Eine Brünette Schönheit mit knallrotem Kuss Mund und einem fließenden Seidenkleid, stolzierte lasziv an Hannington vorbei und fixierte Rowan mit ihren grünen Augen. Dabei wanderten ihre Hände sachte über ihre zierlichen Kurven, hinauf zu ihrem schlanken Hals. Schließlich legte sie sich gekonnt eine perfekte Haarsträhne hinters Ohr und Kitty White stand in all ihrer Pracht vor ihm.
Rowans Exfreundin und der Grund, weshalb er seit Monaten schlecht schlief.
Ihre schweres und teures Parfum breitete sich unaufhaltsam in der Lounge aus. Elegant ließ sie sich nun neben ihm auf das Sofa nieder und legte einen Arm um seinen Rücken, dabei bettete sie ihr makelloses Gesicht auf seine Schulter und schmiegte sich noch etwas näher an ihn heran. „Hey, Darling, hast du mich vermisst?“, flüsterte sie laut genug, damit alle es hören konnten.
Durch Claras Körper zuckte es spürbar und Rowan drehte den Kopf zu ihr. Äußerlich schien sie gefasst, aber… was war das gerade für eine Reaktion? Überraschung? Schock? Oder bereits sogar Eifersucht?
„Ich habe gehört, dass du zum ersten Mal eine Managerin für einen deiner Clubs engagiert hast“, hauchte es auf der anderen Seite. „Ist sie das?“ Kitty nickte mit ihrem Kinn Richtung Clara. „Die Frauenquote?“ Gerade verstaute seine Managerin langsam ihr Handy und räusperte sich, bevor sie sich zu Kitty wandte. Innerlich machte sich Rowan auf eine Szene gefasst. Von Kittys Seite aus. Sie war eine Drama Queen und liebte die Aufmerksamkeit! Weshalb sie auch Schauspielerin geworden war...
Doch er hatte gehofft das sie nach der Sache mit Ashwood, in New York geblieben wäre.
„Wenn es nicht zu frech ist...“, blinzelte Kitty unschuldig in Claras Richtung, „möchte ich mich direkt beschweren.“
Diese hob überrascht die Augenbrauen. „Nur zu, Miss-?“
„Oh! Wie unmanierlich von mir“, rief die Brünette übertrieben entschuldigend aus und hielt Clara die Hand, mit ihren langen gemachten Fingernägeln hin. „Kitty White!“
„Clara De Brouche.“
Keine Sekunde länger als notwendig berührten sich die beiden Hände und Kitty zog die Hand zurück.
Typisch...
„Oh, eine Französin! Kein Wunder, das mein Rowan Sie angestellt hat“, säuselte sie.
„Ich bin Kanadierin.“ - Der Schlagabtausch ging weiter - „Wie auch immer.“ …und Kitty hat bereits das Interesse verloren.
Rowan war gespannt, was sie eigentlich hier wollte. Hannington sprach davon das sie seine Mandantin war. „Was willst du hier, Kitty?“, fragte er und sie machte eine Schnute. „Das sage ich dir erst, wenn deine nutzlose Managerin verschwunden ist“, trällerte sie heiter und klimperte mit den Wimpern zu ihm auf.
„Wie bitte?!“, kam es scharf aus Clara hervor.
Giftig funkelte es in Kittys grünen Augen auf und sie brachte sich in Position. „Anstelle das Sie, wie ein Flittchen, den eigenen Boss anbaggern, Miss De Brouche, der übrigens mein Verlobter ist-“ Oh Gott, nicht das schon wieder! Rowan schloss für eine Sekunde die Augen, um diesem aufkommenden Albtraum zu entschwinden. „-Sollten Sie Ihrer Arbeit ordentlich nachgehen!“, knirschte Kitty und wetterte ohne Luft zu holen weiter. „Das Personal ist unfreundlich, die Spirituosen Auswahl ein Witz und die Musik grässlich!“
Clara, die links von ihm saß, blieb gefasst. Stocksteif und kerzengerade hatte sie noch immer ihre ewig langen Beine übereinandergeschlagen. Ihre Tasche lag in ihrem Schoß, bereit, augenblicklich mit ihr aus der Lounge zu verschwinden! Ihre hellen Augen, die von feinen schwarzen Wimpern umringt waren, blickten konzentriert auf Kitty. Nichts rührte sich in ihrem hübschen Gesicht. Doch mit dem nächsten Blinzeln schielte sie zu ihm, dann zurück zu Kitty und letztlich auf deren Finger, die genüsslich auf seiner Schulter hoch und runter streichelten.
Ihre Pupillen wurden plötzlich größer.
Was siehst du, Clara?
Alles klar, dachte sich Clara und stand auf. Sie wusste, wann sie nicht erwünscht war. Und hier war eine Person definitiv zu viel im Raum. Nämlich sie selbst! Spätestens als sie den prunkvollen Verlobungsring an den manikürten Fingern sah.
Was hast du denn nur erwartet, Clara? Fragte sie sich selbst. Das Rowan Blaze, entgegen seinem Ruf, ein anständiger goldener Ritter auf einem weißen Gaul ist, der nur darauf wartet, dich zu retten?
Tz! Wach auf, Prinzessin, und geh zurück an deine Arbeit!
Es war lächerlich zu glauben, dass er sich tatsächlich für sie interessieren würde oder in den ein oder zwei Momenten sogar dasselbe, angenehme Verlangen verspürt hätte wie sie. Dazu diese prickelnde Aufregung, Herzrasen und Erwartungen jeglicher Art.
Clara seufzte innerlich und verabschiedete sich von der aussichtslosen Hoffnung, das ein Mann wie Rowan Blaze, ernsthaftes Interesse an ihr gehabt hätte. Aber dann gleich eine Verlobte?
„Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend, Mister Blaze!“ Sie hielt ihm die Hand hin und lächelte mit zusammengepressten Lippen. „Clara...“, warnte er sie unterschwellig.
„Ich gehe! Wie von der zukünftigen Misses Blaze gewünscht“, gab sie bissig von sich. „Meine Arbeit wartet offensichtlich auch heute nicht. Also mache ich mich auf die Suche nach ein paar... Hirngespinsten“, nuschelte sie den Rest trocken herunter und fixierte dabei mit gespitzten Lippen die Brünette Frau, mit dem klangvollen Namen Kitty White.
„Bitch!“, fauchte diese. Offensichtlich hatte sie ihre Beleidigung gehört. Gut so! Clara setzte gleich darauf ihr eigenes, überhebliches b***h Face auf, bevor ihr Boss sie am Ellbogen zur Tür hinauszerrte.