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Das stille Gelübde des Mechanikers

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Sloane Cross hält nichts von Märchen; sie kümmert sich um Ölwechsel und Motorüberholungen. Als die Werkstatt ihres Vaters – das einzige Zuhause, das sie je gekannt hat – von einem skrupellosen Inkassobüro bedroht wird, bietet ihr der Teufel persönlich einen Rettungsanker an.Der zurückgezogen lebende, angeblich vernarbte Erbe des Thorne-Imperiums, Silas Thorne, braucht für ein Jahr eine Ehefrau, um seinen Posten als CEO zu sichern. Der Haken? Sie darf sein Gesicht niemals sehen. Sie wohnt in seinem Penthouse, spricht mit ihm durch eine gepanzerte Tür und spielt die Rolle der „Paper Queen“.Doch als ein charmanter, ölverschmierter Fahrer namens „Jax“ in ihrer Garage auftaucht, verliebt sich Sloane in einen Mann, der sie tatsächlich sieht. Was sie nicht weiß: Der Mann, in den sie sich draußen verliebt, ist derselbe Mann, mit dem sie im Dunkeln verheiratet ist. Und Silas Thorne spielt ein gefährliches Spiel, bei dem die Wahrheit die einzige Frau zerstören könnte, die jemals den „echten“ ihn geliebt hat.

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Kapitel 1
Der Schraubenschlüssel rutschte ab, und die Haut an Sloanes Fingerknöcheln wurde von der gezackten Kante eines verrosteten Krümmers aufgerissen. „Verdammt“, zischte sie, wobei das Wort wie ein abgehackter Atemzug aus ihr herauskam. Sie griff nicht nach einem Pflaster. Sie hatte keine Zeit für Pflaster. Stattdessen wischte sie das Blut auf ihren bereits fleckigen olivgrünen Overall und starrte auf den Unterboden des 98er-Sedans, der über ihr hing. Es war eine Metallleiche, und sie versuchte, mit einem Gebet und einem Satz abgedrehter Schrauben ein Wunder zu vollbringen. Die Luft in der Garage war stickig – sie roch nach altem Abgas, verbranntem Kaffee und dem drohenden Geruch von Regen. Es war der Geruch ihrer Kindheit, der Geruch des Erbes ihres Vaters, und gerade jetzt roch es nach Versagen. „Sloane? Bist du da drin?“ Sie kroch auf ihrem Rollbrett unter dem Auto hervor, wobei die Räder in einem Rhythmus quietschten, der ihr auf die Nerven ging. Dort stand Miller, ein Mann, dem man „von der Bank beauftragter Raubtier“ direkt von seinem Slim-Fit-Anzug ablesen konnte. Er wirkte fehl am Platz zwischen den Ölflecken und den Stapeln abgenutzter Reifen. „Ich arbeite, Miller“, sagte Sloane, stand auf und überragte ihn dank ihrer Arbeitsstiefel um einen Zentimeter. Sie wischte sich das Fett nicht von der Stirn; sie ließ es dort sitzen wie Kriegsbemalung. „Und wenn du nicht hier bist, um einen Ölwechsel zu bezahlen, begibst du dich unbefugt auf fremdem Grund.“ Miller zuckte nicht mit der Wimper. Er klopfte nur mit einer Manila-Mappe gegen seinen Oberschenkel. „Die Nachfrist ist heute Mittag abgelaufen, Sloane. Die medizinischen Pfandrechte deines Vaters, die Steuerrückstände auf das Grundstück, die Kredite für die Ausrüstung … es ist vorbei. Bis Montag werden die Schlösser ausgetauscht. Die Thorne Group wartet nicht gerne auf ihre Zinsen.“ „Die Thorne Group“, spie sie, ihre Stimme rau und ungeschliffen. „Silas Thorne würde den Wert harter Arbeit nicht erkennen, selbst wenn sie ihm direkt ins Gesicht schlagen würde – in sein zurückgezogenes, vergoldetes Gesicht.“ „Vorsicht“, warnte Miller und senkte die Stimme. „Ihm gehört dieser Dreck jetzt. Alles davon.“ Als Miller sich zurückzog, war die Stille, die folgte, schwerer als der Motorblock. Sloane ging ins Hinterzimmer – einen gläsernen Käfig, in dem ihr Vater früher gesessen hatte. Jetzt war es nur noch ein Friedhof aus Rechnungen und ein Foto von einem Mann, der seine eigene Tochter nicht mehr wiedererkannte. Da traf sie der emotionale Konflikt, scharf und kalt. Sie verlor nicht nur ein Gebäude; sie verlor den einzigen Ort, an dem sie das Gefühl hatte, zu existieren. Sie lehnte ihren Kopf gegen das kühle Glas, nur der grobe Garagenboden unter ihren Stiefeln hielt sie aufrecht. Sie war vierundzwanzig, und schon wurde sie von einem Mann lebendig begraben, der nicht einmal ihren Namen kannte. Endlich setzte der Regen ein und trommelte gegen das Wellblechdach wie tausend rasende Herzschläge. Kling. Klirrr. Ein Geräusch an der Garagentür ließ sie den Kopf hochschnellen. Ein schwarzer Limousine – von der Sorte, die mehr kostete als ihr ganzes Leben – stand mit laufendem Motor am Eingang. Ihre Scheinwerfer durchdrangen die Dunkelheit und blendeten sie. Die Tür öffnete sich, aber niemand stieg aus. Sloane trat aus dem Büro, den Schraubenschlüssel noch in der Hand. „Wir haben geschlossen!“, rief sie über den Regen hinweg. Ein Mann stieg auf der Beifahrerseite aus – kein Anzugträger, sondern ein Mann in einer dunklen, schlichten Jacke. Er blieb im Schatten stehen, sein Gesicht vom strömenden Regen verdeckt. „Sloane Cross?“, fragte er mit tiefer Stimme, deren Resonanz die Werkzeuge auf ihrer Werkbank zum Summen brachte. „Kommt drauf an, wer fragt“, erwiderte sie, während ihr Herz gegen ihre Rippen hämmerte. „Ich bin nicht wegen der Schulden hier“, sagte der Mann und trat einen Zentimeter näher. „Ich bin mit einem Vorschlag hier. Einem Ehevertrag. Ein Jahr deines Lebens im Austausch für jeden Cent, den du schuldest, und genug übrig, um sicherzustellen, dass dein Vater nie wieder einen Arzt vermissen muss.“ Sloane erstarrte. Die Absurdität der Situation hätte sie zum Lachen bringen müssen, doch die Verzweiflung in ihrem Innersten ließ sie schmerzen. „Wer hat dich geschickt? Thorne?“ „Mein Arbeitgeber benötigt eine Ehefrau“, sagte der Mann, wobei sein Tonfall zu etwas fast … Ermüdetem wechselte. „Und er benötigt jemanden, der ihn genug hasst, um die Vereinbarung streng professionell zu halten.“ Sloane machte einen Schritt auf das Auto zu, der Regen durchnässte ihr Haar augenblicklich. „Und wenn ich sein Gesicht sehen will, bevor ich meine Seele verpfeendere?“ Der Mann im Schatten hielt inne. „Das ist die einzige Bedingung, Sloane. Du wirst die Königin des Thorne-Imperiums sein, aber du wirst im Dunkeln leben. Du wirst unter keinen Umständen jemals sein Gesicht sehen.“ Sloane blickte zurück zur Garage, zu dem Rost und der Verwüstung, und dann wieder zu dem schnittigen, raubtierhaften Auto. „Wo ist der Haken?“, flüsterte sie. „Der Haken“, sagte der Mann und trat endlich ins Licht der Garage – obwohl seine Gesichtszüge frustrierend durchschnittlich blieben, wie bei einem Fahrer, der schon zu viel gesehen hatte –, „ist, dass es kein Zurück mehr gibt, sobald du Ja sagst. Der Ghost gewährt keine Scheidungen.“ Bevor Sloane antworten konnte, vibrierte ihr Handy in ihrer Tasche. Eine SMS aus der Pflegeeinrichtung. Notfall. Ihr Vater wurde auf die Intensivstation verlegt. Finanzierung durch die Versicherung abgelehnt. Die Welt geriet ins Wanken. Sloane blickte den Mann an – den Mann, den sie später als Jax kennenlernen würde – und ihr Griff um den Schraubenschlüssel lockerte sich, bis er klappernd auf den Betonboden fiel. „Fahren Sie“, sagte sie, ihre Stimme nur noch ein hohler Schatten ihrer selbst. „Bringen Sie mich zu ihm.“ Als Sloane auf den Rücksitz des Luxuswagens stieg, erwartete sie, allein zu sein. Stattdessen teilte ein schwerer Samtvorhang den Innenraum. Von der anderen Seite wurde ein Streichholz angezündet. Der Duft von teurem Zedernholz und etwas Metallischem – wie Blut oder Ozon – erfüllte den kleinen Raum. „Willkommen zu Hause, Mrs. Thorne“, dröhnte eine Stimme hinter dem Vorhang. Es war nicht die Stimme des Fahrers. Sie war kalt, befehlend und klang, als gehöre sie einem Mann, der bereits entschieden hatte, dass sie ihm gehörte. Sloane griff nach dem Vorhang, ihre Finger zitterten. „Wer sind Sie?“ „Ich bin der Mann, der gerade Ihr Leben gekauft hat“, antwortete die Stimme. „Fassen Sie die Seide nicht an, Sloane. Sie ist das Einzige, was Sie vor mir schützt.“

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