Boss B*tch 2/2

843 Words
Clara fühlte sich ertappt wie ein Voyeur und zuckte mit dem Kopf nach links und rechts, während sie sich den Kaffee vom Kinn wischte. Schlimmer als die braunen Flecken auf ihrem Hoodie, war der unvorhergesehene Stich, den sie in der Brust spürte. Sie schielte abermals verstohlen hinüber. Rowan lächelte Kitty an und sie legte ihm liebevoll die Hand an die Wange, bevor sie ihn küsste. Und dann wurde Clara von ihnen entdeckt. Sie schluckte heftig und schielte verlegen zur Seite. Diese gesamte Situation war absonderlich. Dabei hatte sie absolut nichts Falsches getan! Und doch fühlte sie sich, als wäre sie eine dieser verschmähten Frauen, welche auf die Ersatzbank zurückgeschoben wurden... Ein bitterer Gedanke. Besser sie verschwand von hier. …Du bist hier unten in diesem Dreckloch und kommst nur durch Blaze‘ Bett wieder ans Licht… …und das wird nicht passieren… Dafür wird Kitty sorgen… Clara stürzte im Gehen ihren heißen Kaffee hinunter, während sich James' Worte unfreiwillig und giftig in ihr Gedächtnis einnisteten. Sie machte sich dazu bereit eine zweite, Kopf klärende, Jogging Runde zu bewältigen. Diesmal quer durch die Stadt! Nach drei Stunden Verausgabung und gelegentlichen Pausen, flanierte Clara nun auf der Einkaufsstraße entlang und schaute in die vielen Schaufenster mit ihren teuren Auslagen. Ihr Kopf war endlich leichter und die Dinge klarer für sie sortiert. Rowan hatte sie nach wie vor angelogen, was die Verlobung betraf, und wollte sie nur aus Selbstgefälligkeit ficken. Mehr nicht. Ihr Körper wollte idiotischerweise dasselbe. Aber ihr Verstand hatte die Oberhand gewonnen nachdem sie sich die Gesamtsituation und die aktuellen Fakten nochmal klar vor Augen gestellt hatte. Sie musste nur das nächste Treffen mit ihm überstehen. Egal wie. Dann konnte sie weitermachen. „Na sowas!“, hörte Clara eine Stimme trällern. Als sie aufblickte, kam Kitty White aus einer der Edelboutiquen stolziert. „Miss De Brouche...“, säuselte sie halb überrascht und übergab ihrem Chauffeur die vielen Einkaufstaschen. „Was für ein Zufall.“ Die Schauspielerin kam auf sie zu. „Guten Tag, Miss White.“ Clara wahrte die Etikette, obwohl sie wusste das Kitty sie zuvor gesehen haben musste. Die junge Schauspielerin verschränkte die Arme vor der Brust. Ihr Verlobungsring glänzte heiter im Sonnenlicht. „Ungewöhnlich Sie hier zu sehen, wo Sie doch in einer ganz anderen Welt... leben.“ Clara legte den Kopf schief. „Wie kommen Sie darauf, Miss White?“ Kitty lächelte hinterhältig und seufzte dann übertrieben. „Nun, Rowan hat mir leider viel von dir erzählt, Bitch.“ Ah, sie will Streit... Nun grinste Clara und verschränkte ebenfalls die Arme. Kann sie haben! Sie war größer als Kitty und trat einen Schritt auf sie zu. „Etwa dieselben Lügen wie mein Exmann James?“ Kitty bleckte die Zähne und schnalzte anschließend mit der Zunge. „Pass auf Cinderella, mein Verlobter ist tabu für dich! Wenn er auch nur einen Funken Interesse gezeigt hat, dann lediglich, um mich eifersüchtig zu machen! Meine Karriere war mir schließlich wichtig und Rowan hat das reumütig kapiert! Immerhin habe ich mich für ihn nicht selbst aufgegeben oder gar den Babysitter gespielt,“ Kitty schaute sie abwertend von oben bis unten an, „im Vergleich zu dir...“ Clara schluckte kaum merklich. Er hat ihr alles erzählt. Jedes Details. Jede Lüge. James, dieses Arschloch… Dann fing sie sich wieder und straffte die Schultern. „Ich kenne Mister Blaze. Er ist ein überaus fokussierter Mann, der genau weiß, was er will. Sowohl geschäftlich als auch privat...“ Clara ließ die Worte kurz wirken und Kittys Pupillen weiteten sich unmerklich. „Ich bin also überaus erstaunt das er seine Verlobte über ein Jahr warten lässt und ihr die Freiheit einer offenen Beziehung gewährt...“ Sie war nicht stolz darauf, doch Clara hatte direkt, nachdem sie von Kitty erfahren hatte, wie ein Stalker, Informationen zu der Schauspielerin eingeholt. Und von Ashley und JJ erfuhr sie sogar noch mehr! Wobei das eher unfreiwillig beim Mittagsessen passiert war, als im Club herum ging das Kitty White wieder in Chicago verweilte. Und jetzt verteidige ich diesen miesen und verlogenen Gangster auch noch… Clara schnaubte innerlich verächtlich. Trotzdem stand sie dieser überaus schönen Hollywood Diva gegenüber und stritt sich mit ihr über ihren Boss. Und sie konnte die letzten Worte, die ihr auf der Zunge lagen, nicht zurückhalten. „Eher würde Mister Blaze das Leben dieser Männer zerstören und danach das seiner Verlobten.“ Es funkelte scharf in Claras Augen und Kitty entglitt dabei das aufgesetzte Gesicht. Clara setzte nach. „Ich bezweifle nämlich stark, dass es in seinem Wortschatz so etwas wie Vergebung gibt.“ Kitty raffte sich schnell wieder zusammen und schnippte erbost mit dem Finger vor Claras Nase. „SHUT UP, b***h! Ein Wort von mir und du bist gefeuert!“ Clara lachte die Brünette nur an. „Nicht, wenn ich vorher kündige. b***h!“ Sie reckte überheblich das Kinn vor und streifte mit der Schulter an der Schauspielerin vorbei. Mit langen und strammen Schritten ging sie nun endlich nach Hause. Sie hatte genug Drama für heute gehabt und wollte sich nur noch unter die warme Dusche stellen.
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