Kapitel 69

1108 Words
Das leise Summen des Anwesens hatte sich in einen tiefen, zufriedenen Rhythmus beruhigt. Lyons Präsenz verweilte schwach durch die Verbindung, Merricks stetige Wachsamkeit fädelte sich leise irgendwo jenseits der Mauern, und Pagan spürte das Ziehen – schwach, aber beharrlich –, das ihm verriet, wo Charise war. Sie war im Flügel des Hauses, der Duft von warmer Bettwäsche und schwachem Lavendel stieg zu ihm auf und vermischte sich mit der nachwirkenden Energie der Verbindung, die seinen Wolf in erwartungsvoller Vorfreude regte. Er bewegte sich den Flur entlang, vorsichtig, zielstrebig, seine Stiefel lautlos auf dem polierten Stein. Die Mundwinkel zogen sich nach oben, als er die Tür zu ihrem Zimmer umrundete und den sanften Schein des Lampenlichts auffing, der über ihre Gestalt fiel. Sie stand am Rand des Bettes, eines seiner alten, übergroßen Hemden hing ihr bis zur Mitte der Oberschenkel. Ihr Haar war zu einem unordentlichen Knoten hochgedreht, der die anmutige Linie ihres Halses und die Kurve ihrer Schultern freilegte. Sie sah ganz wie der Widerspruch aus, den er kennengelernt hatte: verletzlich und selbstbewusst, wachsam und doch wagemutig. Pagans Wolf summte zustimmend, besitzergreifend und beschützend, und er ließ sich einen Herzschlag lang im Türrahmen verweilen, nahm die Kurve ihrer Wirbelsäule in sich auf, die Art, wie sie ihr Gewicht verlagerte, ihre langen, schlanken Beine. Die subtile Hitze, die von ihr aufstieg – nicht nur körperlich, sondern emotional – traf ihn direkt. Er knurrte leise in seiner Brust, ein Reflex, der seine eigene Haut kribbeln ließ. „Versuchst du, mich meine Konzentration verlieren zu lassen, kleiner Sturm?“, neckte er, die Stimme rau vor Humor und gerade genug Warnung. Charise blickte über ihre Schulter, grüne Augen funkelten im warmen Licht, die Lippen verzogen sich zu diesem leichten, wissenden Grinsen. „Vielleicht“, sagte sie leise und neckend, „vielleicht teste ich nur deine Geduld.“ Er trat vollständig ins Zimmer, eine Hand ruhte leicht am Türrahmen, die andere ballte sich an seiner Seite. „Weißt du“, sagte er, die Stimme tief und spielerisch, „du hast eine lustige Art, Sorge um meine Konzentration zu zeigen.“ Ihre Augenbraue hob sich, der Ausdruck schelmisch. „Sorge?“, wiederholte sie. „Um deine Konzentration? Nein. Um dich? Vielleicht.“ Er kam näher, verringerte den Abstand, bis seine Präsenz sie einhüllte. Ein Arm streckte sich aus und legte sich entlang des Fußendes des Bettes hinter ihr. Die Luft summte zwischen ihnen, ruhig, aber elektrisch. Er konnte den schwachen Puls ihres Wolfs spüren, der nach vorn drängte, zögerlich, aber beharrlich, und er grinste, Wolf und Mensch gleichermaßen lebendig von der geteilten Energie. „Kleiner Sturm“, murmelte er, lehnte sich näher, die Lippen nah an ihrem Ohr, „denk nicht, du kannst so mit mir spielen und dann einfach weggehen.“ Sie erschauerte bei dem leisen Knurren in seiner Stimme, die Wärme seiner Brust nur einen Atemzug entfernt. „Und wenn ich es tue?“, flüsterte sie, die Stimme neckend, aber weich. Er fing ihren Blick ein, bernstein-gold traf auf grün, das spielerische Funkeln gemildert durch etwas Schärferes – beschützend, territorial, unerschütterlich. „Dann antwortest du mir“, sagte er einfach, tief und bedächtig. Ihre Lippen teilten sich, ein kleines, atemloses Lachen entwich, und sie lehnte sich leicht an ihn, ihr Wolf drückte sanft, forderte, neckte ihn, während ihr menschliches Ich das Kinn störrisch hob. „Viel Glück“, sagte sie, das Grinsen zog an ihren Lippen. „Du überlebst die Herausforderung vielleicht nicht.“ Pagans Grinsen wurde breiter, Wolf und Herz gleichermaßen erregt von Vorfreude und Wärme. Er kam noch näher, vorsichtig, ohne Druck auszuüben, und ließ den Moment nachwirken. Eine Hand strich über ihre Wange, der Daumen zeichnete die schwache Linie eines Lächelns nach. Seine andere Hand wanderte zu ihrer Taille, stabilisierend, verankernd, beschützend, besitzergreifend. Die Verbindung zwischen ihnen summte leise, Fäden von Lyon und Merrick flackerten schwach am Rande seines Bewusstseins und banden sie alle in diesem subtilen Tri-Alpha-Rhythmus zusammen. „Du bist gefährlich“, murmelte er, die Stimme jetzt rauer, voller Wärme und Warnung, während er sich näher lehnte, knapp davor, seine Stirn an ihre zu legen. „Aber…“ Er hielt inne, die Augen verdunkelten sich vor unausgesprochener Fürsorge, „…ich würde es nicht anders wollen.“ Charises grüne Augen wurden weich, die Lippen zuckten, die Wangen gerötet. Sie legte eine Hand leicht auf seine Brust, spürte die Hitze unter dem Hemd, das er nach dem Training angezogen hatte, Wolf und Mensch angespannt und bereit. „Ich werde versuchen, das zu behalten“, sagte sie leise. Er lachte leise, tief und kehlig, der Wolf grollte unter seinen Rippen. „Versuchen ist alles, was ich brauche“, sagte er, sein Blick glitt über sie – die Kurve ihres Halses, die sanfte Stärke in ihrer Haltung, das störrische Licht, das sie so einzigartig machte. Sie lachte leise, lehnte sich ein kleines Stück zurück, und er blieb dort, gerade jenseits der Linie voller Berührung, ließ sie führen, ließ sie atmen, ließ die Verbindung zwischen ihnen summen – ein ruhiger, stetiger Puls, der alle drei von ihnen zusammenfädelte, beschützend und geduldig, mächtig und unausgesprochen. Das Zimmer war ruhig, abgesehen vom leichten Knistern des Kaminfeuers und dem sanften Summen der Verbindung, die sich zwischen ihnen fädelte. Charise saß auf der Kante des Bettes, ihr übergroßes Hemd streifte ihre Oberschenkel, das Haar locker aus dem Gesicht geknotet. Ihr Hals fühlte sich entblößt und verletzlich an, doch die Präsenz der drei Alphas – Pagan nah, Merrick nahe dem Fenster, Lyon auf der Armlehne des Bettes sitzend – verankerte sie in einer Wärme, von der sie nicht gewusst hatte, dass sie sie brauchte. Pagans Augen verließen sie nie, als sie sich leicht bewegte, das schwache Grinsen, das an ihren Lippen zog, ein Echo ihres spielerischen Geplänkels von vorhin. Seine Hand schwebte nahe ihrer, gerade genug, um ihre Finger zu streifen, wenn sie sich bewegte, und erinnerte sie an seinen Besitzanspruch und seine Fürsorge. Die Verbindung summte um sie herum, subtile Pulse, die Merricks stetige, unerschütterliche Kontrolle und Lyons ruhige, erdende Präsenz trugen und sich über Pagans spielerische Hitze legten. Charises Wolf regte sich als Antwort auf jeden Faden – ein sanftes Schnurren der Zufriedenheit bei Lyons Nähe, ein tiefes Grollen bei Pagans Berührung, ein Summen der Beruhigung von Merrick. Sie konnte sie spüren, selbst wenn sie sie nicht berührten, wie unsichtbare Wände, die sie umgaben und sie beschützten. Sie atmete langsam aus, spürte, wie sich ihre Brust löste, wie ihre Muskeln endlich die Anspannung losließen, die tagelang in ihr aufgestaut gewesen war. Pagan lehnte sich ein kleines Stück näher, seine Stimme tief und neckend: „Denk nicht, dass du mir heute Nacht entkommst.“
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