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Die verfluchte Braut des Alphas

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Eines solltest du über mich wissen: Ich bin ein Wolf ohne Fell und besondere Fähigkeiten. Obwohl ich in meinem Rudel eine Außenseiterin bin und mein Gefährte mich für meine Schwester verlassen hat, bin ich durch pures Glück nun mit Alpha-König Conry verheiratet. Ich weiß, ich weiß, ich habe es geschafft, aber werde ich nachtragend und rachsüchtig? Na klar! Und urteile nicht über mich, du weißt doch, dass du deinen Ex auch hasst.

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KAPITEL 1
***VERA*** „Such dir heute Abend bei der Zeremonie deinen Seelenverwandten. Komm nicht früh nach Hause – bleib. Vielleicht wartet er schon“, sagte Mutter und zupfte Tricias Zopf zurecht. „Ich bin nicht so der Partymensch, also ja, ich gehe gleich nach der Hürde“, antwortete Tricia mit einem trägen Lächeln. Mutter zwickte sie trotzdem ins Ohr. „Meine Worte galten nicht dir. Ich habe mit Vera gesprochen.“ Ich lächelte, denn Lächeln kostete weniger Atem als Sprechen. Meine Finger waren ruhig, obwohl sich mein Herz wie ein gefangenes Tier anfühlte. Ich strich mir zum zwanzigsten Mal über die Wimpern, und der Spiegel zeigte das Bild, für das ich monatelang gearbeitet hatte: ein Kleid, das das Licht in sanften Wellen einfing, das Haar zurückgesteckt, sodass mein Hals sichtbar war. Ich hatte diesen Auftritt so lange geübt, bis mir allein der Gedanke daran die Wangen schmerzten. Heute Abend würde es so weit sein. „Warum so viel Aufwand? Es ist die Zeremonie der Luna, keine Partnersuche“, neckte Tricia und strich sich eine verirrte Locke hinter das Ohr. „Es fühlt sich einfach richtig an“, sagte ich und drehte mich einmal vor dem Ankleidespiegel. Die Seide strich sanft über meine Beine. Letzte Woche hatte ich mit dem Alpha gesprochen – zwei atemlose Minuten – und irgendetwas in mir hatte Klick gemacht. Ich hatte es in meiner Brust und entlang meiner Wirbelsäule gespürt. Ich hatte es gewusst, und ich war mir sicher gewesen, dass er es auch wusste. „Vera, dein Make-up war vor fünf Minuten perfekt. Und vor zehn. Und vor fünfzehn …“, sang Tricia lächelnd. Sie stupste mich an, und ich lachte, mein Lachen klang nervös und brüchig. Draußen strömten die Menschen herbei. Ich sprang aus dem Auto, und die Welt wurde von bewundernden Gemurmel erfüllt. „Rein!“, piepste ich, nahm Tricias Hand und rannte in die erste Reihe. Ich wollte, dass der Alpha mich schnell fand, wollte, dass alle Augenpaare den Moment sahen, in dem er mich abholte. Stolz hatte sich immer wie ein Versprechen angefühlt. „Wir sind eine Stunde zu früh“, sagte Tricia, als ich sie über die leeren Stühle zog. „Du bist lächerlich.“ „Umso besser“, flüsterte ich. Ich hatte einen Plan; ich hatte einen Platz ganz vorne reserviert, damit er nicht suchen musste. Es würde schnell, feierlich, perfekt sein. Das Rudel würde sich an die Nacht erinnern, in der der Alpha mich endlich für sich beanspruchte. Dann tauchte Lana wie ein plötzlicher Schatten auf. Sie warf ihr Haar zurück, setzte ein geübtes Lächeln auf und beugte sich gerade so nah vor, dass ich sie hören konnte. „Was macht so eine Schande in der ersten Reihe? Willst du etwa die Luna-Zeremonie verhexen?“ Mein Magen verkrampfte sich zu einem kleinen, kalten Stein. Alles in mir sträubte sich. Mein Leben lang hatte ich mich zurückgenommen, um Platz für andere zu machen; heute Abend hatte ich beschlossen, das nicht zu tun. „Von wem redet sie?“, flüsterte ich Tricia zu, zu laut, um sie nicht zu verraten. „Wer denn sonst?“, spottete Lana, bevor sie wütend davonstürmte. Ihre Gefolgschaft folgte ihr, die Augen voller Bosheit. Tricia stellte sich schützend zwischen uns. „Schämt ihr euch denn gar nicht, meine Schwester immer wieder zu demütigen?“, fragte sie fordernd. „Du bist erbärmlich, Vera“, sagte Lana, als wären ihre Worte ein Urteil. „Deine kleine Schwester muss dich verteidigen.“ Ich holte hohl Luft und spürte, wie sich etwas Kaltes in meiner Brust zusammenzog – keine Angst. Noch nicht. Entschlossenheit. „In ein paar Stunden, Lana, werde ich dir eine Antwort geben, die deinem Status angemessen ist“, sagte ich laut genug, dass sich Köpfe umdrehten und Geflüster wie zerrissene Fäden verhakten. Sie blinzelten. Ihr Grinsen verschwand für einen kurzen Augenblick, und zum ersten Mal seit meiner Kindheit spürte ich den widerlichen Nervenkitzel, aufrecht zu stehen, obwohl die Welt mich kleinhalten wollte. „Versprochen?“, fragte Tricia flehend. Ich wollte ihr alles erzählen – das winzige Signal, das ich im Wald gespürt hatte, wie mein Wolf auf den Geruch eines Fremden reagiert hatte –, doch die Glocken läuteten, bevor ich es beichten konnte. Stille senkte sich über die Menge. Der Alpha erschien wie eine Sonne, der niemand zu blicken wagte. Die Stimme der Priesterin verfiel in den förmlichen Tonfall, den ich mein Leben lang kannte: „Findet eure Luna.“ Er schritt mit der langsamen Gewissheit eines Mannes, der nie Zweifel gekannt hatte, durch die Menge. Mein Herz pochte so laut, dass es sich wie Applaus in meinen Ohren anfühlte. Er kam auf mich zu. Er musste es tun. Ich schloss die Augen und hielt den Atem an, wie es die Sitte verlangte: markieren und beansprucht werden. Die Welt brach in Applaus und Jubel aus – Gesichter verschwammen zu Licht und Klang – und eine seltsame Erwartung machte sich in mir breit. Als er an meiner Reihe vorbeiging, spürte ich nichts. Keine Wärme. Keine Anziehung. Eine Stille wie Schnee legte sich über den Teil meiner Brust, der Flammen erwartet hatte. Ich öffnete die Augen, weil ich musste. Weil der Atem, den ich angehalten hatte, Platz brauchte, um meine Lungen zu verlassen. Da sah ich ihn. Er sah mich nicht an. Er war an Tricias Seite. Die Hand des Alphas bewegte sich mit einer Selbstverständlichkeit, die ich für mich allein reserviert gehalten hatte. Seine Zähne streiften die weiche Haut an ihrem Halswinkel – ein winziger, zeremonieller Biss – und die Stimme der Priesterin schwoll an mit dem Wort, das ich Nächte lang in meinem Kopf geübt hatte: „Luna!“ Der Lärm um mich herum fühlte sich an wie Schläge. Meine Knie wurden weich. Ich krallte mich an die Kante meines Sitzes, bis der Stoff unter meinen Fingern ächzte. Das Lied in meiner Brust – das, was ich für mein Schicksal gehalten hatte – riss wie eine ausgefranste Saite. Tricias Gesicht strahlte vor verblüffter Freude, jener Art von Freude, die einen überkommt, wenn einem jemand etwas wegnimmt und es als sein Eigen bezeichnet. Sie sah mich an, ihre Augen leuchteten vor Triumph, und für einen schrecklichen Herzschlag liebte und hasste ich sie gleichermaßen dafür. Ihr Lächeln blitzte wie eine Klinge durch den widerhallenden Jubel. Man sollte meinen, die Welt würde sich langsam neigen, die Zeit würde sich dehnen. Stattdessen zog sich der Raum zu einem winzigen Punkt aus weißem Licht zusammen, und mein Kopf fühlte sich an wie Blei. Ich schmeckte Metall – bitter, heiß – auf der Zunge, und einen Augenblick lang dachte ich, ich würde ohnmächtig werden. „Du warst schon immer so dramatisch, Vera“, murmelte jemand in der Nähe, eine Mischung aus Vorwurf und Belustigung. Lanas Stimme drang wie eine Kompassnadel durch die Menge, die einen Fehler sucht. Irgendwo hinter mir erhob sich ein Lachen, hoch und grausam. Finger berührten meinen Arm, nicht tröstend, sondern aus voyeuristischer Neugier, als wäre meine Scham ein Vergnügen. Meine Wölfin Nyx wimmerte leise und nah bei mir. Sie kratzte mit ihren Zähnen an meinem Nacken, spürte mein Zögern, ihr kleines Herz pochte genauso wild in mir wie meines. Man hatte uns immer gesagt, die Verbindung würde sich wie ein Feuer zeigen – hell und unverkennbar. Heute Nacht war da nur bittere Asche gewesen. Ich rutschte von meinem Platz, als der Applaus verstummte, denn das Sitzenlassen verursachte mir Knochenschmerzen. Meine Beine waren wie Wackelpudding, aber ich zwang sie, mich aus dem Lärmzentrum zu tragen. Blicke huschten über mich – Mitleid, Abscheu, kaum verhohlener Triumph – und jeder Blick war wie ein Nagel. Draußen war die Nachtluft hart, kalt und ehrlich. Ich presste die Hände an mein Gesicht und ließ den Tränen freien Lauf, heiß, wütend und unschicklich. Ich hasste es, wie sie meine Wimpern benetzten. Ich hasste es, wie klein ich mich fühlte. Ich hasste es, dass jeder Traum, den ich wie einen Schutzschild verteidigt hatte, vor den Augen der ganzen Menge zerbrochen war. „Vera“, sagte Tricia leise, und zum ersten Mal seit ihrem Lächeln klang ihre Stimme zerbrechlich. Sie berührte meine Schulter auf eine Weise, die tröstlich gewesen wäre, hätte sie es als Schwester getan, nicht als frisch gekrönte Luna an dem Ort, der mich verleugnet hatte. „Ich …“ „Lass es“, unterbrach ich sie mit brüchiger Stimme. Ich zog ihre Hand zurück, das tröstende Angebot, das schwach nach Kerzenwachs und neuen Pflichten roch. Wie sollte sie die Wunde verstehen, die sie in mir hinterlassen hatte? Wie sollte sie die Leere erahnen, in der einst Hoffnung gelebt hatte? Sie zuckte zusammen, und für einen Moment sah ich das Kind, das sie einst gewesen war – das, mit dem ich unter demselben Dach bittere Wurzeln geteilt hatte – und es schnürte mir die Kehle zu. Ich wollte ihr alles erzählen: wie sich der Alpha wie ein Versprechen angefühlt hatte, wie ich meine Zukunft um diese Gewissheit geknüpft hatte. Doch die Worte blieben mir wie Steine im Hals stecken. „Warum hat er sie gewählt?“, fragte ich in die Dunkelheit, nicht weil ich eine Antwort erwartete, sondern um die Frage laut ausgesprochen zu hören. Die Nacht verschluckte sie. Die Antwort war der Stich, der mich prägte: nicht, weil ich es nicht versucht hatte, nicht, weil das Schicksal grausam gewesen war, sondern einfach, weil die Welt jemand anderen gewählt hatte. Lanas Lachen drang aus dem Türrahmen herüber – scharf, triumphierend. Ich wischte mir mit dem Handballen übers Gesicht und spürte den Sand unter meinen Nägeln. Zum ersten Mal seit meiner Kindheit erlaubte ich mir zu hassen. Nicht auf die sanfte, beschämte Art, die mich klein gehalten hatte, sondern mit einem reinen, glühenden Zorn, der mir den Atem raubte. Drinnen in der Halle klatschten sie für die neue Luna, ein Geräusch wie ferner Donner. Ich ließ sie klatschen. Ich ließ den Klang über mich hinwegspülen, bis er sich wie Rauch verflüchtigte. Ich presste meinen Rücken gegen den kalten Stein und schloss die Augen. Das war nicht das Ende. Meine Kehle brannte von einem Versprechen, das ich noch nicht verstand. Wenn mir das Schicksal mit dem Druck eines einzigen Zahns auf den Hals einer Schwester genommen werden konnte, dann würde ich irgendwo die Teile von mir finden, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Ich würde lernen, gefährlich zu sein. Ich würde lernen, unentbehrlich zu sein. Ich würde lernen, sie dazu zu bringen, mich zu sehen – nach meinen Bedingungen oder gar nicht. Im Moment gab es nur den Schmerz. Und das Versprechen.

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