Kalins letztes Angebot-1a

679 Words

„Du siehst müde aus.“ Kalins Stimme dringt aus dem Schatten, bevor ich ihn sehe. Ich zucke nicht zusammen. Ich greife nicht nach einer Klinge. Ich bleibe einfach stehen. „Du auch“, sage ich. Er tritt ins Laternenlicht. Dünner. Schärfer. Immer noch so kontrolliert wie eine zweite Haut. „Komisch“, sagt er. „Das sagen alle.“ „Du solltest dich verstecken.“ „Bin ich auch“, antwortet er. „Diesen Ort gibt es nicht.“ Ich blicke mich in der verlassenen Wachhalle um. Zerbrochenes Dach. Asche in den Ecken. Wind, der durch die Ritzen rauscht. „Warum riskierst du das dann?“, frage ich. „Weil Enden Zeugen brauchen“, sagt er. Ich verschränke die Arme. „Du kannst nicht mehr in Rätseln sprechen.“ Er lächelt schwach. „Du hast meine Gedichte immer gehasst.“ „Ich habe deine Lügen gehasst.“ „Die

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