Suna POV:
"Sicher, dass du schon gehen willst?" mittlerweile ist es schon der nächste Tag, früher Nachmittag um genau zu sein, und ich bin gerade dabei meine Schuhe anzuziehen. "Ja, Lisa. Bis die Jungs wieder zurück sind, dauert es zwar noch ein paar Stunden, aber... ach,keine ahnung. Ich brauche einfach noch etwas Zeit, um das alles zu verarbeiten." verstehend sieht sie mich an und umarmt mich dann, als ich mich wieder vom Boden erhebe.
,,Denk dran, wenn irgendwas ist, ruf an ja?" lächelnd nicke ich und verabschiede mich auch von den anderen mit einer Umarmung ,,bis morgen dann" ich schultere meinen Rucksack auf und mache mich auf den weg zur Bushaltestelle.
Wieder zu Hause angekommen schmeiße ich meinen Rucksack in mein Zimmer und begebe mich ins Badezimmer, um mich einmal kräftig abzuduschen. Ich habe immer nich das Gefühl von getrockneten Tränen auf meinem Gesicht und ich hasse es. Ich lasse das warme Wasser meinen Körper umhüllen und seufze auf. Man merkt, dass wir bald Winter haben. Es ist in den letzten Tagen um einiges kälter geworden und die sonst so schönen Bäume, verlieren langsam aber sicher ihre Blätter.
Nach circa 45 Minuten bewege ich mich dazu, die dusche zu verlassen und ziehe mir in meinem Zimmer gemütliche Klamotten an. Heißt also eine Jogginghose und einen von innen gefütterten Hoodie, den ich mal in Berlin mit meiner Mutter gekauft habe. Aber was soll ich jetzt mit den restlichen drei stunden, die ich noch alleine habe, anfangen? Die letzten 24 Stunden haben so viel verändert. Es ist, als hätte sich in meinem Kopf etwas zusammengesetzt und jetzt endlich Sinn ergeben. Die Wahrheit, die mir fast mein ganzes Leben lang vorenthalten wurde.
Mein Blick fällt auf das Bild neben meinem Bett. Es zeigt mich und die Jungs vor einiger Zeit, als ich sie ein mal beim Dance practice überrascht habe, um ihnen allen was zu essen mitzubringen. Als sie dann gegessen haben, habe ich ein Selfie gemacht, weil der Anblick von den sieben Jungs auf dem Boden sitzend einfach zu süß aussah. Ich nenne sie meine Familie, weil ich sonst niemanden mehr habe,
'Ich wende meinen Blick ab'doch jetzt stellt sich heraus, dass mich genau diese Familie von Tag eins lang belogen hat. Ich schüttele meinen Kopf. Ich sollte echt mal auf andere Gedanken kommen, gestern wurde schon genug geweint. Bei der Erinnerung an den gestrigen Tag muss ich lächeln. Es war wirklich schön, mal von den Tränen abgesehen, aber wir hatten wirklich viel Spaß und besonders gefallen haben mir die Lieder der anderen.
wir passen als gruppe wirklich sehr gut zusammen und- ,,Suna? Wir sind wieder daaa" höre ich Jins Stimme von unten rufen und erstarre. Ein schneller Blick auf mein Handy verrät mir, dass wir tatsächlich schon 18 Uhr haben. Was soll ich nur tun? Schnell schließe ich meine Zimmertür, setze mich mit Kopfhörern auf dem Kopf an meinen Schreibtisch, starte meine study Playlist auf Spotify und krame meine noch nicht ganz fertigen Mathe Hausaufgaben für den morgigen Schultag raus.
Wenn ich nicht antworte, denken sie vielleicht, ich bin noch nicht wieder zurück und lassen mich in Ruhe. Ihr fragt euch jetzt bestimmt, was ich hier gerade mache. Tja, ich mache das einzig Logische, das mir eingefallen ist. Ich verstecke mich und gehe der Konfrontation mit meinem Problem, was in diesem Fall ein Gespräch mit den Jungs ist, aus dem Weg. Ich weiß einfach noch nicht, wie ich mich ihnen gegenüber verhalten soll.
sollte ich sie direkt darauf ansprechen, dass ich von ihrer Lüge erfahren habe? Sollte ich einfach abwarten, bis sie von sich aus mit der Sprache rausrücken, auch wenn ich weiß, dass das wahrscheinlich nicht in naher Zukunft der Fall sein wird? Ich habe keine Ahnung und um ehrlich zu sein, will ich das auch garnicht.
Das einzige, das ich gerade mit Sicherheit weiß ist, dass ich noch nicht dazu bereit bin, sie damit zu konfrontieren. Ich gehe ihnen erstmal so gut es geht aus dem Weg. auch wenn das bedeutet, dass ich morgens früher aufstehen muss, um niemandem morgens in der küche oder wo auch immer zu begegnen, wenn ich zur Schule gehe.
Nachdem ich nun auch die letzte Aufgabe gelöst habe, packe ich mein Matheheft in meinen Rucksack. Plötzlich erhellt sich mein Bildschirm und eine Nachricht von Tae taucht auf meinem Sperrbildschirm auf: wir sind wieder zu Hause, wann kommst du wieder? lange beobachte ich die Nachricht, bis der Bildschirm wieder dunkel wird und ich mich beschließe, sie unbeantwortet zu lassen.
Eine Stunde des lernens ist vergangen und ich hatte schon komplett vergessen, wieso ich hier mit Kopfhörern sitze und Sonntag Abend freiwillig meine Hausaufgaben für in einer Woche mache, als meine Musik plötzlich von einem lauten Klingeln unterbrochen wird. ich werde angerufen. Verdammt, wieso ist der ton so laut. Gerade, als ich den Klingelton ton ausschalten will, wird meine Tür aufgerissen.
Vor lauter Schreck lasse ich mein Handy fallen und drehe mich erschrocken um. Jungkook steht an der Tür und schaut mich überrascht an. ,,Du bist ja doch zu Hause. Warum hast du nichts gesagt?" okay Suna, jetzt kurz durchatmen und einfach nur lügen. ,, i-ihr seit wieder zurück?" nervös nehme ich meine Kopfhörer vom Kopf und würde mir am liebsten selbst eine verpassen. Was besseres ist dir nicht eingefallen?
Auch jungkook schaut mich verwirrt an: ,,eh ja, schon seit etwas mehr als einer Stunde" gespielt überrascht sehe ich ihn an. ,, Oh. Tut mir leid, ich hab die ganze Zeit mit Kopfhörern Musik gehört und meine Hausaufgaben gemacht." Schnell drehe ich mich wieder zurück zu meinem Schreibtisch, um meine Sachen wieder Zusammenzupacken.Ich atme kurz durch und drehe mich dann wieder zu jungkook um.
dieser hat sich derweil an den Türramen gelehnt und beobachtet mich skeptisch mit einer hochgezogenen Augenbraue, was unglaublich heiß aussie- und total unwichtig ist. Schließlich zuckt er aber mit den schultern, als würde er gerade einen seiner Gedanken verwerfen und stellt sich dann wieder aufrecht hin ,, naja, wie auch immer. Wir wollen jetzt essen. Jin hat seinen berühmten Nudelauflauf gemacht"
uuuh der ist so himmlisch. Nervös lächele ich ihn an und will gerade an ihm vorbei aus meinem Zimmer laufen, ,,na dann" , als er meinen Weg mit seinem Arm versperrt und ich seinen Atem an meinem Gesicht spüre. Diese Szene könnte glatt aus einem K-Drama stammen, in dem der Junge das Mädchen nicht gehen lässt und ihr den Weg versperrt, woraufhin sie sich nervös zu ihm umdreht und erschreckend feststellt, wie no sich die beiden eigentlich sind.
Denn genau so ist es hier gerade. ,,bist du dir sicher," mit jedem Wort, kommt er meinem Gesicht ein Stückchen näher ,, ,dass das alles ist?" mit wackligen Augen schaue ich in die seine, die mir so tief in die Augen sehen, dass ich schon Angst habe, er könnte meine Gedanken lesen. Unsere Gesichter sind immer noch nur Millimeter von einander entfernt, als mir wider einfällt, was eigentlich mein Plan war. Ich gehe ihnen erstmal so gut es geht aus dem Weg.
Also räuspere ich mich : ,,eh ja. Ich denke das ist alles" und laufe schließlich unter seinem arm durch ins Esszimmer. Lass die Show beginnen.
Hey there, was ist euer Lieblings K-Drama? Also eins meiner Favouriten ist Goblin :)