ELEANORS S. I.
Ich erstarrte auf der Stelle, als Christians Finger sich warm gegen mein Gesicht legten. Er trat näher, drückte mich fester an sich, während seine Lippen meine langsam teilten. Er wollte den Kuss vertiefen, doch ich kam schlagartig wieder zu Sinnen.
Ich stieß ihn sofort von mir weg, die Augen vor Schock und Überraschung weit aufgerissen. Er sah mir in die Augen, wirkte jedoch nicht reumütig. Stattdessen sah er vor allem betäubt aus, als hätte die Krankheit seines Vaters ein Stück seiner Seele herausgerissen und ihn vollkommen zerstört zurückgelassen.
Ich hob die Hand, wischte mir über den Mund und verpasste ihm dann eine schallende Ohrfeige.
„Ich habe diesen Job nicht angenommen, um mich respektlos behandeln zu lassen“, sagte ich, meine Stimme leise und voller Ärger über seine Dreistigkeit.
Wie konnte er so etwas tun? Jetzt war es endgültig klar. Das war genau die Seite von ihm, die seine Familie mit oberflächlicher PR und Lobeshymnen zu verstecken versucht hatte.
Er machte einen Schritt auf mich zu und streckte die Hände aus. Ich wich zurück, riss mir das Badge von der Brust und ließ es zu Boden fallen.
Ich drehte mich um, doch seine Hand schloss sich um mein Handgelenk. Ich wirbelte herum und riss mich grob los.
„Elena.“
„Ich kündige“, sagte ich schlicht und ging davon.