KAPITEL FÜNFUNDDREISSIG Selenes Sicht Die Höhle war in Mondlicht getaucht. Mondlicht strömte durch die weite Öffnung über uns herein, blass und gleichmäßig, und umspülte den Steinboden wie Wasser. Die Ältesten standen in einem weiten Kreis, ihre Gesichter angespannt, die Hände gefaltet. Ich stand in der Mitte. Nackte Füße auf kaltem Stein. Mein Herz hämmerte so heftig, dass ich es in den Ohren hörte. Älteste Maera stand mir am nächsten. Ihr Rücken war gebeugt, aber ihre Augen waren scharf und furchtlos. „Wehre dich nicht gegen das, was kommt“, sagte sie sanft. „Lass es durch dich hindurchfließen.“ Ich schluckte. „Ich weiß nicht wie“, flüsterte ich. „Doch“, erwiderte sie. „Das hast du schon immer.“ Hinter ihr sah ich Damon. Er stand etwas außerhalb des Kreises, die Hände an den

