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Puck Me, Stiefbruder

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Brysons POV

Die Blackridge University war schon ein Albtraum, bevor ich heißen Kaffee über Julian Hayes geschüttet habe.

Er ist groß, muskulös und hat dieses perfekte Grinsen, das mich am liebsten zuschlagen lassen würde. Kapitän des Hockeyteams und der größte Arsch, dem ich je begegnet bin.

Er hat mich vor allen bloßgestellt. Hat dafür gesorgt, dass ich genau wusste, wo mein Platz war.

Doch dann trat ich dem Hockeyteam bei, um meine Mutter glücklich zu machen, und plötzlich änderte sich alles. Ich konnte tatsächlich spielen. Und Julian? Er begann, mich anzusehen, als wollte er mich auf eine völlig andere Art zerstören.

Jetzt fühlt sich jedes Training wie ein Krieg an. Jedes Mal, wenn wir allein in der Umkleidekabine sind, kann ich kaum noch atmen.

Ich hasse ihn.

Ich will ihn.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass er das weiß.

Julians POV

Ich bin der König der Blackridge University. Teamkapitän, Vorzeigeschüler, der Goldjunge. Jeder will entweder so sein wie ich oder mit mir zusammen sein.

Und dann rempelt mich irgendein neuer Transferstudent an und ruiniert mein Hemd.

Bryson Miller.

Eine große Klappe, billige Klamotten und Augen, die mich ansehen, als wäre ich nichts Besonderes.

Ich hätte ihn fertigmachen und weitermachen sollen. Aber dieser kleine Mistkerl trat meinem Hockeyteam bei und stellte sich als gut heraus. Verdammt gut.

Jetzt bekomme ich ihn nicht mehr aus dem Kopf. Jedes Training, jeder Streit zwischen uns fühlt sich nach etwas völlig anderem an. Nach etwas, worüber ich lieber nicht nachdenken möchte.

Ich dachte, das wäre schon kompliziert genug.

Dann komme ich heute Abend nach Hause und finde Bryson dabei, Kisten in meinem Wohnzimmer auszupacken ...

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Kapitel 1
Erster Schultag Brysons POV Ich hätte zu Hause bleiben sollen. Der Gedanke trifft mich, als ich vor dem Haupttor der Blackridge University stehe und die Gebäude anstarre, die aussehen, als gehörten sie in einen schicken Film über die Probleme reicher Leute. Hier schreit einfach alles nach Geld. Die Steinmauern sind so sauber, dass sie förmlich glänzen, und der Rasen ist so perfekt gemäht, dass er unecht wirkt. Sogar die Bäume sehen teuer aus. Mein Handy vibriert in meiner Tasche. Noch eine Nachricht von Mom. "Hab einen tollen ersten Tag, Schatz! Denk daran zu lächeln und mit Leuten zu reden. Vielleicht trittst du einem Club bei oder machst etwas Lustiges!" Ich schiebe das Handy zurück, ohne zu antworten. Mom meint es gut, aber sie versteht es einfach nicht. Sie freut sich so sehr darauf, Richard Hayes zu heiraten, dass sie glaubt, jetzt würde alles perfekt werden. Ständig erzählt sie mir, das sei unsere Chance auf ein besseres Leben, dass ich Blackridge lieben werde und dort großartige Freunde finden würde. Was sie nicht versteht, ist, dass ich hier nicht hingehöre. Ich schaue auf meine Jeans hinunter. Sie sind sauber und passen ganz gut, aber sie stammen aus einem Secondhandladen in unserer Heimatstadt. So ein Laden, in dem alles nach altem Weichspüler riecht und höchstens fünf Dollar kostet. Um mich herum laufen andere Studierende in Kleidung vorbei, die wahrscheinlich mehr kostet, als Mom in einer Woche verdient. Designertaschen, makellose Schuhe und Armbanduhren, die das Sonnenlicht einfangen. Ich komme mir wie ein Hochstapler vor. „Du schaffst das“, murmele ich zu mir selbst. „Finde einfach deine Kurse und übersteh den Tag.“ Der Campusplan in meinen Händen ist schon ganz zerknittert von meinen verschwitzten Handflächen. Ich habe mich bereits zweimal verlaufen und langsam gerate ich in Panik. Der Wirtschaftskurs beginnt in zehn Minuten, und ich habe immer noch keine Ahnung, wo sich die Hamilton Hall befinden soll. Eine Gruppe Mädchen läuft an mir vorbei. Ihre Designer-High-Heels klackern auf dem Steinweg. Sie lachen über irgendetwas, und ich schnappe Teile ihres Gesprächs auf. „Hast du gesehen, was Jessica letztes Wochenende auf der Party getragen hat? So peinlich.“ „Ich weiß, oder? Wo hat sie dieses Kleid überhaupt her?“ Als sie an mir vorbeigehen, werfen sie mir einen Blick zu. Ich sehe, wie ihre Augen über meine Kleidung wandern. Eine flüstert ihrer Freundin etwas ins Ohr, und beide kichern. Mein Gesicht wird heiß. Genau davor hatte ich Angst. Ich schaue auf die Uhr meines Handys. Noch sieben Minuten. Ich muss los. Das Café an der Ecke ist gut besucht. Eine Schlange von Studierenden wartet auf ihren morgendlichen Kaffee. Eigentlich sollte ich es auslassen, aber ich habe letzte Nacht kaum geschlafen und brauche das Koffein, wenn ich meinen ersten Tag überstehen will. Außerdem sehe ich mit einem Kaffeebecher in der Hand vielleicht eher so aus, als würde ich hierher gehören. Die Schlange bewegt sich schnell, und schon kurz darauf gehe ich mit einem großen Kaffee weiter, der viel zu heiß ist und viel zu viel gekostet hat. Aber wenigstens riecht er gut, und die Wärme fühlt sich angenehm in meinen Händen an. „Hamilton Hall, Hamilton Hall“, wiederhole ich vor mich hin, während ich im Gehen erneut auf den Campusplan schaue. Irgendwo hinter dieser Ecke müsste das Gebäude doch sein. Mein Handy vibriert erneut. Wieder eine Nachricht von Mom. "Vergiss nicht, worüber wir gesprochen haben! Das ist ein Neuanfang für uns beide. Ich hab dich so lieb!" Trotz allem muss ich ein wenig lächeln. Mom ist wirklich glücklich – glücklicher, als ich sie seit Jahren erlebt habe. Nachdem Dad gestorben war, hat sie sich beinahe zu Tode gearbeitet, nur damit wir über die Runden kamen. Sie hat das verdient. Sie hat Richard verdient, sein schickes Haus und ein Leben, in dem sie sich nie wieder Sorgen ums Geld machen muss. Selbst wenn das bedeutet, dass ich diesen Ort irgendwie überstehen muss. Ich lese gerade ihre Nachricht und versuche gleichzeitig zu laufen, als mir auffällt, dass ich viel zu schnell unterwegs bin. Vor mir kommt eine Ecke. Ich sollte wahrscheinlich langsamer werden, aber ich bin schon zu spät und— KRACH. Der Zusammenstoß passiert so plötzlich, dass ich ihn nicht einmal kommen sehe. Eben noch eile ich um die Ecke, im nächsten Moment pralle ich gegen etwas Festes und Warmes. Mein Kaffeebecher fliegt mir aus der Hand, als hätte er Flügel, und der heiße Kaffee spritzt überall hin. Wirklich überall. Er verteilt sich über den Steinboden, spritzt gegen die Wände und – am schlimmsten – übergießt sowohl mich als auch die Person, mit der ich gerade zusammengestoßen bin. „Scheiße!“, keuche ich und starre auf mein nun kaffeefleckiges Hemd. Dann hebe ich den Blick. Oh nein. Oh nein, nein, nein. Der Typ, der tropfnass vor mir steht – durchnässt von meinem Kaffee –, ist der attraktivste Mensch, den ich je im echten Leben gesehen habe. Er ist groß, bestimmt einen Meter achtzig oder mehr, mit breiten Schultern, die sein offensichtlich teures Hemd perfekt ausfüllen. Sein Haar hat diesen perfekten Braunton und sieht so aus, als wäre er gerade erst aus dem Bett gekommen – allerdings auf die gute Art. Zerzaust, weich und unglaublich gut. Und seine Augen... Seine Augen sind haselnussbraun – eine faszinierende Mischung aus Grün und Braun, wunderschön... wären sie nicht gerade auf mich gerichtet, als wäre ich etwas Widerliches, in das er versehentlich hineingetreten ist. „Es tut mir so leid“, stottere ich und strecke die Hände nach ihm aus, als könnte ich dieses Chaos irgendwie wieder in Ordnung bringen. „Ich habe Sie gar nicht gesehen. Ich habe auf mein Handy geschaut und—“ „Willst du mich gerade verarschen?“ Seine Stimme ist tief und angenehm, genau die Art von Stimme, bei der Mädchen wahrscheinlich schwach werden. Aber an der Art, wie er mich ansieht, ist überhaupt nichts Anziehendes. Sein Gesichtsausdruck wechselt von Überraschung zu etwas noch Schlimmerem. Ekel. Sein Blick wandert nach unten. Er mustert meine Secondhand-Jeans, meine alten Sneakers und mein kaffeebeflecktes Hemd, das neu wahrscheinlich gerade mal zehn Dollar gekostet hat. Ich sehe genau, wie sich sein Gesicht verändert, als er eins und eins zusammenzählt. Reicher Junge trifft Stipendiaten. Campus-Star trifft Niemanden. Ich spüre, wie mir vor Scham das Gesicht glüht. Um uns herum bleiben andere Studierende stehen. Sie starren uns an und flüstern miteinander. Einige haben bereits ihre Handys gezückt. Großartig. Mein erster Tag an der Blackridge University, und ich bin jetzt schon die Unterhaltung des Tages. „Hör zu, es tut mir wirklich leid“, versuche ich es noch einmal. „Vielleicht kann ich die Reinigung bezahlen oder—“ „Bezahlen?“ Er lacht, aber es ist kein freundliches Lachen. „Wovon denn bitte?“ Jetzt ist der Flur vollkommen still. Alle sehen zu und warten darauf, was als Nächstes passiert. Ich spüre ihre Blicke auf mir, wie sie meine Kleidung, mein Gesicht und alles an mir beurteilen, das förmlich schreit: Der gehört nicht hierher. Das ist mein schlimmster Albtraum. Der umwerfend gut aussehende Typ mustert mich erneut von oben bis unten. Ich sehe, wie sich etwas Kaltes in seinem Gesicht festsetzt. Langsam zieht sich sein Mund zu einem Lächeln hoch, bei dem mir der Magen bis in die Schuhe rutscht. Es ist kein freundliches Lächeln. Es ist die Art von Lächeln, die Ärger bedeutet. „Interessant“, sagt er, seine Stimme hallt durch den stillen Flur. „Sehr interessant.“ Ich habe keine Ahnung, was er damit meint. Aber ich weiß, dass es nichts Gutes bedeutet. Alles an seinem Tonfall, seinem Blick und der Art, wie er mich ansieht – als wäre ich irgendein Insekt, das er gleich zertreten wird... Mein Tag ist gerade von schlecht zu einer absoluten Katastrophe geworden. Und irgendetwas sagt mir, dass dieser umwerfend gut aussehende Fremde alles nur noch unendlich schlimmer machen wird.

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