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1335 Words
Vina „Sag mir jetzt“, sagte er leise, eine Hand gegen den Türrahmen gestützt. „Ist das eine höfliche Einladung … oder eine katastrophale Idee?“ Das Abendessen hatte uns beide aus der Bahn geworfen — Lachen, scharf wie Glas, Streitgespräche, die sich anfühlten wie Vorspiel, Geständnisse, die ich nie hatte aussprechen wollen. Die Stunden waren viel zu leicht vergangen, viel zu warm, und als ich ihn bat, mich nach Hause zu fahren, ging es nie wirklich um die Fahrt. Jetzt füllte er meinen Türrahmen aus, breite Schultern, stille Intensität, und die Frage hing zwischen uns wie Rauch. „Komm rein, du Dummerchen. Ich dachte an Tee.“ Eine glatte Lüge. Ich wollte letzte Nacht zurück. Dringend. Aber es laut zu sagen fühlte sich zu verletzlich an. Er trat trotzdem ein, die Tür klickte hinter ihm zu. Sein Lachen rollte durch den kleinen Raum — tief, wissend. „Ich wollte nur sicher sein, dass ich wirklich wegen Tee hier bin und nicht wegen … etwas anderem.“ „Wir könnten Wodka reinkippen“, bot ich an und wandte mich schon dem Wasserkocher zu, damit er nicht sah, wie meine Hände zitterten. „Kein Alkohol mehr, Malvina.“ Sein Blick hielt mich fest. „Heute nicht.“ „Okay.“ Das Wort klang klein. Plötzlich wirkte die Küche zu hell, zu still. „Malvina.“ Er sagte meinen Namen wie ein Geheimnis. „Willst du wirklich Tee?“ „Nein.“ „Gut.“ Mit zwei Schritten war er bei mir, nahm mir sanft die Teedose aus den Fingern und stellte sie auf die Arbeitsfläche. Seine Hände legten sich an meine Hüften und zogen mich an ihn, bis ich seine feste Wärme durch den Stoff spürte. Seine Stirn ruhte an meiner, sein Atem warm und unruhig. „Ich habe seit letzter Nacht nicht aufgehört, an dich zu denken“, flüsterte er, seine Lippen streiften meine nur hauchzart. „Ich habe jede Sekunde noch mal erlebt. Ich will dich wieder. Und wieder. Bis wir beide nicht mehr können.“ Etwas in mir brach auf. Ich schnellte hoch und küsste ihn hart — hungrig, ungeordnet, voller Zähne und Verlangen. Er erwiderte es mit derselben Glut, seine Hände glitten nach oben, um mein Gesicht zu halten, Daumen an meinem Kiefer, während seine Zunge meine suchte, tief und fordernd. Meine Finger krallten sich in seine Hüften, zogen ihn näher, bis ich mich an ihn pressen konnte. Die Reibung jagte Funken meine Wirbelsäule hinauf. Ein Laut entwich mir, hemmungslos. „Langsam“, keuchte er und löste den Kuss gerade weit genug, um Luft zu holen. „Kann ich nicht.“ „Ich hab dich, Prinzessin. Versprochen.“ Doch seine Kontrolle bröckelte — ich spürte es am Zittern seiner Hände. „Ich brauche dich jetzt.“ Mit einer geschmeidigen Bewegung hob er mich hoch. Meine Beine schlangen sich instinktiv um seine Taille, die Arme um seinen Nacken, während er mich ins Schlafzimmer trug. Sanft setzte er mich neben dem Bett ab und knipste die Lampe an. Warmes, goldenes Licht floss über uns, und ich war dankbar — er gab mir die Gelegenheit, ihn klar zu sehen, als die Kleidung fiel. Er streifte mir die Jacke ab und ließ sie fallen. Zog mir das Shirt in einer einzigen fließenden Bewegung über den Kopf. Öffnete den BH und ließ auch ihn zu Boden gleiten. Seine Augen verdunkelten sich, als sie über meine nackte Haut wanderten; er umfasste eine Brust, sein Daumen kreiste über die Spitze, bis sie sich unter seiner Berührung aufrichtete und ich nach Luft schnappte. Ich beobachtete gebannt, wie diese großen Hände mich erkundeten — langsam, beinahe ehrfürchtig, neckend — bevor sie nach unten glitten, den Knopf meiner Jeans öffneten. Bedächtig zog er sie mir aus, kniete sogar, um Denim und Spitze hinabzustreifen, bis ich nackt vor ihm stand, die Haut warm und prickelnd unter seinem Blick. Ich hielt seinem Blick stand. Ließ ihn schauen. „Du bist das Schönste, was ich je gesehen habe“, sagte er, die Stimme rau vor etwas, das fast wie Ehrfurcht klang. Ungeduld durchzuckte mich. Ich stieß seine Lederjacke von den Schultern, zog ihm das Shirt über den Kopf und machte mich an seine Jeans. Meine Finger zitterten, als ich ihn befreite — hart, schwer, bereit. Er zischte leise, als ich ihn umfasste und langsam, fest strich. „Malvina“, knurrte er. „Hm?“ Mit trägen Fingerspitzen zeichnete ich die Linien der Tinte auf seiner Brust nach. „Langsam geht heute nicht. Ich will dich genießen, aber ich bin so verdammt hart, dass es weh tut.“ Mein Blick sank zu meiner Hand. Ich drückte leicht zu; sein Kopf fiel mit einem Stöhnen zurück. „Willst du sagen, du musst in mir sein?“ „Nicht müssen. Müssen klingt zu harmlos. Es ist verdammt noch mal notwendig.“ Ich stellte mich auf die Zehenspitzen, küsste ihn tief und zog den Kuss in die Länge, bis seine Selbstbeherrschung riss. Seine Hand vergrub sich in meinem Haar, legte meinen Hals frei. Seine Zähne streiften meine Haut, dann sog er fest genug, um Spuren zu hinterlassen. Ich stöhnte und klammerte mich an seine Schultern, während seine freie Hand zwischen meine Schenkel glitt. Lust explodierte so plötzlich, dass mir ein Aufschrei entfuhr. Als die Wellen verebbten, küsste er meinen Kiefer, meinen Hals, zeichnete mich erneut mit seinem Mund. „Dreh dich um.“ Ich gehorchte, beugte mich vor, die Hände am glatten Holzende des Bettes abgestützt. Seine Hand strich meinen Rücken hinab, umfasste mich, spreizte mich sanft. Hitze an meinem Eingang, Druck — dann schob er sich langsam hinein, dehnte mich Zentimeter für Zentimeter, bis er ganz in mir war und ein heiseres Geräusch ausstieß. „Oh Gott“, hauchte ich. „Du fühlst dich …“ Seine Stimme brach. „So verdammt perfekt an.“ „Beweg dich.“ Er tat es. Hart. Tief. Jeder Stoß ließ mich nach vorn kippen, bis das Bettgestell das Einzige war, was mich aufrecht hielt. Ich drückte mich ihm entgegen, gierig nach mehr, das leise Klatschen unserer Körper erfüllte den Raum. „Hör nicht auf“, keuchte ich. Er packte meine Hüften, traf tiefer, unerbittlich. Lust spannte sich, riss — ich kam mit einem gebrochenen Laut. Sekunden später folgte er, presste sich ganz an mich, bebte. Wir blieben so, ineinander verschränkt, der Atem rau. Sein Arm legte sich um meine Taille und zog mich aufrecht, sodass mein Rücken an seiner Brust lag. Sein Herz hämmerte gegen meine Wirbelsäule. „Alles okay?“, murmelte er an meinem Ohr. „Mehr als okay.“ „Hab ich dir nicht wehgetan?“ „Nein.“ Ich drehte mich in seinen Armen, schlang meine um ihn und legte die Wange an seine Brust. Sein Herz raste noch immer unter meinem Ohr. Wir standen einfach so da — nackt, erschöpft, still festhaltend. Es fühlte sich intimer an als alles zuvor. „Bleib“, flüsterte ich, erschrocken bei dem Gedanken, er könnte verschwinden. „Okay.“ Ich knipste die Lampe aus und schlüpfte unter die Decke. Er folgte, zog mich an sich — mein Kopf auf seiner Brust, sein Arm warm um mich gelegt. Zum ersten Mal fühlte sich Nähe nicht fremd an. Nach Jahren, in denen wir uns mit Trotz und Verleugnung umkreist hatten, fühlte sich das hier — wir — an wie der einzige Ort, auf den alles immer hinausgelaufen war. „Hör auf, so viel zu denken“, murmelte er und küsste mein Haar. „Lass es einfach sein.“ Ich lächelte gegen seine Haut. „Das ist verrückt, weißt du.“ „Verrückt hat sich noch nie so richtig angefühlt“, sagte er leise. „Mir dreht sich immer noch der Kopf.“ Sein Atem wurde ruhig, gleichmäßig. Die Wärme in meiner Brust blieb … und verdrehte sich langsam. Was, wenn der Morgen kam und die alten Feindschaften zurückkehrten? Was, wenn er aufwachte, jede Sekunde bereute — und entschied, dass ich nur ein weiterer Fehler war, den er nicht behalten konnte?
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