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Der verfluchte Alpha

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Der verfluchte AlphaRonan Vale wurde geboren, um den mächtigsten Alpha-Thron der übernatürlichen Welt zu erben.Doch in der Nacht, in der sein Wolf erwachen sollte, geschah nichts.Für schwach und unwürdig erklärt, wird Ronan seines Geburtsrechts beraubt und durch seinen jüngeren Bruder Lucien ersetzt. Seine Familie wendet sich von ihm ab, und das Rudel, das ihn einst als Erben verehrte, behandelt ihn wie eine Schande.Also verschwindet Ronan.Sieben Jahre später kehrt er als ein Mann zurück, den niemand mehr erkennt.Er hat sein eigenes Außenseiterrudel aufgebaut – aus Wölfen, die von ihren Familien verstoßen und von mächtigen Territorien aufgegeben wurden. Für die Welt sind sie Ausgestoßene.Für sie ist Ronan ihr Alpha.Doch schon bald geschehen seltsame Dinge.Wölfe verneigen sich, sobald er an ihnen vorbeigeht. Uralte Zeichen erscheinen auf seiner Haut. Und jede Nacht träumt Ronan von einem furchterregenden schwarzen Wolf mit silbernen Augen, der seinen Namen flüstert.Dann entdeckt er die Wahrheit.Sein Wolf war niemals schwach.Er wurde versiegelt.Und nun beginnt das Siegel zu brechen.Auf seiner Suche nach Antworten führt ihn sein Weg zu Selene Black, einer unsterblichen Hexe, die ihm ein Geheimnis offenbart, das alles verändern könnte: Ronan trägt das Blut des Ersten Alphas in sich, und der uralte Wolf, der in ihm gefangen ist, ist weitaus mächtiger – und gefährlicher – als irgendjemand ahnt.Doch der größte Schock erwartet Ronan, als er Elena Mooncrest begegnet.Seiner vorherbestimmten Gefährtin.Elena ist die Tochter eines mächtigen Alphas. Wenn sie Ronan akzeptiert, könnte sie ihre eigene Familie verraten und einen Krieg zwischen ihren Rudeln auslösen. Schlimmer noch: Eine uralte Prophezeiung warnt davor, dass ihre Verbindung etwas erwecken könnte, das niemals zurückkehren durfte.Während der Hohe Alpha versucht, Ronan zu vernichten, bevor seine Macht vollständig erwacht, kommen alte Geheimnisse ans Licht.Sein angeblich toter Vater lebt noch.Seine Mutter hat eine erschütternde Wahrheit verborgen.Sein Bruder muss sich zwischen dem Alpha-Thron und dem Bruder entscheiden, den er einst verraten hat.Und Ronan muss herausfinden, ob Varek, der uralte Wolf in ihm, sein größter Verbündeter – oder sein schlimmster Feind ist.Denn der Fluch wurde nie erschaffen, um die Welt vor Ronan zu schützen.Er wurde erschaffen, um Ronan vor dem zu schützen, was in ihm lebt.Und jetzt …beginnt das Siegel zu brechen.

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Teil Eins: Der verstoßene Erbe Kapitel 1 – Der Junge ohne Wolf
Der Mond hing wie eine silberne Krone über Mooncrest. Jeder Wolf im gesamten Territorium konnte seine Anziehungskraft spüren. Ronan Vale stand allein am Rand der zeremoniellen Lichtung und blickte durch die Äste der uralten Bäume zum gewaltigen Vollmond hinauf. Sein achtzehnter Geburtstag war endlich gekommen. Für die meisten jungen Wölfe war dies die Nacht, von der sie seit ihrer Kindheit träumten – die Nacht, in der ihr Wolf erwachen und ihnen ihr wahres Selbst offenbaren würde. Für Ronan war diese Nacht noch bedeutender. Sie markierte den Moment, in dem er offiziell zum zukünftigen Alpha von Mooncrest werden sollte. Zumindest hatte man ihm das immer erzählt. „Du bist ungewöhnlich still“, sagte Lucien, sein jüngerer Bruder, der einige Schritte hinter ihm stand. Mit siebzehn wartete Lucien noch immer auf sein eigenes Erwachen. Doch im Gegensatz zu Ronan erwartete niemand von ihm, das Rudel eines Tages zu führen. Ronan schenkte ihm ein schwaches Lächeln. „Ich denke nach.“ „Über heute Nacht?“, fragte Lucien. „Über alles“, antwortete Ronan. Lucien kam näher und lehnte sich gegen einen der Bäume. „Du wirst es schaffen.“ Ronan sah ihn an. „Du klingst ziemlich sicher.“ „Das bin ich.“ Lucien grinste. „Du bist der stärkste Kämpfer unter uns. Vater sagt, dass du schon mit vierzehn schneller warst als die meisten Krieger.“ „Kämpfen ist nicht dasselbe wie sich zu verwandeln“, sagte Ronan. „Trotzdem.“ Luciens Gesichtsausdruck wurde sanfter. „Du bist mein Bruder. Ich weiß, dass du einen mächtigen Wolf haben wirst.“ Ronan wandte seinen Blick wieder dem Mond zu. „Ich hoffe, du hast recht.“ Plötzlich hallte ein Heulen durch den Wald. Dann ein zweites. Und noch eines. Das gesamte Territorium schien darauf zu antworten. Heute Nacht war keine gewöhnliche Nacht. Das Rudel hatte sich auf der Heiligen Lichtung versammelt, einem von uralten Steinen umgebenen Ort, an dem jeder Erbe eines Alphas seit Generationen erwacht war. Fackeln flackerten rund um die kreisförmige Lichtung, während Hunderte Wölfe und Rudelmitglieder die Umgebung füllten. Ihre Stimmen verschmolzen zu einem aufgeregten Murmeln. In der Mitte stand Alpha Magnus Vale, Ronans Vater. Er trug den traditionellen schwarzen Zeremonienmantel des Mooncrest-Alphas, dessen silbernes Wappen im Mondlicht schimmerte. Neben ihm stand Evelyn Vale, Ronans Mutter. Obwohl ihr Gesicht ruhig wirkte, waren ihre Hände fest ineinander verschränkt – ein Zeichen, das Ronan sofort bemerkte. Seine Mutter war nervös. Und er fragte sich, warum. „Ronan.“ Die Stimme seines Vaters hallte über die Lichtung. Ronan trat vor. Die Gespräche verstummten, als sich Hunderte von Augen auf ihn richteten. Sein Herz raste, während er auf die Mitte der Lichtung zuging. Sein Vater legte ihm eine Hand auf die Schulter und verkündete laut genug, dass jeder es hören konnte: „Mein Sohn, heute Nacht stehst du vor deinem Volk als Erbe von Mooncrest.“ Ein gewaltiger Jubel brach aus. Ronan sah sich um und erkannte überall vertraute Gesichter – Krieger, die ihn ausgebildet hatten, Kinder, die zu ihm aufblickten, und Älteste, die ihn hatten aufwachsen sehen. Vor ihm lag die Zukunft, die er sich immer vorgestellt hatte. Alpha werden. Sie beschützen. Sie führen. Und seinen Vater stolz machen. Magnus trat zurück. „Der Mond hat diese Nacht auserwählt.“ Ronan schloss die Augen. „Lass deinen Wolf erwachen.“ Stille senkte sich über die versammelte Menge. Ronan holte tief Luft und richtete seine Aufmerksamkeit nach innen. Jeder Wolf besaß eine Stimme. Eine Präsenz. Etwas, das unter dem menschlichen Verstand existierte und auf den richtigen Moment wartete, um an die Oberfläche zu treten. Ronan hatte diese Präsenz schon früher gespürt. Als er jünger gewesen war, hatte er gelegentlich etwas tief in seinem Inneren wahrgenommen. Einen Herzschlag, der nicht sein eigener war. Ein Knurren, das unter seinen Gedanken lauerte. Einen Schatten, der am Rand seiner Träume vorbeihuschte. Heute Nacht erwartete er endlich, dass es zum Vorschein kam. Er wartete. Nichts geschah. Er versuchte es erneut. Seine Muskeln spannten sich an und sein Atem wurde schwerer. Doch noch immer geschah nichts. Einige Stimmen murmelten in der Menge, aber Ronan ignorierte sie. Er konzentrierte sich noch stärker. Komm schon. Wach auf. Plötzlich baute sich ein seltsamer Druck in seiner Brust auf. Ronan schnappte nach Luft. Für einen flüchtigen Moment hörte er etwas. Ein entferntes Knurren. Tief. Uralte Macht lag darin. Seine Augen rissen auf und der Wald schien plötzlich vollkommen still zu werden. Ronan spürte etwas, das aus den Tiefen seines Geistes zu ihm zurückblickte. Dann war es verschwunden. Das Gefühl verblasste. Ronan taumelte, doch sein Vater fing ihn am Arm auf. „Noch einmal.“ Ronan sah ihn an. „Was?“ „Versuch es noch einmal.“ In Magnus’ Stimme lag etwas Ungewöhnliches. Angst. Ronan hatte seinen Vater noch nie zuvor Angst zeigen hören. Er schloss erneut die Augen und suchte nach seinem Wolf. Nichts. Minuten vergingen, während die Menge zunehmend unruhiger wurde. Jemand flüsterte: „Er hat sich nicht verwandelt.“ Eine andere Stimme antwortete: „Unmöglich.“ Ronan öffnete die Augen. Sein Gesicht brannte vor Scham. Magnus trat näher. „Versuch es noch einmal.“ Ronan gehorchte. Er zwang sich weiter, bis sein ganzer Körper zitterte. Doch noch immer geschah nichts. Keine Krallen. Keine Reißzähne. Kein Wolf. Nur Stille. Ein Raunen ging durch die Menge. Ronan starrte auf seine Hände. Sie waren noch immer menschlich. Sein Wolf war nicht erwacht. Sein achtzehnter Geburtstag sollte den Alpha in ihm enthüllen. Stattdessen offenbarte er nichts. Ein Ältester trat vor. „Das kann nicht sein.“ Ein anderer flüsterte: „Vielleicht wurde das Ritual falsch durchgeführt.“ „Unmöglich.“ „Jeder Alpha-Erbe ist erwacht.“ Ronan nahm jedes einzelne Wort in sich auf. Seine Brust zog sich zusammen, als er zu seiner Mutter blickte. Evelyn war blass geworden. Sie war nicht überrascht. Und genau das erschreckte Ronan mehr als alles andere. „Mutter?“ Sie wandte den Blick ab. Sein Blick wanderte zu seinem Vater. Magnus stand vollkommen reglos da. Sein Gesicht war nicht zu deuten. „Vater?“ Magnus zögerte. Dann sprach er mit fester Stimme: „Alle verlassen die Lichtung.“ Die Menge brach in Verwirrung aus. „Ich sagte, geht.“ Seine Stimme trug die Macht eines Alphas. Das Rudel gehorchte. Langsam begannen sich die Menschen und Wölfe zu zerstreuen. Ronan blieb in der Mitte der Lichtung stehen. Lucien näherte sich ihm vorsichtig. „Ronan …“ „Nicht.“ Lucien blieb stehen. Ronan konnte kein Mitleid ertragen. Nicht heute Nacht. Er wandte sich seinem Vater zu. „Was ist passiert?“, fragte Ronan. Magnus schwieg. „Warum ist mein Wolf nicht erwacht?“ Ronans Stimme wurde bestimmter. Evelyn trat vor. „Ronan, du musst nach Hause kommen“, sagte sie leise. „Warum?“ „Weil wir über einige Dinge sprechen müssen.“ „Welche Dinge?“, verlangte Ronan zu wissen. Sie zögerte. Ronan sah zwischen seinen Eltern hin und her. „Ihr wusstet es.“ Keiner von beiden antwortete. „Ihr wusstet, dass das passieren würde“, fuhr er fort. Schließlich sprach Magnus. „Wir waren uns nicht sicher“, sagte er leise. Ronan stieß ein bitteres Lachen aus. „Ihr wart euch nicht sicher?“ Seine Stimme zitterte. „Ihr habt mich angesehen, als wüsstet ihr längst, dass ich versagen würde.“ „Ronan …“, begann Evelyn. „Nennt es nicht Versagen?“, fuhr Ronan sie an. Magnus ballte den Kiefer zusammen. „Genug“, warnte er. „Nein.“ Ronans Stimme war fest. Er trat näher. „Mein ganzes Leben lang habt ihr mir gesagt, dass ich Alpha werden würde. Ihr habt mich darauf vorbereitet, mich ausgebildet und dem Rudel gesagt, dass ich euer Erbe bin.“ Magnus wandte sich ab. „Und jetzt existiert mein Wolf nicht“, fuhr Ronan fort. „Er existiert.“ Die Worte waren Magnus herausgerutscht, bevor er sie zurückhalten konnte. Ronan erstarrte. „Was hast du gesagt?“ Magnus’ Gesichtsausdruck veränderte sich. Evelyn starrte ihn ungläubig an. „Magnus …“, flüsterte sie. Ronan trat wieder einen Schritt nach vorn. „Was meinst du damit, dass er existiert?“ Sein Vater schwieg. „Vater“, drängte Ronan. Doch Magnus blieb stumm. Plötzlich spürte Ronan ein brennendes Gefühl, das sich in seiner Brust ausbreitete. Er packte den Stoff seines Hemdes, als eine Welle von Schmerz durch seinen Körper schoss und ihn zwang, auf ein Knie zu sinken. „Ronan!“, rief Evelyn erschrocken. Sie eilte zu ihm. Ronan zog sein Hemd zur Seite. Dunkle Linien waren auf seiner Haut erschienen. Sie breiteten sich von der Mitte seiner Brust aus wie schwarze Adern und formten ein kompliziertes Symbol. Evelyn hielt den Atem an. Magnus wurde kreidebleich. Ronan sah verwirrt zwischen ihnen hin und her. „Was ist das?“ Keiner antwortete. „Was ist das?“, wiederholte Ronan, diesmal eindringlicher. Magnus packte Ronans Handgelenk. „Wir gehen.“ „Warum?“, verlangte Ronan. „Jetzt“, befahl Magnus. Ronan riss seinen Arm los. „Nein. Du wirst mir erklären, was hier passiert.“ Magnus sah ihm direkt in die Augen. Zum ersten Mal in Ronans Leben bemerkte er etwas Unbekanntes auf dem Gesicht seines Vaters. Nicht Wut. Nicht Enttäuschung. Angst. „Hör mir genau zu“, flüsterte Magnus eindringlich. „Wenn dich jemand fragt, was du heute Nacht gesehen hast, sagst du nichts.“ Ronan starrte ihn ungläubig an. „Warum?“ Magnus senkte seine Stimme noch weiter. „Weil manche Geheimnisse gefährlich genug sind, um dich das Leben zu kosten.“ Ronans Herz begann schneller zu schlagen. Bevor er noch etwas fragen konnte, hallte ein Heulen durch den Wald. Es war nicht das Heulen eines gewöhnlichen Wolfes. Es war tief. Uralte Macht lag darin. Und es war so gewaltig, dass jeder Wolf in Mooncrest verstummte. Ronan spürte, wie sich etwas in seiner Brust regte. Die schwarzen Zeichen brannten intensiver. Dann hallte eine Stimme in seinem Geist wider. Nicht die seines Vaters. Nicht die seiner Mutter. Nicht menschlich. „Mein.“ Ronan erstarrte. Er hörte die Stimme erneut. „Du gehörst mir.“ Seine Augen weiteten sich vor Schock. Eine weitere Stimme folgte. Ein Knurren, so tief, dass es durch seine Knochen vibrierte. „Und ich habe gewartet.“ Die Zeichen auf seiner Brust pulsierten unter seiner Haut. Ronan brach zusammen. Das Letzte, was er sah, bevor die Dunkelheit ihn verschlang, war der entsetzte Gesichtsausdruck seiner Mutter. Und hinter ihr hörte er seinen Vater Worte flüstern, die Ronan niemals vergessen würde: „Das Siegel bricht.“

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