Die Küche war nach dem Frühstück noch voller Stimmen, als Mira und Timo sich fast gleichzeitig verabschiedeten. Mira schnappte sich eine Banane, drückte Jessy einen schnellen, vertrauten Kuss auf den Mund und murmelte ein „Bis später, ihr Süßen!“, bevor sie mit Timo lachend durch die Tür verschwand. Die Wohnung war plötzlich still.
Jessy lehnte am Küchentisch, eine halb leere Kaffeetasse in der Hand. Anna räumte die Teller in die Spülmaschine, versuchte, die eigenen Gedanken zu sortieren. Das Bild von gestern Nacht, von Jessys und Miras Körpern, schob sich immer wieder vor ihr inneres Auge. Ihr Herz pochte schneller, je mehr sie versuchte, es zu verdrängen.
„Sag mal…“ Jessys Stimme durchbrach die Stille, sanft und neugierig. „Hat es dir gefallen? Gestern?“
Anna hielt in der Bewegung inne, spürte, wie ihre Wangen warm wurden. Ihr Unterleib zog sich leicht zusammen, ein vertrautes Prickeln breitete sich aus, das sie sonst nur in stillen Nächten kannte. Ihre Brust wurde schwer, ihre Haut überempfindlich, als wäre der Raum plötzlich wärmer geworden. Sie wollte erst etwas abstreiten, doch ihre Stimme war weich, als sie leise lachte, ein wenig verlegen. „Es war… neu für mich. Ich konnte gar nicht aufhören zu schauen.“
Jessy stellte die Tasse ab, trat näher an Anna heran. Ihr Blick war offen, weich, vollkommen undramatisch. „Du musst dich nicht schämen. Ich fand es schön, dass du da warst. Ich mag es, wenn jemand sieht, wenn ich's mir selbst mache“
Anna schloss kurz die Augen, ließ die Worte sacken. Ein warmes Ziehen zog sich durch ihren Bauch, wurde tiefer, dunkler, fordernder. Ihre Oberschenkel drückten sich unbewusst gegeneinander, und unter ihrer Haut kribbelte es, als ob jede Pore auf Empfang geschaltet hätte. „Ich wusste bloß nicht, ob ich das darf. Ich liebe sowas… aber ich habe Angst, irgendwie komisch rüberzukommen.“
Jessy schüttelte den Kopf, legte ihre Hand vorsichtig auf Annas Arm. Ihre Berührung war leicht, freundlich, aber auch voller Verheißung. „Hör auf deine Sexualität einzusperren. Du bist Erwachsen. Du darfst fast alles, vor allem hier in der WG. Ich weiß, es ist schwer die Neue zu sein, aber hier fragt dich niemand, warum oder wie weit. Wir wollen nur, dass du ehrlich bist – zu dir und zu uns.“
Anna blickte Jessy an, länger als sie es gewohnt war. Etwas in ihr löste sich, ein kleines, zittriges Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Ein sanfter Druck baute sich in ihrer Brust auf, ihre Haut prickelte, als würde ihr ganzer Körper langsam erwachen. Zwischen ihren Beinen war ein leises Pulsieren, das mit jedem Herzschlag stärker wurde. „Vielleicht will ich einfach mal nicht nachdenken, was ich darf und was nicht. Sondern nur erleben... leben.“
Jessy lächelte, kam noch näher, legte ihre andere Hand an Annas Wange. Einen Moment hielten sie den Blick. Annas Haut kribbelte unter Jessys Fingerspitzen, ein elektrisches Flirren, das von ihrer Wange bis in den Unterbauch zitterte. Ihre Knie wurden weich, ihr Atem stockte kurz, und sie spürte das leise Zittern, das sich aus ihrer Mitte nach außen ausbreitete – als ob ihr Körper ganz von selbst Ja sagte. Dann beugte sich Jessy vor und drückte Anna einen leichten, fast feierlichen Kuss auf die Stirn – nicht fordernd, sondern wie ein Versprechen.
Später stand Anna vor ihrer Zimmertür. Sie wusste, dass Jessy drinnen war. Ihr Herz pochte bis in die Fingerspitzen, und ein Kribbeln lief ihren Rücken hinab bis tief zwischen die Beine. Ihre Haut war empfindlich, jedes Geräusch aus dem Inneren des Zimmers schien direkt auf ihrer Haut zu landen. Die Luft war plötzlich voller Möglichkeiten – aber auch voller Hitze, Spannung, Erwartung. Ihre Brust hob und senkte sich schneller, als würde ihr Körper bereits auf Berührung vorbereitet sein. Zwischen ihren Schenkeln spürte sie eine feuchte Wärme, drängend, pulsierend. Mit einer Hand auf der Klinke und geschlossenen Augen hielt sie für einen Moment inne – und wusste: Wenn sie jetzt hineinging, würde nichts mehr wie vorher sein.