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375 Words
Eine Erinnerung tauchte auf: der Vampir, der ihn verwandelt hatte, Stimme tief, warnend. „Eins musst du wissen. Wenn du je einem ‚Todesengel‘ gegenüberstehst, halt den Mund und zeig Respekt. Sie sind die Elite… Aber egal.“ „Was?“ hatte Rudolf gefragt. „Wahrscheinlich wirst du nie einem begegnen. Aber falls du jemals Reinblut gegenüberstehst, bist du so gut wie tot.“ Panik überflutete ihn, als er den Kopf hob. Marleen trat vor, Haare nun weiß schimmernd, das Gebäude zitterte leicht bei jedem Schritt. Ihre Präsenz fühlte sich an wie das Urteil selbst. „Bitte, nicht… töte mich… ich werde die Konsequenzen tragen…“ flüsterte er, kaum hörbar. Marleen neigte den Kopf, Augen kalt. Sie packte seine Kehle, hob ihn mühelos. „Willst du die Konsequenzen tragen?“ Ihre Stimme tief, unerbittlich. „Dann stirb.“ Ihre Krallen bohrten sich tief in seine Brust. Sein Schrei hallte kurz, dann verschlang die Stille alles. Sein Körper zerfiel—Fleisch zu Asche, zu nichts—vom Wind verweht. Sie ließ den Rest seines Halses los und sah zu, wie die letzten Spuren in der Dunkelheit verschwanden. Stille kehrte ein. Eine Erinnerung packte sie: ihr Kindheitsfreund, flehend auf dieselbe zerbrochene Weise. Damals war sie zu jung, zu vertrauensvoll, um die Dunkelheit der Welt zu begreifen. Sie schloss die Augen, atmete langsam aus, dann drehte sich um und ging nach Hause, Schritte schwer, Schatten im Schlepptau, denen sie nicht entkommen konnte. Am nächsten Tag durchkämmte die Vampir-Einsatztruppe die Baustelle, Frust auf jedem Gesicht. „Was soll der Scheiß mit einer Vampir-Einsatztruppe, wenn die Leichen immer verschwinden?“ murmelte ein Ermittler, die Hände in die Luft werfend. „Wie soll man ermitteln, wenn nichts übrig ist?“ Ein anderer schüttelte den Kopf. „Wie fängt man etwas, das praktisch ein Dämon ist?“ Der erste schnaubte, halb scherzend. „Vielleicht einen Exorzisten rufen?“ „Scherze beiseite“, knurrte sein Partner. Die Stimme versagte jedoch, als sein Blick auf die neue Person fiel, die die Szene betrat. Er stupste den Partner an, Hoffnung flackerte. „Vielleicht brauchen wir keinen Exorzisten nach all dem…“ Der Partner runzelte die Stirn. „Wovon redest du?“ Der Ermittler nickte auf den Neuankömmling. „Der Dämonenjäger ist da.“
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