„Ich bin enttäuscht von dir...“, knirschte Rowan mit dem Unterkiefer und schob sie aus der Lounge, hinaus in den Gang.
„Pourquoi?“, fragte sie überrascht als sie sich zu ihm drehte. „Weil ich mir etwa nicht die Zeit genommen habe, Ihre private Vita aus dem Internet herunterzuladen, um zu wissen das Sie VERLOBT sind?!“
„Bin ich nicht!“, presste er hervor.
Augenrollend schnalzte sie mit der Zunge und verschränkte bockig die Arme vor der Brust. „Je suis vraiment désolé, Monsieur, aber der fette Diamantring sagt etwas ganz anderes!“ Völlig unvorbereitet drückte Rowan sie hart gegen die Wand. „Au!“ Clara wehrte sich kläglich, ließ es sich aber nicht nehmen, ihn weiterhin mit herablassender Art zu Siezen. „Lassen Sie mich los, Boss!“
„Non! Zuerst hörst du mir zu, Clara!“, beharrte er und hielt ihre Handgelenke steif nach unten hin fest. Der Rest von ihm trat gefährlich nahe an sie heran und versperrte ihr jegliche Flucht. „Wozu?! Um mir ins Gesicht sagen lassen zu müssen, was ich doch für ein naives und desillusioniertes Poulette ich bin? Weil ich versehentlich auf die Masche eines flirtenden Machos und Gangsters reingefallen bin?“
Er grinste plötzlich. „Dir gefällt der Kosename also doch?“
Clara warf erbost und mit einem verärgerten Schnauben den Kopf zur Seite. Bereute es aber sogleich wieder. Oh Gott, warum duftest du ausgerechnet jetzt so gut? Sie spannte sich an. Doch ihr Herz pochte wie wild und sie spürte, wie ihr die Röte ins Gesicht stieg. Dieser Mann war einfach unmöglich! Vor allem jetzt, als sie seine Nasenspitze auf ihrer Haut fühlte, die von ihrer Schläfe hinunter wanderte und dabei kleine Kreise zog.
„Wenn ich es nicht besser wissen würde...“, wisperte er in ihr Ohr und biss ihr kaum merklich ins Ohrläppchen, „könnte man meinen, du wärst eifersüchtig.“ Oooh, du genießt das viel zu sehr, mein Freund!
„Pah!“, keuchte sie mehr, als das es hart und überzeugend aus ihr hervorschoss! Rowan lachte leise.
Samtig. Dunkel. Verführerisch... Sexy...
Er machte mit seiner süßen Folter weiter und Clara streckte ihren Hals, um ihm irgendwie zu entkommen. Dabei liebkosten sie seine warmen Lippen hinter dem Ohr, wanderten ihren Hals hinunter und über ihre Wange wieder zurück. Jede kleine Berührung von ihm war ein gebrandmarkter Pfad auf ihrer Haut, den er immer wieder in Flammen aufgehen ließ.
Ihre zu Fäusten verkrampften Hände, wurde von ihm gelöst und lange, raue Finger webten sich sachte zwischen ihre. „Du machst dir keine Vorstellung, was für eine süße Genugtuung das gerade für mich ist, Clara...“ Er biss ihr sanft in den Kiefer und Clara traf es dabei wie ein Stromschlag, der heftig durch ihren Körper rauschte.
„Coureur de jupons!“, zischte sie halbwegs giftig und hörte ihn abermals glucksen, als sie ihn als Schürzenjäger bezeichnete. „Muss ich mir denn hier...“ - Heiße Küsse wanderten über ihren Hals - „…alles von dir...“ - Lüstern rieb er sich an ihrer Wange und Clara keuchte auf - „...gefallen lassen?“ Schließlich leckte Rowan an ihrer Ohrmuschel entlang und gurrte sinnlich.
Oh!
Clara versuchte sich weiter auf das zu konzentrieren, was sie ihm an den Kopf werfen wollte. Wollte ihn ausschimpfen, dass er so nicht mit ihr umgehen konnte! Ihrem prickelndem Lustzentrum zwischen den Beinen, schien das aber egal zu sein und übernahm die Kontrolle, bei all der Verführungskunst, die über sie hereinbrach. „Zuerst... mein widerlicher Exmann und… seine-seine“ Ein weiterer Biss folgte.
Mon Dieu!
Ihr blieb gleich das Herz stehen, wenn er so weiter machte! Rowans kraftvoller Körper schmiegte sich unausweichlich an ihren und Clara wagte es sich langsam zu ihm zudrehen. „S-seine, wer auch immer... und dann deine Ver-“ Rowans Lippen versiegelten endlich ihre Beschwerden. Dabei vermischte sich sein herbes Parfum, mit dem Geschmack von teurem Whiskey. Augenblicklich nahm er ihre Arme und legte sie sich um seinen Nacken und Clara erwiderte seinen intensiven Kuss.
Genau das und noch mehr, wollte sie von der ersten Sekunde an, als er sie aus der Limousine gezogen hatte! Es war verrückt sich diesem Mann an den Hals zu werfen, oder ihre Libido nahm sich gerade nur den Erstbesten, der ihr ein wenig Aufmerksamkeit schenkte. Wobei Rowan ein optischer Leckerbissen war!
Nun schlossen sich seine kräftigen Arme um sie herum und sie spürte seine Zunge neugierig in sie eindringen. Leidenschaft überkam sie und es lag auf einmal so viel mehr in diesem Kuss als ein vorausschauender, unbedeutender Fick.
Hitze staute sich zwischen ihnen an und Clara konnte nicht genug von ihm bekommen. Beinah glitt es außer Kontrolle, als sich seine Hand unter ihr Kleid stahl, vorbei an ihrem Spitzenstring und über ihren Hintern. Aber war sie denn besser, als sie an seiner Krawatte zerrte und versuchte sein Hemd aufzureißen?
Keuchend ließen sie kurz voneinander ab, bevor Rowan von vorn anfing und sie in einem Ruck hochhievte. Ganz natürlich schlang sie ihre Beine um seine Hüften und vergrub ihre Finger in den dunklen Haaren. Sie waren dicht und lang genug, um damit herum zu spielen. Sie liebte es! Und sie liebte das Verlangen, dass er in ihr weckte.
Abgesehen davon, dass ihr Höschen schon ganz feucht war...
Plötzlich räusperte sich jemand hinter ihnen und Rowan ließ mit einem Grummeln von ihr ab. Sachte stellte er sie zurück auf die Füße, hielt sie aber weiterhin im Arm fest. Neugierig schaute sie über seine Schultern und sah Byron, der leicht fehl am Platz dastand und trat von einem auf den anderen Fuß. „Byron bringt dich nach Hause, Clara“, wisperte er streng und küsste ihre Augenlider. „Ich komme später zu dir.“
„Non.“
Überrascht schaute er sie an und hob eine Augenbraue. „Non?“
Ein herausforderndes Lächeln machte sich auf ihren Lippen breit und sie schüttelte langsam den Kopf.
„Hat es dir etwa nicht gefallen?“, fragte er und grinste dann spitzbübisch. „Tut mir leid, Süße, aber das nehme ich dir nicht ab.“ Claras Lächeln wurde breiter und sie fummelte verstohlen an der Knopfleiste seines Hemdes herum. „Doch, doch, du bist sehr überzeugend in dem, was du tust. Aber...“
„Aber?“
„Wir wissen beide das unser heutiges Date kein Erfolg war und es mindestens eintausend unbeantwortete Fragen mehr gibt.“
Er zuckte mit den Schultern. „Als Misserfolg würde ich das hier jetzt nicht beschreiben.“ Seine warme Hand wanderte lustvoll über ihre Wirbelsäule, hinunter zu ihrem Hintern und wieder hinauf. Währenddessen schloss Clara einen seiner Hemdknöpfe wieder zu und dann den nächsten. Sie schmunzelte, bevor sie den dritten in Angriff nahm. „Ich gebe Ihnen... drei Chancen, Mister Blaze.“
Rowan grinste sie an. Sie wollte also gleich drei Rendezvous mit ihm. Nichts lieber als das! Er küsste sie abermals. „Wie großzügig von dir... ma douce Poulette“, gluckste er schelmisch und konnte es sich nicht verkneifen, sie mit diesem absurden Kosenamen aufzuziehen. „Tz!“ Clara schlug eingeschnappt seine Hände von ihren Hüften und machte auf dem Absatz kehrt, um zu Byron zu gehen.
Er würde sie nach Hause bringen. So wie Rowan es ihm vor ein paar Minuten getextet hatte. Der Abend hatte einige Überraschungen mit sich gebracht. Unter anderem den verführerischen Gedanken, Clara De Brouche so schnell wie möglich in sein Bett zu bekommen. Und dort zu behalten!
Er schaute ihren schwingenden Hüften nach und den ewig langen Beinen die sie hatte. „Damn hot...“, wisperte Rowan zu sich selbst und leckte sich über die Lippen, bevor er sich auf die Unterlippe biss und wieder in die VIP-Lounge verschwand.
Dort musste er dringlichst ein paar Missstände klären.