese Hoffnung, als ich die Stimme von Jack hörte: "Mia, was für ein Zufall." Das sagte er sarkastisch, also hatten sie es in der Schule gehört.
Letztes Jahr hatte ich das gut vertuschen können, aber mir war selbst klar gewesen, dass das irgendwann die Runde machen würde. Tratsch verbreitete sich gerne, wie ein Lauffeuer.
Ich drehte mich zu ihnen um und versuchte mich an einem Lächeln. Da ich arbeitete, war Freundlichkeit wichtig. In einem freundlichen Ton sagte ich: "Was für ein Zufall. Jack und Joel."
Ich hasste meinen Job in diesem Moment. Jack grinste frech und Joel genauso. Ausgerechnet die zwei.
Ok, sie waren mir lieber als meine Freunde, wenn das nicht traurig war.
Jack fragte: "Wo ist dein Bereich?" Ich schlug bald meinen Schädel gegen die nächste Wand.
Es war schwer, dennoch schaffte ich es nett zu bleiben. "Setzt euch einfach hin, wo ihr wollt."
Bei Glück wäre es nicht mein Bereich. Innerlich betete ich dafür.
Joel deutete auf einen der leeren Tische und fragte: "Dein Bereich?"
Ich hätte ja geseufzt oder meine Augen verdreht, aber das konnte ich schlecht.
Ich lächelte weiterhin. "Ja, das ist es tatsächlich."
Sobald ich in der Küche war, würde ich losfluchen als hing mein Leben davon ab.
Die beiden setzten sich und ich ging um den Tresen herum. Ich musste brav meinen Job machen und höflich bleiben. Am besten mit einem Lächeln im Gesicht, das echt wirkte, obwohl es nicht so war.
Den Block samt Stift holte ich aus der vorderen Tasche meiner Schürze. Das verdammte hässliche knallrote Teil. Alleine deshalb wollte ich das niemand wusste, wo ich arbeitete.
Ich erwartete bereits, dass mich Jack oder Joel verarschten.
Ich nickte auf die Speisekarten auf einem Aufsteller auf dem Tisch. "Wisst ihr bereits was ihr wollt oder möchtet ihr euch die Karte ansehen?"
Die meisten Gäste wussten was sie wollten, da sah kaum jemand lange nach. Meist waren es auch Stammgäste, die kannten unsere Karte praktisch auswendig.
Jack grinste mich wieder frech an, was viel zu gut aussah. Ich sollte es ihm aus dem Gesicht schlagen. Die grünen Augen, welche mich fixierten machten es kein Stück besser.
Er gab seine Bestellung auf: "Ein simpler schwarzer Kaffee und ich bin glücklich." Das schrieb ich auf und sah fragend zu Joel.
Der überlegte kurz und meinte: "Ja, den nehme ich auch. Essen werden wir ein bisschen später."
Scheinbar würden sie länger bleiben. Ganz toll, das freute mich unfassbar. Das konnte ich nicht in Worte fassen wie sehr.
"Geht klar. Ich bringe es euch gleich."
Schon drehte ich mich um und ging wieder zurück.
Die Kaffeemaschine war sowieso eingeschalten, während der Öffnungszeiten. Da gab es keine Wartezeit, um ein Getränk zuzubereiten.
Ich stellte eine Tasse darunter, die daneben stand und drückte auf einen Knopf. Die Maschine begann ihre Arbeit und zermahlte die Bohnen des Wunderelixiers.
Kira, meine Lieblingskollegin, kam zu mir und sagte: "Mia, Joe geht jetzt Pause." Als Antwort zeigte ich ihr den Daumen hoch und fragte: "Wie lange?"
"Eine halbe Stunde."
Ich schaute zu ihr hinüber und dieses verschwörerische Grinsen teilte mir mit, was sie als nächstes sagen würde. "Gehen wir danach? Aber nur eine Viertelstunde. Dann können wir zwei Pausen machen." Ich musste ein Lachen unterdrücken und antwortete: "Die Raucherin hat gesprochen, aber geht klar."
Es war eine kleine Freude in mir, denn Kira wollte mit mir gemeinsam in die Pause gehen. Aber meiner Meinung nach hatten wir uns gut angefreundet.
Sie war einfach ein süßes und loyales Ding.
Vera kam um die Ecke und grinste. "Mädels, ihr glaubt es nicht. Aber..." Sie wurde von Joe unterbrochen. "Leute, ich bin Pause."
Kira antwortete gleich: "Das habe ich schon allen mitgeteilt. Du nervst damit seit einer Stunde."
Er warf ihr einen bösen Blick zu, was ein schlechter Versuch war. Joe war ein zu netter Mensch, um irgendjemanden einzuschüchtern.
"Ich bin am längsten hier. Mia kam erst nach mir." Jetzt wechselte mein Gesichtsausdruck zu empört, denn das klang als wäre er eine Ewigkeit vor mir angekommen. "Hey, ich war eine Viertelstunde nach dir im Diner."
Ich schüttelte den Kopf und der erste Kaffee war gemacht. Die Tasse stellte ich auf die Theke und schnappte mir die nächste.
Vera lachte nur, wir waren alle wie eine kleine Familie. Das mochte ich an dem Job.
Joe seufzte und ging weiter, da Vera ihm zunickte, das es ok war.
Ich versuchte mich an einem charmanten Lächeln. "Kira und ich würden danach gerne gemeinsam eine Viertelstunde gehen. Wäre das ok, Boss?" Sie lachte wieder und meinte: "Klar doch, Mädels und das wisst ihr."
Kira dankte grinsend und verschwand in die Küche. Sie hatte sicher Bestellungen abzuholen.
Vera lehnte sich an die Theke neben mich und ich war mit dem Kaffee beschäftigt. Ich beobachtete die Flüssigkeit, wie sie die Tasse befüllte. Irgendwie hatte das etwas Beruhigendes, sofern man das laute Geräusch der Maschine ignorierte.
Sie seufzte: "Heute ist wenig los für einen Montag." Man musste ihr recht geben, trotzdem fand ich eine gute Antwort darauf. "Naja, der Schulwahnsinn hat gestartet. Die Ferien sind vorbei, aber es wird am Abend bestimmt mehr. Da musst du dir keine Sorgen machen."
"Ach, Mia. Du bist so ein gutes Kind." Ich sah sie gespielt böse an und sie hob die Hände als wäre sie unschuldig. "Ja, ich weiß. Du bist 18 Jahre alt. Du bist praktisch Erwachsen." Ich schnappte mir die zwei Tassen und antwortete: "Exakt, Vera."
Diesen verdammten Kaffee musste ich zu den zwei Idioten bringen. Falls ein dummer Kommentar kam, konnte ich nicht garantieren, ob ich freundlich blieb.
Ich eilte hinüber und achtete dabei auf die Getränke. Umso weniger Augenkontakt, umso besser. Manchmal war ich ein Angsthase, was ich viel zu gerne auslebte.
Bei Jack und Joel angekommen, stellte ich die Getränke auf den Tisch.
Die Jungs bedankten sich sogar, wofür man Lob aussprechen musste. Das tat nicht jeder Kunde, manche empfanden unsere Bedienung als selbstverständlich.
Jack meinte: "Zwei Pausen also. Eine solltest du für mich reservieren." Der Mann hatte vielleicht Nerven. "Sorry, Jack. Aber ich bin mit meiner Kollegin verabredet."
Ich schenkte ihm keine weitere Beachtung und ging meiner Wege. Den Korb dürfte er verstanden haben.
Ich lief die anderen Kunden ab und auch den Bereich von Joe. Da in meinem nicht viel los war, konnte ich während seiner Pause seinen abchecken. Dafür war er mir sicher dankbar. Dann hatte er nach der Pause weniger Stress.
Kira lief mir ab und an über den Weg. Sie grinste ständig und das hob meine Laune. Mit ihr arbeitete ich wirklich gerne zusammen. Gut, vermutlich konnte man sagen, das ich doch eine echte Freundin hatte. Dafür sollte ich dankbar sein.
Bei Jack und Joel blieb ich schließlich nochmal stehen.
Ich fragte: "Jungs, alles gut bei euch?" Zuerst antwortete Jack: "Ja, danke." Ein verdammtes Zwinkern war dabei, welches mich ein bisschen aus dem Konzept brachte.
Joel sagte noch: "Ja, alles gut."
Jack musterte mich von unten bis oben, womit er mich nervös machte. "Schöne Schürze."
Ich wollte ihn einfach nur schlagen, aber lächelte brav als ich sarkastisch antwortete: "Ja, danke." Ich ging weiter und er rief mir nach: "Das habe ich ernst gemeint!"
Das konnte er jemand anderen erzählen. Diese Schürze war grauenhaft und war mir viel zu groß. Das Band hatte ich zweimal um mich gebunden und hinten hing der Faden immer noch als fette Schleife. Aber ich konnte es nicht ändern und hielt tapfer meine Klappe.
Ich verschwand in die Küche, dort holte ich drei Teller ab und hatte eine kurze Auszeit. Das war praktisch mein Lieblingsraum, keiner der Gäste konnte einen beobachten. Man war vollkommen ungestört.
Nur leider war der Aufenthalt von kurzer Dauer, denn ich musste sie zum Tisch bringen.
Diese Gäste waren genau der Fall, die eine Bedienung als selbstverständlich betrachteten und man kein Danke oder sonstiges nettes Verhalten erwarten brauchte.
Deshalb stellte ich das Essen schnell ab, aber fügte übertrieben freundlich hinzu: "Lasst es euch schmecken." Zu einer Antwort ließ ich niemanden kommen und eilte weiter.
Gerade als ich hinter der Theke war, kam Joe aus dem Personalraum.
Er nickte mir zu und ich sagte: "Ich bin deinen Bereich abgelaufen. Da ist alles ok." Wie erwartet lächelte er breit und antwortete: "Du bist der Wahnsinn. Danke, Mia. Ich schick dir gleich Kira." Sein Lächeln erwiderte ich und antwortete: "Danke, ich gehe schon vor." Er zeigte mir den Daumen hoch und ging los.
Mein nächstes Ziel war der Personalraum. Die Pause konnte nie schaden und ich freute mich auf den Quatsch mit Kira.
Ich holte mein Handy aus meinem Spind, danach ging ich zu dem ihren. Ich holte ihr Handy, Zigaretten und Feuerzeug heraus.
Mir war vorab klar, das sie uns zwei Tassen Kaffee machte. Den brauchte man, wenn man einen langen Tag hatte. Und Vera war ein selten guter Mensch. Getränke und Essen bekamen wir Gratis.
Das Diner musste wirklich gut laufen, damit sie uns das schenken konnte. Es war alles andere als selbstverständlich.
Ich ging zu Kira und mir wurde eine Tasse zugeschoben. Mit einem Grinsen sagte sie: "Wie bestellt." Ich lachte und winkte mit ihren Zigaretten. Sie nickte mir anerkennend zu. "Ja, da kennt mich jemand."
Sie machte den zweiten Kaffee fertig und schnappte sich beide Tassen. Ich ging voraus und Kira hörte ich direkt hinter mir.
Über die Hintertür kamen wir nach draußen. Die frische Luft schlug einem ins Gesicht und war fast ein kleiner Schock. Da merkte man erst, wie stickig die Luft im Diner manchmal sein konnte.
Für die Raucher war ein Plastiktisch mit zwei Stühlen bereit gestellt worden. In dem Bereich standen Mülltonnen, die eingezäunt waren. An sich machten die Dinger keine gute Atmosphäre, aber dadurch hatten wir unsere Ruhe, was die Tonnen sympathisch machte.
Wir setzten uns beide auf die Stühle und meine Füße dankten mir dafür. Ich schob Kira ihr Handy samt Zigaretten zu und sie mir den Kaffee.
Herrlich, so eine verdiente Pause.
Wie immer, bot sie mir eine Zigarette an. "Nein, danke. Ich verrecke daran, das hatten wir bereits." Wir lachten beide, aber ich wäre fast erstickt als ich es versucht hatte. Kira hatte einen starken Lachanfall bekommen. Aber es war sowieso besser, wenn man nie damit anfing.
Sie fragte: "Wie läufts dir daheim?"
"Gut, mein Dad ist nur immer noch total fertig." Ich seufzte laut, weshalb sie mich mitfühlend ansah. "Ja, das ging schnell bergab."
Ich nahm einen Schluck vom Kaffee, was sie als Bestätigung verstand.
Schließlich fragte ich: "Wie geht's dir mit deiner Mum?"
"Naja, sie ist clean, aber hat einen Kilo an schlechter Laune."
Wir hatten es beide schwer.
Ihr Dad war abgehauen als Kira klein war. Laut ihrer Mum hatte er das Vaterdasein verabscheut. Das war die wahre Definition eines schlechten Vaters.
Ihre Mum hatte ein Drogenproblem bekommen, aber seit ein paar Monaten war sie clean. Dennoch war es schwer für sie. Aber ein Anfang war gemacht.
"Wie läuft das College?" Jetzt lächelte sie wieder. "Sehr gut. Es ist einfach mein Gebiet und nichts kann mich aufhalten Ärztin zu werden. Wie läuft's bei dir?"
Diese Frau war hochintelligent und hatte das letzte Jahr als Klassenbeste abgeschlossen. Sie würde mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Ärztin werden, da war ich mir eigentlich sogar sicher.
Ich zuckte mit den Schultern. "Naja, es ist scheiße geworden." Das machte mich traurig, aber ich setzte ein Lächeln auf und merkte an: "Das stehe ich durch. Ewig geht das Schuljahr nicht. Das hat alles sein Ende."
Sie erwiderte mein Lächeln. "Mit Sicherheit, Mia. So schwer es manchmal ist, man kriegt nichts im Leben geschenkt. Wie sieht es bei den Männern aus? Mister Bad Boy sieht dich ziemlich oft an."
Ich hatte nicht wirklich darauf geachtet, weshalb ich fragte: "Welcher davon?" "Jack."
Klar, sie kannte die beiden. Sie war zwar zwei Jahre über meinem Jahrgang, aber der Bruder von Jack war gleich alt wie sie und ging an dasselbe College.
Ich verdrehte meine Augen und stöhnte genervt. "Er ist eine lebende Belästigung, in der Schule, wie freizeitlich. Was für ein Arsch, dass er hierher kommt." Ich grummelte und nahm wieder einen Schluck von meinem Kaffee.
"Naja, aber eigentlich ist er ein netter Kerl und macht nur auf böse." Sie lachte und ich hob eine Augenbraue. "Woher willst du das wissen?"
"Naja, ich war mit seinem Bruder befreundet. Gut, bin ich immer noch. Aber er studiert Quantenphysik, das ist dann doch ein anderer Zweig. Da lebt man sich ein bisschen auseinander."
Das konnte ich verstehen.
"Caleb, oder?" Bewies mal wieder, das es eher ein Nest war. Man kannte ausgesprochen viele Gesichter.
"Exakt."
Ich schüttelte den Kopf und sagte: "Unglaublich, der Typ studiert Quantenphysik." Caleb sah man es irgendwie nicht an, dass er tatsächlich ein heller Kopf war. Aber seine Noten bewiesen es stolz.
"Ich sag ja, die Bad Boys sind meist bei weitem nicht so schlecht." Sie lachte wieder und ich sah sie genervt an. Mir war klar worauf sie hinauswollte.
"Was? Willst du mich an den Mann bringen? Falls ja, dann verschone mich mit Jack oder seinem Bruder."
"Hey, von Caleb habe ich nie geredet. Eher von Jack, der ist in deinem Jahrgang und er jagt dich mit seinem Blick." Jetzt bekam Kira einen Lachanfall und ich deutete an sie zu erschlagen, was es verschlimmerte. Wenigstens heiterte sie mich damit auf, was ihr Ziel gewesen sein dürfte.
Mit einem Seufzen sah ich auf mein Handy, aber hatte keine neuen Nachrichten oder Anrufe.
Kira hatte sich da schnell wieder gefasst. "Zumindest kristallisieren sich die echten Freunde heraus. Es ist zwar grausam, aber man bekommt es gezeigt."
Ich zuckte erneut mit den Schultern, denn es tat weh. Es tat einfach Scheiß weh. In letzter Zeit wurde mein Herz viel zu oft qualvoll zerquetscht.
Allerdings gab mir das heutige Gespräch zwischen Riley und Misha zu denken.
Hm, vielleicht kamen sie wieder auf die gute Seite. Immerhin wurden sie vom Drachen erpresst.
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Die restliche Pause war leider schnell um und ich stellte mich meinem Job.
Jack und Joel ignorierte ich die meiste Zeit. Kira hatte allerdings was losgetreten und mir fiel nun selbst auf, das Jack mich zu oft anstarrte.
Morgen in der Schule würde ich ihn zur Rede stellen. Hier konnte ich es schlecht machen, das war mein Arbeitsplatz. Jedoch hielt mich in der Schule nichts davon ab. Der würde morgen sein Wunder erleben.
Da freute ich mich auf morgen.
Doch, das könnte ein guter Tag werden. Wut Abbau, das sollte man machen. Das konnte nie ein Fehler sein.