2

1320 Words
ANN „Was zum Teufel hast du dir dabei gedacht, in so einen Laden zu gehen?“ Rians Stimme schnitt durch die Wohnung, kaum dass die Tür hinter uns ins Schloss fiel. Ich zuckte zusammen, weil sie fast meine Schulter streifte. So viel zu einem Gentleman-Auftritt. Ich erinnerte mich noch genau an unser erstes Treffen. „Ich könnte dasselbe von dir fragen,“ sagte ich, ließ mich auf das Sofa fallen. „Dachte, du wärst nur für Kaffee zuständig.“ „Du bist schnell mit Urteilen für einen Mann, der für s*x bezahlt.“ Ein sarkastisches Lächeln spielte um meine Lippen. Er verzog leicht die Mundwinkel, als hätte ich etwas Amüsantes gesagt. „Ich zahle lieber, als mich selbst zu verkaufen.“ „Das ist dasselbe,“ murmelte ich und ließ die Worte hängen. „Aber jetzt wurde ich bezahlt. Du kannst jederzeit durch diese Tür gehen, Herr Kronfeld.“ Er rührte sich nicht. Wut und Verlangen verkrampften seinen Blick, bis der Raum zwischen uns geladen wirkte. „Wonach suchst du wirklich?“ Seine Stimme sank. Ich rückte näher. Sein Atem streifte meine Lippen – Whiskey und Hitze. „Ich bin hier, weil ich etwas Gutes wollte,“ flüsterte ich. „Nicht sicher, dass du liefern kannst.“ Sein Kiefer spannte sich einmal. Mit einer fließenden Bewegung zog er seine Jacke aus, offenbarte eine breite Brust, dunkle Haare, die nach unten sanken, und mein Herzschlag setzte plötzlich gegen meine Rippen aus – all die Fassung, die ich vorgab zu haben, verriet sich. „Willst du das testen?“ Bevor ich antworten konnte, packte er mein Handgelenk und führte meine Hand zu der Hitze hinter seinem Reißverschluss. Der Kontakt jagte einen scharfen Schock durch meine Adern, raubte mir den Atem. Instinktiv krümmten sich meine Finger, streichelten einmal – langsam, bewusst – dann fester, hungriger, obwohl jeder vernünftige Gedanke in meinem Kopf mir sagte, mich zurückzuziehen. Mein Körper ignorierte es. Es war rücksichtslos. Chaotisch. Und doch übertönte das Verlangen zwischen meinen Beinen alles andere. Ein langsames, wissendes Lächeln legte sich auf seinen Mund, während er einen Schritt zurücktrat, gerade genug, um die Krawatte zu lockern und fallen zu lassen. Stück für Stück öffnete er das Hemd, Muskeln und schwache Narben spielten im schwachen Licht. Ich schluckte, unfähig, woanders hinzusehen. Er drehte mich sanft, doch mit eindeutiger Absicht, und glitt mit einer flüssigen Bewegung den Reißverschluss meines Kleides herunter. Es fiel über meine Haut und sammelte sich an meinen Füßen. Meine Unterwäsche folgte, seine Daumen hoben den Stoff und ließen ihn langsam gleiten, sodass kühle Luft meine Oberschenkel streifte, bevor seine Hände wiederkehrten, warm und sicher. Seine Finger glitten zwischen meine Schenkel und entdeckten, wie nass ich bereits war. Ein scharfer Atem entwich mir, während meine Hüften sich ihm unwillkürlich zuwandten. Er rollte das Kondom mit geübter Leichtigkeit über, bevor er sich auf das Sofa setzte und mich in einer einzigen, bewussten Bewegung auf sich zog. Ich stritt mich nicht, sondern saß auf seinem Schoß, eine Hand auf seiner Schulter abgestützt, die andere führte ihn zu meinem Eingang. Sein Griff um meine Hüfte verstärkte sich, gerade bevor er in einem langen, dehnenden Stoß eindrang, der mich vollständig ausfüllte und meine Gedanken zerstreute. „Oh… fuck.“ Die Worte entglitten mir in einem wackeligen Ausatmen, während das Gefühl von Schmerz und Lust verschwamm. Unsere Blicke trafen sich, und für einen Atemzug verschwand der Rest der Welt. Ich lehnte mich vor und küsste ihn – zunächst zaghaft, dann verzweifelt. Er stöhnte tief gegen meinen Mund, während mein Körper sich um ihn spannte, und ich erstickte das Stöhnen an seinen Lippen, während Schauer meinen Rücken hinabflossen. Ohne den Rhythmus zu unterbrechen, hob er mich, drehte mich und positionierte mich auf den Knien am Rand des Sofas. Als er sich zurückgleiten ließ, jagte der tiefere Winkel Funken durch mich. Jeder Stoß ließ mir den Atem stocken. Meine Nägel kratzten über das Leder unter uns. Scham wickelte sich eng um meine Brust – er hatte dafür bezahlt, und dennoch drängte ich zurück, gierig nach jedem Zentimeter, als könnte ich nicht genug von dem Mann bekommen, der mich gekauft hatte. „Ich komme gleich wieder,“ keuchte ich. „Komm für mich.“ Seine Stimme war rau. Finger glitten durch mein Haar, neigten meinen Kopf zurück. „Lass dich völlig gehen.“ Ein letzter tiefer Stoß. Er hielt inne, tief in mir, und die Hitze von ihm katapultierte meinen Orgasmus. Ich zitterte, das Sichtfeld verschwamm, während die Welle über mich hinwegrollte. Schweiß klebte an unserer Haut. Meine Glieder wurden schwer und locker, als die Spannung endlich nachließ. Er zog sich langsam zurück. „Jesus,“ murmelte er, Brust heftig hebend und senkend. „Dusche.“ Er griff nach meiner Hand. Dampf füllte das Bad, während heißes Wasser lief. Er zog das Kondom ab und warf es beiseite, dann löste er vorsichtig meinen BH. Der Spiegel spiegelte uns beide – seine scharfen Konturen und Kontrolle, meine gerötete Haut und wirres Haar. Fünfzehn Minuten in seinem Raum, und jede Grenze, die ich mir geschworen hatte, war verschwunden. Er strich mir Haare vom Nacken, die Lippen streiften die empfindliche Haut dort. „Du warst unglaublich,“ hauchte er mir ins Ohr. Ich hob die Hand an seine Wange, traf seinen Blick im Spiegel, dann drehte ich mich und küsste ihn langsam. Der Kuss vertiefte sich schnell – Hitze, Zungen, Dringlichkeit. Er presste mich gegen die Fliesen, sein Körper wieder hart, als er über meinen Bauch glitt. Meine Beine schlangen sich um seine Taille. Er hob mich mühelos und glitt zurück hinein – sanft, perfekt, präzise. Etwas verdrehte sich schmerzhaft in meiner Brust, als wäre dies genau der Ort, an dem wir sein sollten. „Fuck,“ flüsterte er in meinen Mund. Dann verharrte er. Er zog sich abrupt zurück, senkte mich mit zitternden Händen auf die Füße. „Was ist los?“ Meine Stimme klang dünn. Er strich sich über das Gesicht, die Augen dunkel und abwesend. „Ich kann das nicht. Nicht so.“ „Rian—“ Er griff nach einem Handtuch, wickelte es um die Taille und ging ohne ein weiteres Wort hinaus. Wahrscheinlich, um ein Kondom zu holen… Ich drehte den Wasserhahn auf, ließ heißes Wasser laufen und trat unter den Strahl. Dampf stieg um mich herum, warm auf meiner Haut. Ein wackeliges, verwirrtes Lächeln legte sich auf meine Lippen, während meine Gedanken wirbelten. Diese Nacht ergab keinen Sinn. Als er zurückkam, war er vollständig angezogen – Hemd gebügelt, Jacke über dem Arm. „Ich muss gehen,“ sagte er. „Was?“ Seine Augen trafen die meinen, doch er erklärte nichts. „Was machst du?“ Ich runzelte die Stirn. „Wir haben die ganze Nacht.“ „Wir sehen uns später.“ Ohne ein weiteres Wort stürmte er aus dem Zimmer. Ich drehte die Dusche ab, schnappte mir ein Handtuch und lief hinterher. „Was? Warum?“ rief ich. „Ich muss gehen.“ „Wohin?“ „Nach Hause.“ Mein Magen sackte zusammen, als sich alles zusammensetzte. „Machst du Witze?“ schoss es mir heraus, schärfer als beabsichtigt. Er antwortete nicht. „Bist du… verheiratet?“ Er stoppte und drehte sich mir zu. „Was?“ „Du bist verheiratet!“ Ich rief. „Du hast eine Frau, eine Familie, nicht wahr? Deshalb kommst du hierher. Deshalb musst du gehen?“ Sein Gesicht verzog sich, Ekel blitzte über seine Züge. „Was?“ Ein Kloß stieg mir in den Hals. Ich fühlte mich billig, benutzt, wie die niedrigste Version meiner selbst. „Bist du verheiratet?“ flüsterte ich, kaum fähig, ihm in die Augen zu sehen. „Nein.“ „Wartet jemand zu Hause auf dich?“ „Geht dich nichts an,“ schnappte er, doch unter seinen Worten lag Spannung. Er fuhr sich durch die Haare. „Ich bin Single,“ gab er schließlich zu, Stimme rau und leise. „Nicht dass es zählt.“ Dann drehte er sich um und ging.
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD