ALISAS SICHT
Der Livestream war vor dreißig Minuten zu Ende gegangen, aber die Stadt brauchte mich nicht, um abzuschalten. Sie stimmte bereits ab – mit jedem Share, jedem Kommentar, jedem verzweifelten Anruf, der Kaels Posteingang überflutete.
Ich stand mitten im Wohnzimmer der Penthouse-Wohnung, barfuß auf dem kühlen Marmor, trug nur eines seiner schwarzen Hemden, das mir bis zu den Oberschenkeln reichte. Das Claim-Mal an meiner Schulter pochte im Takt der Bindung – goldene Fäden, die warm und beständig pulsieren, als würden sie uns zu etwas Ewigem versiegeln. Kael ging drei Schritte entfernt auf und ab, das Telefon am Ohr, die Stimme leise und tödlich, während er erneut eine Bedrohung zerlegte.
„Nein“, sagte er knapp. „Der Deal ist vom Tisch. Meine Frau hat einen Namen, ein Restaurant und eine Zukunft. Ihr zieht euch zurück oder steht morgen vor Gericht.“ Er legte auf, der Kiefer angespannt, und drehte sich zu mir um. „Das war Viktors Stellvertreter. Sie geraten in Panik.“
Ich lächelte ihn an, langsam und boshaft, die Bindung flammte heißer auf beim Anblick seiner breiten Schultern und der leichten Anspannung in seiner Anzugsjacke. „Gut. Lass sie panisch werden. Wir haben nichts mehr zu verbergen.“
Er überbrückte die Distanz in zwei Schritten, zog mich so hart an seine Brust, dass ich jede Muskelrippe spürte, jeden ruhigen Herzschlag. Seine Hand glitt unter das Hemd, die Handfläche heiß auf meinem nackten Hintern. „Du glühst“, murmelte er, die Lippen an meinem Ohr. „Trägst immer noch meinen Knoten. Bist immer noch mein.“
Ich wölbte mich gegen ihn, presste die Schenkel zusammen, sodass das Pochen zwischen ihnen pochend wurde. „Und du bist immer noch hart. Ich spüre es durch deine Hose.“
Sein tiefes Knurren vibrierte durch uns beide. „Du wirst noch mein Tod sein, kleine Wölfin.“
Aber er nahm mich nicht sofort dort. Stattdessen hob er mich mühelos hoch, trug mich zum breiten Sofa und legte mich nieder, als wäre ich etwas Kostbares. Dann zog er sich aus – langsam, bewusst – und enthüllte die Narben, die Macht, den Mann, der mich gewählt hatte, als die Welt versuchte, mich zu zerbrechen.
Ich beobachtete jede Bewegung, das Herz raste, die Bindung sang so laut, dass ich sie in meiner Klitoris spürte. Als er nackt war, kniete er sich zwischen meine Schenkel und küsste das Claim-Mal an meiner Schulter mit ehrfürchtiger Zärtlichkeit. „Frau“, flüsterte er. „Meine perfekte Frau.“
Dann leckte er einen langsamen Streifen meine Mitte hinauf, die Zunge flach und heiß, und die Welt verengte sich auf die nasse Hitze seines Mundes. Ich schrie auf, die Finger in seinem dunklen Haar vergraben, und er verschlang mich wie ein hungernder Mann – lange, träge Streiche, saugte an meiner Klitoris, bis ich zitterte, dann stieß er zwei dicke Finger in mich, während seine Zunge unerbittlich kreiste.
Die Bindung flammte weißglühend auf. Die Lust baute sich schnell und scharf auf. Ich war schon so nah, der Körper summend von den Nachbeben von vorhin, und er wusste es. Er zog sich gerade so weit zurück, um zu knurren: „Komm für mich, Alisa. Komm, während ich schmecke, wie nass meine Frau ist.“
Ich zerbrach mit seinem Namen, der mir aus der Kehle gerissen wurde, die Wände um seine Finger krampfend, die Hüften hilflos rollend. Er hörte nicht auf – führte mich sanft hindurch, leckte mich sauber, bis ich keuchend und kraftlos dalag.
Erst dann erhob er sich, die Augen bernsteinfarben flammend, und glitt in einem langsamen, tiefen Stoß wieder in mich. Die Dehnung war perfekt, die Fülle überwältigend. Ich schlang die Beine um seine Taille und begegnete jedem Rollen seiner Hüften, langsam und tief, ließ ihn spüren, wie perfekt ich ihn aufnahm.
„Schau mich an“, befahl er.
Ich tat es. Unsere Blicke trafen sich. Die Bindung leuchtete heller, goldene Fäden spannten sich zwischen uns wie lebendiges Licht. Ich spürte jeden Zentimeter von ihm – jedes Pochen, jeden Puls – und gab ihm alles.
„Härter“, keuchte ich. „Fick deine Frau, als gehörte sie dir. Denn das tut sie.“
Er knurrte, der Laut reiner Alpha, und schnappte mit den Hüften schneller, stieß tief, der Knoten schwoll bereits an der Basis seines Schwanzes. Das Kopfteil knallte gegen die Wand. Meine Brüste hüpften bei jedem Stoß. Ich begegnete ihm Stoß für Stoß, die Nägel kratzten seinen Rücken hinunter, die Bindung sang so laut, dass ich sie in meinen Knochen spürte.
Als der Orgasmus kam, war er nicht sanft. Er war vernichtend. Ich kam um ihn herum mit einem gebrochenen Schrei, die Wände flatterten und klammerten sich fest, und er folgte sofort – brüllte meinen Namen, der Knoten verriegelte uns, während er mich mit heißen Pulsen überflutete.
Wir blieben verbunden, zitternd, atmeten einander ein. Seine Stirn lag an meiner. Seine Hand strich in langsamen Kreisen über meinen Rücken.
„Ich liebe dich“, flüsterte er, die Stimme zerrissen. „Nicht nur die Bindung. Nicht den Ring. Dich. Jeden Teil von dir – die Frau, die ein Restaurant aufgebaut hat, die sich Monstern entgegenstellte, die mich aus eigener Entscheidung gewählt hat.“
Tränen liefen mir über die Wangen, glücklich und frei. „Ich liebe dich auch. Mein rücksichtsloser Alpha. Mein Ehemann. Mein Mate.“
Wir blieben so, bis der Knoten nachließ, dann zog er sich sanft heraus und trug mich in die Dusche. Warmes Wasser strömte über uns, während er mich wusch – seifenschlüpfrige Hände streiften, der Mund nie weit von meiner Haut. Er sank wieder auf die Knie, wusch mich mit seiner Zunge, dann fickte er mich langsam und tief unter dem Strahl, der Knoten schwoll erneut an, aber diesmal verriegelte er nicht. Nur neckte. Nur versprach.
Danach trockneten wir uns gegenseitig mit lächerlicher Zärtlichkeit ab, lachten, als ich versuchte, sein Handtuch zu stehlen, und er mich wieder an die Theke drückte.
Blackwoods Stimme kam aus dem Lautsprecher des Telefons, während wir noch ineinander verschlungen lagen.
„Der Rat bricht auseinander. Die Hälfte der hochrangigen Alphas wechselt bereits die Seiten. Jeffs Familie fordert eine Notfallsitzung, um ihn zu enterben. Viktor hat gerade geschrieben – er zieht seine Drohungen zurück, wenn wir die Scheidung bestehen lassen. Er hat sogar angeboten, den erweiterten Restaurant-Raum zu bezahlen.“
Ich sah Kael an. Er lächelte, langsam und verheerend, und küsste den Scheitel meines Kopfes.
„Lass ihn zahlen“, sagte ich. „Wir nehmen alles. Und wir machen ihn vor Gericht fertig, falls er kämpfen will.“
Kael zog mich enger an sich, einen Arm um meine Taille. „Meine Frau. Denkt immer drei Schritte voraus.“
Die Bindung summte vor Zufriedenheit. Ich spürte seine Liebe durch sie hindurch – tief, stetig, unzerbrechlich. Kein Weglaufen mehr. Keine Käfige mehr. Nur wir, nur Freiheit, nur die erschreckende, berauschende Gewissheit, dass dieser Mann mich gewählt hatte, als niemand sonst es je getan hatte.
Später, als wir im Bett lagen, ineinander verschlungen, mein Kopf auf seiner Brust und seine Finger zeichneten träge Kreise über dem Claim-Mal, kam eine weitere Nachricht.
**Jeff: Ich komme für euch beide. Das ist noch nicht vorbei.**
Kaels Hand stockte auf meinem Rücken. Ich spürte seinen Alpha-Schub, schützend und wild, aber ich lächelte nur gegen seine Haut.
„Lass ihn kommen“, flüsterte ich. „Denn diesmal bin ich bereit. Und ich habe dich.“
Er küsste meine Stirn. „Und ich habe dich. Für immer.“
Draußen drehte die Stadt weiter.
Drinnen glühten wir weiter.
Und zum ersten Mal in meinem Leben wartete ich nicht darauf, dass die Freiheit mich fand.
Ich war diejenige, die sie wahr machte.
Einen Kuss, einen Knoten, eine Entscheidung nach der anderen.