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VOLLGAS INS VERDERBEN

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„Ich hasse dich. Ich hasse deine Rücksichtslosigkeit, wie du alles niederbrennst, was ich mir mühsam aufgebaut habe. Aber verdammt – ich hasse es noch mehr, dass ich dich liebe."

Ein einziger Fehler, der alles verändert.

Ein Mann, den sie nicht aus dem Kopf bekommt – egal, wie sehr sie es versucht.

Malvina Engelhardt hat ihr Leben auf Kontrolle gebaut. Seit der Beerdigung ihres Vaters ist jede Stunde durchgetaktet. Sie ist die Vernünftige. Die, auf die man zählen kann. Impulsiv? Nicht mit ihr.

Und schon gar nicht mit Kasimir.

Kasimir ist das schwarze Schaf seiner Familie – ungezähmt, bindungsunfähig, immer mit einem Fuß schon auf dem Gaspedal Richtung Stadtgrenze. Er ist genau die Sorte Chaos, der Malvina ihr ganzes Leben lang aus dem Weg gegangen ist.

Doch als ihre Freunde sie eines Abends nach Ladenschluss in einen Club zerren, gerät die Nacht außer Kontrolle – zu viel Whiskey, zu laute Musik und eine einzige unüberlegte Entscheidung, die in einer Flasche Bourbon und einer Nacht endet, nach der nichts mehr ist wie vorher.

Sie nennt es einen Fehler. Er nennt es das Ehrlichste, was sie je getan hat.

Aber Kasimir verschwindet nicht einfach. Er steht morgens um vier mit Kaffee vor ihrer Tür, kriecht ihr unter die Haut und löst Stück für Stück den Panzer der braven Tochter, den sie seit Jahren trägt. Was als einmalige Sache begann, wird zu etwas gefährlich Echtem: nächtliche Autofahrten, stille Geborgenheit und Geständnisse, die nicht verbrennen – sondern wärmen.

Ist das ein Feuer, das zwangsläufig erlischt, oder das Einzige, was sie beide am Leben hält?

Er war nie dazu bestimmt zu bleiben.

Sie war nie dazu bestimmt, alles aufs Spiel zu setzen.

Aber manche Feuer sind es wert, dass man für sie verbrennt.

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Vina „Oh … Scheiße!“ Ich erstarrte, eine verirrte Socke baumelte in meiner Hand. Kasimir war längst wach, auf die Ellbogen gestützt, die Augen auf mich geheftet wie ein Raubtier, das gerade die köstlichste Beute entdeckt hat. „Morgen“, brummte er. Dieser undurchschaubare Blick war wieder da — der, der mich ohne jede Berührung auszog. Meine Haut prickelte, plötzlich zu eng, zu wach für jeden Zentimeter, den er letzte Nacht schon für sich beansprucht hatte. „Du hast mich erschreckt!“, fauchte ich und verschränkte die Arme vor der Brust. Völlig sinnlos. Er hatte ohnehin alles gesehen. Hitze schoss mir ins Gesicht bei der Erinnerung. „Ungefähr zu dem Zeitpunkt, als du diesen grauenhaften Bademantel fallen gelassen hast“, grinste er. Mein Gesicht brannte noch stärker. „Arsch. Du hättest sagen können, dass du wach bist.“ „Und mir die Show entgehen lassen?“ Er lehnte sich entspannt ans Kopfteil, vollkommen unbeeindruckt von seiner Nacktheit, während das Laken gefährlich tief über seine Hüften rutschte. Die Tattoos auf seinem Arm verschoben sich, als er die Muskeln anspannte — und mein Blick folgte ihnen gegen meinen Willen. „So heilig bin ich nun auch wieder nicht, Malvina.“ „Idiot“, murmelte ich. Gott, ich musste wirklich weniger trinken. Das war alles Annikas und Nils’ Schuld — sie hatten mich in diesen Club geschleppt, mir Shots hingestellt wie Wasser und getan, als würde eine einzige unvernünftige Nacht mich am nächsten Morgen nicht vollkommen ausgehöhlt zurücklassen. „Kein Mann bei Verstand hätte weggesehen. Das war verdammt heiß.“ Seine Stimme wurde tiefer. „Willst du rüberkommen und sehen, wie heiß es noch ist?“ Mein Magen machte einen Satz — Verlangen gegen Panik. Ein Teil von mir wollte zurück unter die Decke kriechen, mich wieder von ihm auseinandernehmen lassen, bis ich meinen eigenen Namen vergaß. Der Rest schrie, ich solle rennen. „Ich muss zur Arbeit.“ Ich richtete mich auf und funkelte ihn an, um das Zittern in meinen Händen zu verbergen. „Ich gehe in dreißig Minuten, und ich lasse dich garantiert nicht in meinem Bett zurück. Aufstehen.“ „Dein Zimmer ist sehr …“ Er rollte sich ein Stück zur Seite, sein Grinsen wurde breiter, während er die Pastelltöne, die kleinen Figuren auf der Kommode, meine sorgfältig kuratierte kleine sichere Welt musterte. „Mädchenhaft.“ „Ich bin ein Mädchen“, schoss ich zurück und stapfte zum Schrank, nur um zu verbergen, wie mein Herz raste. „Oh, das weiß ich.“ Sein Ton wurde spielerisch. „Aber ich glaube, ich würde dich lieber als Frau bezeichnen.“ „Aufstehen“, knurrte ich, schnappte mir einen Schuh und deutete damit auf ihn. „Ich muss los.“ In einer einzigen geschmeidigen Bewegung warf er die Decke weg und enthüllte jeden Zentimeter von sich — die Spuren der letzten Nacht noch deutlich auf seiner Haut. Mir stockte der Atem; ich wirbelte hastig herum, die Wangen in Flammen, doch das Bild brannte weiter hinter meinen Lidern. „Gott, du bist unerträglich“, zischte ich. „Was genau verstehst du an ‚Ich muss gehen‘ nicht? Raus!“ „Du bist nicht besonders nett“, neckte er, aber seine Stimme war weicher geworden, als hätte er das Zittern bemerkt. „Ich muss nicht nett sein. Du musst gehen.“ „Willst du mir nicht wenigstens Kaffee oder Toast anbieten? Gar nichts?“ Er trat näher; ich spürte die Wärme seines Körpers an meinem Rücken. „Nein.“ „Malvina, hey …“ Seine Hand streckte sich aus, und ich zuckte zurück, bevor er mich berühren konnte. „Ist irgendwas?“ „Es hat sich nichts geändert.“ „Malvina.“ Er sagte meinen Namen wie eine Liebkosung, und verdammt, mir gefiel, wie er klang — viel zu sehr. „Kasimir, letzte Nacht war ein Fehler.“ Die Worte schmeckten bitter, aber ich zwang sie heraus. „Hat sich für mich nicht wie einer angefühlt.“ Ich holte zittrig Luft. „War es aber. Bilde dir bloß nichts darauf ein. Wir haben getrunken, getanzt, miteinander geschlafen. Das ist alles. Mehr war da nicht. Tu nicht so, als würdest du so etwas nicht ständig machen.“ „Mach ich nicht“, sagte er schlicht, und diese ruhige Ehrlichkeit ließ meine Abwehr bröckeln. „Oh. Also … ich auch nicht.“ Ich schüttelte den Kopf und suchte nach Worten. „Letzte Nacht war ich …“ „Du warst …?“ forderte er sanft, aber unerbittlich. „Ich hatte viel getrunken“, versuchte ich. „Nein.“ Seine Stimme wurde schärfer. „Versuch gar nicht erst die Ausrede. Du warst nicht betrunken. Du wirst mir nicht anhängen, ich hätte dich ausgenutzt.“ „Nein, war ich nicht.“ Das Geständnis rutschte mir heraus. „Ich war einsam.“ „Du warst einsam?“ „Ja. Das ist alles. Ich wollte einfach … ein bisschen Spaß. Keine große Sache. Es wird nicht wieder passieren.“ „Es war Spaß“, zuckte er mit den Schultern. „Aber ich finde nicht, dass wir uns gleich auf ‚nie wieder‘ festlegen müssen.“ Im Ernst? Für wen hielt er mich eigentlich? „Nur damit du’s weißt: Ich hatte letzte Nacht eine gute Zeit. Und ich meine nicht nur den Sex.“ Ich sah zu ihm auf. „Es war schön, aber es kann nicht wieder passieren. Du und ich sind keine Freunde.“ „Könnten wir aber sein. Ich finde, das haben wir letzte Nacht bewiesen“, meinte er. „Nein, das war s*x. Das waren zwei Menschen, die dringend jemanden brauchten“, schnappte ich. „Du brauchtest jemanden.“ Er grinste. „Ich wäre auch allein nach Hause gegangen.“ „Siehst du, genau deshalb können wir keine Freunde sein.“ „Warum?“ „Weil du unverschämt bist.“ „Ich habe nur Tatsachen festgestellt.“ Er trat näher; ich konnte ihn riechen — Leder, Rauch, mich. „Du hast gesagt, der einzige Grund, warum ich grünes Licht bekommen habe, deinen Elfenbeinturm zu stürmen, war Einsamkeit. Ist das nicht nur ein anderes Wort für geil? Du wolltest jemanden. Ich war bereit. Verfügbar. Oder?“ „Ernsthaft? So formulierst du das?“ stöhnte ich, erschöpft, doch meine Stimme brach beinahe. „Wie soll ich’s denn formulieren? Hast du dich nach etwas Echtem gesehnt? Hast du mich gewählt, weil ich der Einzige war, der dir das geben konnte — das, was du gebraucht hast?“ Ich erstarrte. Keine Antwort kam — weil ich es nicht einmal mir selbst eingestehen konnte. Aber Gott, er hatte es. Und die Erinnerung daran — wie ich unter ihm auseinandergefallen war — pulsierte noch immer zwischen meinen Schenkeln. „Du gehst einfach davon aus, dass du mich zufrieden gestellt hast“, zischte ich. „Das war offensichtlich.“ Er beugte sich so nah heran, dass sein Atem meine Lippen streifte. „Du hast meinen Namen geschrien, Malvina. Vor Lust.“ Bevor ich nachdenken konnte, klatschte meine Hand gegen seine Wange. Hart. Das Stechen schoss meinen Arm hinauf, aber ich spürte es kaum vor lauter Wut. Er zuckte nicht einmal. Stattdessen war er schneller, als ich erwartete — packte mich, drehte mich herum und zog mich an sich. Seine Brust war hart gegen meine, seine Hände fest an meiner Taille. „Du glaubst, letzte Nacht war nur Einsamkeit?“ Seine Stimme sank, dunkel und gefährlich. „Ich wollte dich, seit dem Tag, an dem du mich vor allen Leuten zum Teufel geschickt hast.“

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