Sofia Die Morgensonne auf der Insel war gnadenlos. Ich saß völlig nackt an einem kleinen Bistrotisch auf der Terrasse und schälte mit meinen Fingern eine Mango. Der Stein unter meinen nackten Füßen war bereits warm, und die Brise, die mein Haar aufwirbelte, war schwer vom Geruch des Salzes. Mir gegenüber lehnte Luca sich in seinem Stuhl zurück und trank Espresso. Auch er war nackt, seine Beine lässig gespreizt, und sah aus wie ein heidnischer König, der sein Reich überblickt. Ich konnte nicht aufhören, seinen Oberkörper anzustarren. Ich hatte die Konturen seiner Narben im Dunkeln unter meinen Fingerspitzen gespürt, aber sie zu sehen war etwas anderes. Eine gezackte weiße Linie verlief über seine Rippen. „Du starrst mich an“, sagte er und blickte mich über den Rand seiner Tasse hinweg an

