KAPITEL NEUNUNDZWANZIG Damons Sicht Der Ratssaal war versiegelt, als ich ankam. Er war kleiner als die öffentliche Halle, die Steinwände wirkten beengender, die Luft schwerer. Keine Wachen. Keine Zeugen. Nur die Ältesten, die in einem engen Halbkreis saßen, ihre Gesichter hart. Das war keine Diskussion. Ich spürte es in dem Moment, als ich eintrat. Mein Wolf regte sich unter meiner Haut, unruhig und wachsam. Der Raum war zu still. Zu vorbereitet. Jemand hatte bereits gesprochen. Jemand hatte Selenes Schicksal bereits entschieden, noch bevor ich gerufen wurde. Ältester Kael ergriff als Erster das Wort. „Dieses Treffen ist eine Formalität, Alpha Damon. Unsere Entscheidung ist bereits gefallen.“ Gut. Dann brauchte ich nicht so zu tun, als wäre das fair. „Sag es“, sagte ich mit ruhig

