Der Raum blieb wie eingefroren.
Niemand bewegte sich.
Niemand atmete.
Elara konnte Adrians Herzschlag unter seinem Hemd spüren, dort, wo ihr Körper gegen seine Brust gedrückt war.
Stark.
Ruhig.
Gefährlich gelassen im Vergleich zu dem Chaos um sie herum.
Kamerablitze explodierten ununterbrochen.
„Mr. Connick, bestätigen Sie die Verlobung?“
„Miss Whitmore, wurde diese Ehe von Ihrer Familie arrangiert?“
„Geht es um die Schulden der Whitmores?“
Adrians Arm zog sich leicht fester um ihre Taille.
Besitzergreifend.
Beschützend.
Auch die Reporter bemerkten es.
Und wurden sofort noch aggressiver.
„Elara! Hierher schauen!“
Plötzlich drängte sich ein Reporter nach vorne und kam ihr beinahe zu nah.
Bevor Elara reagieren konnte, stellte Adrian sich vollständig vor sie.
Sein Gesichtsausdruck wurde tödlich.
„Sicherheit“, sagte er leise.
Dieses eine Wort genügte.
Innerhalb von Sekunden stürmten mehrere Sicherheitskräfte in die Villa und drängten die Reporter gewaltsam zurück Richtung Eingang.
Überall brachen Stimmen aus.
Proteste.
Geschrei.
Kamerablitze.
Doch Adrian wandte den Blick niemals von der Menge ab.
„Sie haben dreißig Sekunden, um mein Haus zu verlassen“, sagte er kalt.
Niemand bewegte sich schnell genug.
Adrians Augen verdunkelten sich.
„Zwanzig.“
Die Spannung im Raum wurde furchteinflößend.
Sogar die Reporter wirkten jetzt nervös.
Denn jeder wusste, dass Adrian Connick kein Mann war, der leere Drohungen aussprach.
Mrs. Connick trank ruhig weiter ihren Tee, als wäre eine bewaffnete Reportermeute in der Villa ein ganz normaler Dienstag.
Elara fand das zutiefst beunruhigend.
Schließlich schaffte es die Sicherheit, alle nach draußen zu drängen.
Die massiven Türen wurden erneut zugeschlagen.
Stille.
Schwere Stille.
Elara atmete langsam zitternd aus.
„Oh mein Gott.“
Adrian drehte sich sofort zu ihr um.
„Sind Sie verletzt?“
Die Frage überraschte sie.
„Was?“
„Hat Sie jemand angefasst?“
Seine Stimme klang wieder gefährlich kontrolliert.
Elara blinzelte ihn an.
„Nein…“
Erst dann verschwand ein Teil der Spannung aus seinen Schultern.
Mrs. Connick beobachtete die Szene aufmerksam.
Interessant.
Sehr interessant.
„Sie übertreiben“, murmelte Elara leise und versuchte, ihr rasendes Herz zu beruhigen.
Adrian blickte auf sie hinunter.
„Sie nennen das übertrieben?“
„Sie haben ihre Karrieren bedroht.“
„Sie haben meinen Frieden bedroht.“
„Das ist dramatisch.“
Sein Blick fiel kurz auf ihre Taille.
Erst dann bemerkte Elara—
dass er sie immer noch festhielt.
Sehr nah.
Zu nah.
Hitze schoss ihr sofort in die Wangen.
„Sie können mich jetzt loslassen“, murmelte sie.
Langsam hob Adrian den Blick wieder zu ihren Augen.
Für eine gefährliche Sekunde…
bewegte sich keiner von ihnen.
Dann ließ er sie ruhig los.
Und irgendwie enttäuschte sie das mehr, als es sollte.
Mrs. Connick bemerkte alles.
Jeden Blick.
Jede Pause.
Jede winzige Veränderung der Spannung zwischen ihnen.
Und plötzlich verstand sie etwas Wichtiges.
Ihr Sohn steckte in Schwierigkeiten.
Denn Adrian Connick berührte Menschen nicht, wenn sie ihm nichts bedeuteten.
Unglücklicherweise…
hatte Elara Whitmore davon offensichtlich keine Ahnung.
Plötzlich durchschnitt ein klingelndes Handy die Stille.
Adrian nahm sofort ab.
„Ja.“
Sein Gesicht verdunkelte sich bereits nach wenigen Sekunden.
„Was ist passiert?“
Elara beobachtete ihn aufmerksam.
Etwas stimmte nicht.
Ganz und gar nicht.
Adrians Kiefer spannte sich gefährlich an.
„Ich kümmere mich darum.“
Er beendete das Gespräch ohne ein weiteres Wort.
Mrs. Connick runzelte leicht die Stirn. „Ein Problem?“
„Ja.“
„Was für eins?“
Adrian blickte kurz zu Elara, bevor er antwortete.
„Der Vorstand hat von der Ehe erfahren.“
Elara blinzelte. „Und?“
„Und sie drohen damit, mich als CEO abzusetzen.“
Ihre Augen weiteten sich sofort.
„Was?!“
Mrs. Connick seufzte leise. „Idioten.“
Elara starrte Adrian ungläubig an.
„Das können die einfach tun?“
„Nur wenn die Aktionäre in Panik geraten.“
„Und sie geraten in Panik, weil Sie mich heiraten?“
Die Bitterkeit rutschte ihr heraus, bevor sie sie stoppen konnte.
Adrian bemerkte es sofort.
Sein Blick wurde schärfer.
„Das ist nicht das Problem.“
„Und was dann?“
Schweigend ging er zum Fenster.
Die Lichter der Stadt spiegelten sich im Glas, während er leise sprach.
„Mein Vater hätte dieses Unternehmen wegen der Liebe beinahe zerstört.“
Etwas Schmerzhaftes flackerte kurz über sein Gesicht.
Fast sofort wieder verschwunden.
Aber Elara sah es.
Zum ersten Mal seit ihrer Begegnung mit ihm…
erkannte sie, dass Adrian Connick vielleicht gar nicht emotionslos war.
Vielleicht verbarg er einfach etwas Enormes unter all diesem Eis.
Bevor sie weiter fragen konnte, stürmte Ethan plötzlich blass ins Haus.
„Adrian.“
„Was jetzt?“
Ethan zögerte.
Dann blickte er langsam zu Elara.
„Dieses Foto aus der Grundschule…“
Ein seltsames Gefühl breitete sich in Elaras Magen aus.
„Was ist damit?“
Ethan schluckte schwer.
„Es wurden noch mehr Bilder veröffentlicht.“
Adrian drehte sich abrupt um.
Und welcher Ausdruck auch immer als Nächstes über Ethans Gesicht huschte…
ließ sogar Adrian Connick vollkommen erstarren.