Kapitel 8

1088 Words
„Das ist perfekt!“ Sagt der Fotograf. „Für jemanden, der den Kuss nicht machen wollte, hast du einen hervorragenden Job gemacht.“ Atticus sieht alles andere als glücklich über sein Lob aus. Ich konnte es nicht glauben. Ich träume davon, Atticus zu küssen, seit ich mich zum ersten Mal verliebt habe. Ich habe mich immer gefragt, wie es wäre, seine Lippen auf meinen zu haben. Ich wusste jetzt, dass es mehr war, als ich mir jemals von ihm erhofft hatte. Ich fasste mich an die Brust. Mein Herz raste, klopfte hart und schnell. Ich beobachte, wie Atticus hinausstürmt, bevor irgendjemand etwas anderes sagen kann. Ich wusste, dass er noch verärgerter war, als er zeigte. Langsam fuhr ich mit dem Finger über meine Lippen, die immer noch von seinem Kuss prickelten. „Habe ich etwas Falsches gesagt?“ Fragt der Fotograf. Seine Stimme erinnerte mich daran, dass ich nicht allein war. Ich wollte nicht, dass jeder sieht, wie sehr mich sein Kuss berührt hat. Obwohl das nicht so schlimm wäre, da Fremde glauben mussten, dass wir verliebt waren. Während sie leicht in der Lage wären, zu erkennen, dass Atticus nicht in mich verliebt war, habe ich das Gefühl, dass jeder in der Lage wäre, durch mich hindurch zu lesen wie ein offenes Buch. „Nehmen Sie sich seine Taten nicht zu Herzen, Herr Asanto.“ Seine Mutter beruhigte ihn. „Mein Sohn ist ein bisschen gestresst von den vielen Vorbereitungen. Mehr nicht.“ Sie log mit so viel Leichtigkeit, dass es mich schockierte. Es scheint, dass meine Eltern nicht die einzigen waren, die diese Fähigkeit besaßen. Ich wusste, dass ich Atticus nicht folgen sollte, aber meine Füße bewegten sich ohne meine Erlaubnis. Ich wollte sicherstellen, dass es ihm gut geht und er nichts Dummes machte. Ich suchte weiter, bis ich ihn endlich entdecke. Er stieg in sein Auto, eines der vielen, die seine Familie besaß. Sie waren die Besten darin, schnelle Fahrzeuge zu entwerfen und herzustellen. Sie fügten auch spezielle Funktionen hinzu, was auch immer ihre Kunden wünschten. Sie waren brillant, wenn es um schnelle Autos ging. Das ist der Grund, warum jemand, der einmal ein Auto bei ihnen gekauft hat, sich nicht die Mühe gemacht hat, sich woanders umzusehen. Ich war mir nicht sicher, ob Atticus unter diesen Bedingungen fahren sollte. Ich versuche, ihn zu erreichen, bevor er geht, aber er rast schon an mir vorbei. Meine Haare fliegen mir vor lauter Wucht über das Gesicht. Ich seufzte. Jetzt musste ich hoffen, dass er sicher gefahren ist und nicht wegen der Hochzeit leichtsinnig gehandelt hat. Mein Herz rast vor Angst, als ich zusehe, wie sein Auto mit ihm darin davonfährt. . . . . . . . ATTICUS Der Motor heulte auf, wenn das Auto beschleunigte. Ich hatte viel im Kopf, doch alles, woran ich denken konnte, war der Kuss, den ich gerade mit Autumn geteilt hatte. Ihre Lippen waren weich wie Butter, und ihr Geschmack war noch in meinem Mund. Ihr Geschmack war wie ein süßer Apfel und ihr Duft war wie frische Rosen. Ich schluckte und es fühlte sich an, als würde ich dadurch den Geschmack von ihr in meinen Körper lassen. Die Schuldgefühle fraßen mich bei lebendigem Leib auf, nicht weil ich sie geküsst hatte, sondern weil ich mich dabei gefühlt hatte. Ich hatte einen Kumpel. Ich hatte jemanden, ohne den ich nicht leben konnte. Warum also hat mich ein Kuss so gestört? Warum war die Wirkung so stark? Das war falsch. Also verdammt falsch. Was zum Teufel war mein Problem? Warum konnte ich nicht etwas Kontrolle haben? Ich hatte schon immer mehr Selbstbeherrschung als das, sogar in Gegenwart von Anya. Was hatte sich nun geändert? Was hat es mit dem Herbst auf sich? Ich fühlte mich wie ein verdammter Versager. Anya weinte und hatte Schmerzen, und doch genoss ich verdammt noch mal einen Kuss mit ihrer besten Freundin. Das Mindeste, was ich für sie tun konnte, war, keine Gefühle in der Nähe von Herbst zu empfinden, und das konnte ich nicht einmal tun. Was würde Anya tun, wenn dieses Bild von uns gepostet würde? Was würde sie tun, wenn jeder, den sie kennt, es sieht und sie nach uns fragt? Jeder in der Schule wusste von unserer Beziehung; Sie bombardierten sie mit Fragen. Wie würde sie sich fühlen? Es sollte ein Pickel werden, sonst nichts. Aber als Autumn ihre Arme um meinen Hals schlang und unsere Körper näher an sich zog, brach etwas in mir zusammen. Es war anders als alles, was ich in der Vergangenheit gefühlt hatte. Ich war von mir selbst enttäuscht. Ich hätte stärker sein sollen. So etwas hatte ich noch nie zuvor gemacht. Kein einziges Mal. Autumn konnte mich immer Dinge fühlen lassen, die ich nicht mochte; deshalb habe ich in der Vergangenheit mein Bestes gegeben, um sie zu ignorieren. Aber dieses Mal lag es außerhalb meiner Kontrolle. Ich konnte nicht mehr vor ihr weglaufen. Sie sollte meine Frau werden. Ihr aus dem Weg zu gehen, wäre an dieser Stelle dumm. Bald würde sie sich das gleiche Zimmer wie ich teilen, das gleiche Auto, das gleiche Haus. Wir besuchten bereits die gleiche Schule. Ich konnte ihr nicht mehr aus dem Weg gehen. Zu allem Überfluss hatte ich sie fast nackt gesehen. Ich murmele ein paar Schimpfwörter. Ihr Körper war sehr begehrenswert. Ich hasste es, dass ich es in dem Moment bemerkte, als ich sie sah. Ich hasse es, wie sehr ich stehen bleiben und starren wollte. Autumn hat sich schon immer passend gekleidet. Sie zeigte kaum viel Haut. Aber dieses Mal konnte ich verdammt noch mal mehr sehen als je zuvor, und ich wünschte, ich hätte es nicht getan. Es war nichts, was ich jemals vergessen würde, egal wie sehr ich mich bemühte. „Ruf Anya an“, befehle ich dem System. „Anya wird angerufen.“ Mein Kiefer spannte sich an, als sie den Anruf beim ersten Klingeln ablehnte. Sollte sie nicht wenigstens hören, was ich zu sagen hatte? Ich wollte mich bei ihr entschuldigen. Eine, die sie nach allem verdient hatte. Sie hat nichts anderes getan, als mich glücklich zu machen, und jetzt habe ich sie verletzt. Ich war ein Versager als Kumpel. Meine Brüder hätten sie mehr verdient als ich. Sie hatten bereits ihr Zuhause verlassen, um sich um sie zu kümmern. Zumindest war sie nicht allein. Ich wusste, dass sie meine Abwesenheit ausgleichen würden. Sie würden ihr die Liebe geben, die sie verdiente. „VERDAMMT!“ Ich brülle, während ich mit der Faust gegen das Lenkrad schlage. Wann würde dieser Albtraum endlich enden?
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD