Lukas’ Sicht Die Kryokammer stank nach Desinfektionsmittel und Ozon. Ich hatte Kriegsgebiete gesehen, die sich friedlicher anfühlten als diese Stille. Die Energie flackerte wie ein sterbendes Herz. Funken knisterten über die durchtrennten Leitungen an der Decke, und in der hintersten Ecke stand ihre Kapsel offen. Leer. Mein Puls hämmerte. „Maya – bleib hinter mir.“ Aber sie tat es nicht. Sie schritt bereits auf die Schatten zu, ihr Gang langsam, furchtlos, als würde sie von etwas Vertrautem angezogen. Oder von jemandem. Dann ertönte das Geräusch – nackte Füße auf Stahl. Echo. Gemessen. Aus der Dunkelheit tauchte sie auf. Maya – aber nicht. Dasselbe Gesicht. Dieselben Augen. Dasselbe verdammte Grinsen. Aber der Gesichtsausdruck? Der war völlig falsch. Er war ruhig. Zu ruhig. Wie

