Suna POV:
,, Danke fürs Essen aber ich hab noch... eh, Hausaufgaben zu erledigen. Also ja" ohne meinen Blick zu heben stehe ich schnell auf, nachdem ich mir das Essen nur so reingewürgt habe, um so wenig Zeit wie möglich hier zu verbringen, und verschwinde in meinem Zimmer, bevor irgendjemand etwas erwiedern kann. Angekommen schließe ich die Tür hinter mir und lasse mich an ihr auf den Boden sinken.
Verzweifelt greife ich mir in die Haare. Soll das jetzt immer so sein? So schnell wie möglich aufessen und verschinden, um ihnen auch ja nicht länger in ihre lügenden Geichter sehen zu müssen? Es fühlt sich falsch an, aber- ach keine Ahnung.
Als knapp eine Stunde des nichts tuens vergeht, öffnet sich auf ein mal langsam meine Tür, die licht in mein abgedunkeltes Zimmer bringt. ,,Suna, bist du noch wach?" höre ich Jungkooks vorsichtige Stimme. Ich setze mich auf mein Bett und schalte die kleine Nachttischlampe an. ,,Klar,was gibts" mitlerweile hat er sich auch seine bequemen Sachen angezogen und nun steht er mit grauer Jogginghose und weißem shirt vor mir.
Ich lasse meine Finger zart über die Bilder meines deutschen Kinderbuches schweifen. Ich hatte es seit dem Tot meiner Eltern immer unter meinem Kopfkissen. Nach Sekunden des Schweigens hebe ich jedoch unfreiwillig meinen Blick. Jungkook stand dort wie eine Statue und sah mich einfach nur an. Still und unauffällig, als wäre er nur ein Schatten.
Unsere Blicke kreuzen sich. ,,nichts besonderes. Ich... wollte dich nur sehen" alleine diese Worte lassen mein Herz schneller schlagen. ,,Was hast du da?" fragt er mich, als er auf mich zukommt und es sich schließlich neben mir auf dem Bett gemütlich macht. ,,Nur ein Buch aus meiner Kindheit" antworte ich ,,Meine Mutter hat es mir vorgelesen, wenn ich wegen Albträumen nicht schlafen konnte"
,,Wie heißt das Buch?" interessiert sieht er sich die Worte des Covers an, die für ihn natürlich keinen Sinn ergeben. Es ist schließlich Deutsch . ,,Der kleine Prinz" sage ich also.
,,Mama, Mama. Kannst du es mir nochmal vorlesen?" ,,Aber nur, wenn du mir versprichst dann auch zu schlafen. okay, mein Engel?" kichernd kuschelte sich mein 7-Jähriges ich unter die Decke und lauschte der warmen Stimme meiner Mutter, wie sie abermals mit der Geschichte anfing ,,also dann. Kapitel 1- Der kleine Prinz und seine Rose..."
Bei der Erinnerung klappe ich das Buch wieder zu und lasse es zurück unter mein Kopfkissen verschwinden. ,,Was habt ihr so gemacht?" ,,Hm?" immer noch in Gedanken wende ich mich zurück an Jungkook, dessen Nähe mir nicht wirklich dabei hilft, einen klaren Gedanken zu fassen. ;,Du und deine Freundinnen?" sagt er und schenkt mir sein honigsüßes Grinsen, wobei ich nicht versuche ihn anzustarren.
Ich räuspere mich kurz, bevor ich antworte ,,achso. Wir haben eigentlich hauptsächlich nur geredet... ach ja. Wir haben auch unsere Songs gemeinsam einstudiert. Wir haben ja nächste Woche unsere 'Abschlussprüfung'" ,,echt? Kann ich mal deins hören?" fragt er interessiert und ich überlege kurz, bevor ich mein Handy rauskrame und meine Audiodatei öffne. ,,
Wir hatten jetzt nur ein Klavier und Gitarre, deshalb hört es sich noch nicht so gut an, aber diese Woche arbeiten wir mit erfahrenen Schülern an Musikprogrammen." erkläre ich kurz, bevor ich das lied abspielen lasse. Die ganze Zeit über hat Jungkook seine Augen geschlossen, was es für mich schwer macht, zu erschließen, was er von dem Song hält.
Ich mein, er kennt ihn ja schon, schließlich haben wir ihn schon mehrmals zusammen auf der gitarre gespielt, aber so mit den anderen und den verteilten Parts ist es noch mal was ganz anderes. ,,Das hört sich schon echt gut an, ihr seid wirklich talentiert" seine worte bedeuten mir wirklich viel, denn ich weiß, dass er es mir ehrlich sagen würde, wenn ihm etwas nicht gefiele.
,,Danke" dankbar lächele ich ihn an. Nun sitzen wir hier und starren uns einfach nur an. Ich spüre seinen warmen Körper ganz deutlich neben mir und die Stimmung scheint wie elektrisiert. Auch fällt mir auf, dass sein Blick immer wieder den Weg von meinen Augen zu meinen Lippen findet und sei es nur für eine Millisekunde, doch es macht mich umso nervöser.
Als ich gerade so mitbekomme, dass sich sein Gesicht meinem langsam nähert, scheint jungkook 'zu sich zu kommen', denn nun entfernt er sich wieder etwas von mir und ich kann in seinen Augen ein Chaos an Gefühlen ausmachen. Nach ein paar Sekunden räuspert er sich ,,ehm, wollen wir vielleicht jetzt den Film gucken?"
Überfordert mit der sich plötzlich geänderten Situation bekomme ich nur ein ,,eh ja gerne" raus und ehe ich mich versehe ist er auch schon aus meinem Zimmer verschwunden, um seinen Laptop zu holen. wir hatten uns schon darauf geeinigt Avengers:Endgame zu sehen, da wir beide die Marvel Filme über alles lieben.
Nach drei Stunden inklusive Tränen meinerseits und beleidigenden Kommentaren an die Bösen von Jungkook, schaltet er seinen Computer wieder aus, wodurch nun komplette Finsternis in meinem Zimmer herscht. Ungefähr bei der Hälfte des Filmes hatte Jungkook seine Arme um mich gelegt und mich an sich gezogen,
womit ich zuerst komplett überfordert war, doch nach wenigen Sekunden war seine Nähe einfach nur mehr als angenehm. Seit dem hat sich unserer Position nicht geändert, nur die Tatsache, dass der Film nun seit mindestens 10 Minuten aus ist und ich fast im Halbschlaf bin, weil ich wegen der Übernachtung letzte Nacht nicht wirklich viel geschlafen habe.
Immer wieder fallen mir die Augen zu und ich hab das Gefühl ich bin wie in Trance (kennt ihr das?) ,,Suna?" höre ich Jungkooks stimme leise, fast schon flüsternd fragen ,,hm?" nuschele ich nur gegen seine Brust, was ihn wohl zum auflachen bringt, da ich das vibrieren seiner Brust spüre. ,,Wie lange wollen wir hier noch liegen bleiben?" er setzt sein kinn auf meinem Kopf ab, was mich dazu bringt, mich nur noch enger an ihn zu kuscheln.
Mir ist gerade alles egal. ,,für immer" bevor ich auch nur realisiere, was ich gerade gesagt habe, erfüllt sein raues Lachen den dunklen Raum. Das habe ich gerade nicht wirklich gesagt. ,,Für immer? Damit kann ich leben" mit diesen Worten zieht er die Decke über unsere Köpfe, was mich zum lachen bringt und auf ein mal zieht er mich in eine innige Umarmung.
Ein überraschtes Glucksen entfährt mir, was nun wiederrum ihn zum lachen bringt. So viel Körperkontakt wie in den letzten Stunden hatten wir noch nie und wenn ich ehrlich sein soll.. ich wünschte dieser Moment würde nie enden.
,,Lass uns einfach die ganze Nacht so liegen bleiben okay?" sanft streichelt er mir über den Kopf, während ich mir gähnend über meine Augen reibe, die vor lauter Müdigkeit schon gar nicht mehr aufgehen. ,,Mhm" gebe ich also nur von mir und spüre, wie Jungkook uns wieder von der Decke befreit.
,,Na dann. Gute Nacht" sagt er lächelnd und plaziert einen hauchzarten Kuss auf meiner Wange. ,,Gute Nacht" erwiedere ich flüsternd und bekomme im Halbschlaf noch mit, wie er mich an meiner Tallie zu sich zieht und ich meinen Kopf auf seiner Brust ablege. Sein beruhigender Herzschlag lässt mich schließlich komplett in einen tiefen Schlaf abdriften.
So könnte ich jede Nacht einschlafen.