Der Morgen brach ohne Sonne an. Ein grauer Schleier lag über Elyndor, als hätte der Himmel selbst beschlossen, sich nicht einzumischen. Doch unter der Oberfläche vibrierte etwas – ein kaum hörbarer Widerhall dessen, was in der Nacht entstanden war. Das Netz war noch da. Fein. Zerbrechlich. Aber lebendig. Liora saß im Zentrum der Lichtung, die Beine gekreuzt, die Augen geschlossen. Sie versuchte nicht, die anderen zu kontrollieren. Sie lauschte nur. Es war seltsam. Jedes Fragment klang anders. Die junge Frau mit dem kupferroten Haar – Alena – fühlte sich an wie fließendes Wasser. Der alte Mann – Corvin – wie ein tiefer, ruhiger Bass. Der Junge – Tarek – wie ein heller, neugieriger Ton. Und dazwischen unzählige weitere Nuancen. „Du hast nicht geschlafen“, sagte Kael leise. Liora

