Ein neues zu Hause

534 Words
Ich lag auf einer hellgrünen Wiese. Mein Kopf schmerzte sehr, mein Rücken fühlte sich an, als hätte ich dort tausend Messerstiche. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass ich bald erfrieren würde. Ich legte meinen Kopf zur Seite. Amelie kniete vor mir. Obwohl sie auch total nass war, hatte sie ihren Umhang um mich gelegt. Sie trug nur noch ein T-shirt. Ich sah, wie ein Mann sich neben sie stellte. ,,Amelie, wir können ihn nicht aufnehmen. Er ist ein Magier. Wenn Richard und die anderen herausfinden, dass wir ihn bei uns haben, dann bringt er uns ohne zu zögern um." Amelie hielt ihren Zauberstab an den Umhang, den ich trug und schloss die Augen. Eine angenehme Wärme umgab mich. ,,Er wird hierbleiben! Er ist nun nirgendwo mehr sicher. Selbst in seiner Welt. Luisa wird herausfinden, was Markus und der andere getan haben. Sie haben gegen das höchste Magiergesetz verstoßen." ,,Warum hast du das getan? Warum hast du ihn so sehr verteidigt? Weißt du, welche Sorgen ich mir um dich gemacht habe?" Der Mann zeigte nach links, in die Richtung, in der ein großes Haus stand. ,,Jede Sekunde, die ich mit diesem Monst... Magier verbracht habe, habe ich mich gefragt, ob du noch lebst." Der Mann zog seinen Umhang aus und legte sie Amelie um. ,,Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht", flüsterte er. ,,Weil ich ihn nicht sterben lassen konnte." Amelie schaute den Mann verzweifelt an. ,,Ich muss ihn retten." Sie rieb ihre Hand an Markus eiskalten Arm. Der Mann ballte seine Hand zu Fäusten. ,,Das musst du nicht. Komm einfach rein. Ich werde einen Sturm auftauchen lassen. Innerhalb kurzer Zeit wird er sterben. Er wird nichts davon mitbekommen. Und wir werden sicher vor Richard sein." ,,Das kommt nicht infrage." Amelie beugte sich zu mir herunter, hob mich vom Boden hoch und trug mich in ihr Haus. Ich konnte erkennen, dass Benjamin in einer Kuscheldecke eingekuschelt auf einem roten Ecksofa lag. Erleichtert atmete ich aus. Er hatte eine Wunde an seiner Stirn. Aber sein Brustkorb hob und senkte sich. Amelie legte mich vorsichtig auf die andere Seite des Ecks und deckte mich mit einer roten Kuscheldecke zu. Dann bewegte sie ihren Zauberstab in die Richtung des Kamins. Mit einem lauten zischen entfachte sich ein großes Feuer. Sam stand nun hinter ihr und schaute zu mir. Ich begann zu zittern, als ich in seine braunen Augen sah. ,,Ihm ist wohl nicht warm genug", rief der Mann höhnisch. Amelie schaute den Mann wütend an. ,,Jetzt reicht es, Sam. Er hat Angst. Erkennst du das denn nicht? Und ich bin mir sicher, dass es nicht an mir liegt, sondern an dir." Sie ging langsam auf Sam zu und legte ihre Hand auf seine Wange. ,,Ich verstehe es, warum du Magier nicht magst. Ja, ich verstehe es. Sehr gut sogar. Ohne diesen einen Magier wäre dein Vater noch am leben. Aber du musst auch verstehen, dass nicht alle gleich sind. Mein Vater zum Beispiel. Er hätte keiner Hexe auf dieser Welt geschadet." Ihr Blick wanderte noch einmal kurz zu mir, dann schaute sie wieder den Mann an. ,,Du solltest lieber gehen. Ich werde heute Nacht bei den beiden übernachten." Ihre Stimme wurde leiser. ,,Nur falls etwas sein sollte."
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD