Kapitel 94

1143 Words
Lyon hielt inne und neigte den Kopf, um sie anzusehen. In seinen Augen lag etwas Wildes, Beschützendes, Hungriges — doch auch eine Sanftheit war darin. Der Kontrast ließ sie erschaudern. Dann bewegten sich seine Hände wieder aufwärts, hoben den Saum ihrer Bluse und schoben den Stoff mit derselben Ehrfurcht, die er ihrem Haar entgegengebracht hatte, über ihre Schultern. Die Bluse glitt wie Wasser ihre Arme hinab und sammelte sich an ihren Ellbogen. Sie war von der Taille aufwärts nackt, und Lyons Blick wich nicht ab. Er zeichnete mit den Fingern ihre Schlüsselbeine nach, hinunter zur Vertiefung ihres Brustbeins, die Berührung leicht, aber elektrisierend. „Jeden Zentimeter von dir“, flüsterte er an ihrer Haut, seine Lippen strichen über die empfindliche Stelle direkt unter ihrem Ohr, „will ich kennen, spüren, mir einprägen.“ Ihr Atem stockte, und sie lehnte sich an ihn, ließ den Kopf zur Seite neigen, damit er näher kommen konnte. Lyons Hände bewegten sich tiefer, glitten über ihre Seiten, strichen über den kleinen Rücken, jede Bewegung bewusst, sanft, ehrfürchtig. Er nahm nicht — er nahm in Besitz auf eine Weise, die sie respektierte, die das Feuer zwischen ihnen anfachte, ohne es zu überwältigen. Charises Finger zitterten leicht, als sie seine Unterarme nachzeichnete, die Anspannung dort spürte, die Hitze, die sich unter seiner Haut zusammenballte. Sie spürte, wie sie sich langsam, bereitwillig entfaltete, wie die Anspannung des Rates, der Stadt, der Welt draußen unter dem sorgfältigen Druck seiner Berührung dahinschmolz. Lyons Lippen schwebten erneut über ihren, strichen entlang ihres Kiefers, neckend, lockend, bevor er schließlich ihren Mund in einem langsamen, tiefen Kuss in Besitz nahm. Es gab keine Eile — nur den Puls ihrer Verbindung, das Summen des Bandes, das sich durch ihre geteilten Atemzüge zog, ihr Herzschlag, der sich an seinem widerspiegelte. Sie reagierte instinktiv, ließ ihre Hände über seine Schultern wandern, glitt in sein Haar, während er den Kuss vertiefte, vorsichtig, aber beharrlich. Seine Hände bewegten sich erneut, zogen eine Spur an ihren Seiten entlang zu ihren Hüften, die Finger drückten durch den Stoff ihrer Hose und spürten die Wärme darunter. Charise keuchte leise, ein Laut, der den Raum um sie herum zu entzünden schien. Lyons Lippen fanden ihre erneut, verharrten, erkundeten, und das Band pulsierte stärker, zerrte an den Rändern ihrer Sinne. Sie konnte Pagan und Merrick spüren, entfernt, aber präsent, die den Funken von etwas Rohem und Heiligem zwischen ihr und Lyon wahrnahmen, den ersten Faden von etwas Ursprünglichem. Lyon hielt inne, umfasste ihr Gesicht mit den Händen, die Daumen strichen über ihre Wangen, während er ihr in die Augen sah. „Du bist sicher bei mir“, murmelte er, fast ehrfürchtig. „Immer.“ Sie nickte, die Brust eng, jeder Nerv erfüllt von der Intimität des Moments, der Macht, von ihm voll und ganz gesehen zu werden, und vorerst nur von ihm. Ihre Finger streiften sein Kinn, prägte sich sein Gewicht ein, die Wärme, das Versprechen. Jeder Zentimeter von ihm drängte zu ihr, doch es lag Geduld darin, ein langsames Brennen, ein ehrfürchtiges In-Besitz-Nehmen dessen, was durch das Band schon immer ihres gewesen war. Charises Puls passte sich seinem an, langsam und bewusst, ein Rhythmus, der sie erdete, während er etwas Wildes tief in ihr entzündete. Ihre Lippen teilten sich, einladend, herausfordernd, bedürftig — und Lyon kam ihr auf halbem Weg entgegen, drückte seinen Mund auf ihren mit einer stillen Intensität, die durch das Band, durch sie, durch alle drei von ihnen widerhallte, obwohl es in diesem Moment nur ihn und sie gab. Seine Lippen fanden erneut die empfindliche Stelle direkt unter ihrem Ohr, drückten einen federleichten Kuss darauf, und sie keuchte leise. Der Laut spornte ihn an, doch nie aggressiv — seine Hände folgten der Linie ihrer Hüften, strichen entlang des kleinen Rückens und drückten sie näher an die Wärme seiner Brust. Das Summen ihres Bandes vertiefte sich, tief und beharrlich, zog sich durch jeden Nerv, jede Berührung. Lyon hielt inne, ließ seine Finger an ihren Hüftknochen verweilen, die Fingerspitzen strichen über bloße Haut, während er langsam den Bund ihrer Hose bearbeitete. Charises Atem stockte, ihr Puls schnellte in die Höhe. Er drängte nicht, schob nicht, neckte nur, erkundete — jede Berührung präzise, intim, ehrfürchtig. „Charise…“ Seine Stimme war tief, fast ein Knurren, das durch sie vibrierte. „Ich brauche… dich ganz zu spüren. Dich ganz zu kennen.“ Sie neigte das Kinn zu ihm, nickte, die Lippen leicht geöffnet, das Herz hämmernd. Jedes Wort, jeder Strich seiner Finger über ihre Haut ließ ihren Puls in die Höhe schnellen, das Verlangen zog sich eng zusammen. Sie konnte ihn spüren, riechen, den Geschmack der Anspannung und des Bedürfnisses kosten, das seit dem Rat geschwelt hatte, und es war überwältigend. Endlich glitten seine Hände vollständig unter den Bund, glitten über die Kurve ihrer Hüften, bewegten sich zart, ehrfürchtig, erkundend, entzündend, neckend. Charise gab ein leises Stöhnen von sich, ein Laut eher der Hingabe als der Forderung. Die Wärme von ihm drückte sich an sie, und das Band summte, pulsierte mit einem Feuer, das nicht nur körperlich war — es war tief, ursprünglich, heilig. Lyon lehnte sich vor, seine Lippen strichen erneut über ihre, langsam, anhaltend, kostend, in Besitz nehmend. Seine Hände kartographierten ihren Körper Zentimeter für Zentimeter, entlockten Schauder und Keuchen, ließen ihren Körper instinktiv reagieren. Das langsame, zielgerichtete Entfernen der Barrieren zwischen ihnen — Stoff, Zögern, Zurückhaltung — machte jeden Nerv lebendig, jeden Zentimeter Haut empfindlich, jeden Herzschlag, der durch die Verbindung, die sie teilten, widerhallte. Charises Finger vergruben sich in seinem Haar, zogen leicht, zogen ihn näher. Seine Zunge neckte ihre in der langsamsten aller Erkundungen, jeder Schlag sandte Funken durch das Band, tief in ihre Brust. Er dominierte nicht. Er lockte. Er verehrte. Er nahm in Besitz. Und in diesem In-Besitz-Nehmen spürte Charise jedes Gramm Sicherheit, Zugehörigkeit und Verlangen, das sich seit ihrem ersten Treffen aufgebaut hatte. Seine Hände zeichneten ihre Kurven nach, umfassten sie leicht, streichelten, hielten, prägten sich die Linien ihres Körpers ein. Jede Bewegung hallte in ihr wider, jeder sanfte Druck von Haut auf Haut ließ ihren Puls schneller schlagen, ließ ihren Atem flach und bewusst werden. Die Welt draußen — der Rat, die Stadt, das Anwesen — fiel allesamt weg. Es gab nur sie. Nur das hier. Lyon drückte seine Stirn an ihre, atmete tief, flüsterte an ihren Lippen: „Du gehörst mir… Charise.“ Sie erschauderte, schloss die Augen, ließ die Worte, die Berührung, das Band, die Ehrfurcht über sich hinwegspülen. Jeder Zentimeter von ihr wollte ihn, aber nicht nur körperlich — sie wollte die Tiefe, die Verbindung, das Gewicht, endlich voll und ganz gesehen zu werden. Er zog sich leicht zurück, gerade genug, um ihr in die Augen zu sehen, und sie spiegelte ihn — ruhig, sehnsüchtig, bedürftig, vertrauend. Dann, langsam, bewusst, drückte er seinen Mund erneut auf ihren, tiefer, länger, ließ die Verbindung und die Hitze zwischen ihnen wachsen, ohne Eile, ehrfürchtig, heilig.
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