Ich wurde von dem schrillen Klingelton meines Handys geweckt. Ich öffnete verschlafen die Augen und blickte auf die Uhr. Sieben Uhr morgens. Unverschämtheit. Wer rief so früh bei mir an? Als ich abnahm, meldete sich eine Penelope Young, Hausdamenassistentin vom Venturi Oriental Hotel. Ich saß sofort kerzengerade im Bett. Ich hatte den Job bekommen und sollte schon morgen um sechs Uhr zur Frühschicht erscheinen. Ich sprang aus dem Bett, lief über den Flur und sprang zu Kimberly ins Bett, die noch schlief. "Kimberly, ich hab den Job!"
Kimberly blinzelte verschlafen, richtete sich auf und schaute mich mit halb geöffneten Augen an. "Welchen Job?", fragte sie verwirrt. Die Freude in meinem Gesicht muss ansteckend gewesen sein, denn plötzlich umarmte sie mich, ohne dass ich antworten musste. „Oh mein Gott, Olivia, das ist ja großartig!“, rief sie aus, als die Neuigkeit zu ihr durchdrang. Kimberly war immer meine größte Unterstützerin gewesen und wusste, wie sehr ich diesen Job wollte.
Nachdem ich angezogen war, machte ich mich auf den Weg in die Küche, um einen schnellen Kaffee zu trinken. Kimberly folgte mir und plauderte aufgeregt über all die Dinge, die ich beachten sollte. „Vergiss nicht, höflich zu sein und viel zu lächeln“, riet sie. „Du wirst großartig sein, ich weiß es.“
Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg zu einem nahegelegenen Park, um meinen Kopf freizubekommen und über die Neuigkeit nachzudenken. Die morgendliche Brise war kühl, und die Sonne begann gerade erst, den Himmel in ein sanftes Rosa zu tauchen. Ich setzte mich auf eine Bank und starrte auf den kleinen Teich vor mir, während Enten leise darüber hinweg glitten. Die Ruhe half mir, meine Gedanken zu sortieren und die Nervosität ein wenig zu lindern.
Der Job bedeutete nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch einen Schritt in eine neue Welt, in der ich mich weiterentwickeln und meine Fähigkeiten verbessern konnte. Der Gedanke daran erfüllte mich mit einer Mischung aus Vorfreude und Angst. Würde ich den Erwartungen gerecht werden? Was, wenn ich scheiterte? Diese Fragen schwirrten in meinem Kopf herum und ließen mir keine Ruhe.
Als ich schließlich nach Hause zurückkehrte, fühlte ich mich ein wenig gefasster. Ich verbrachte den Rest des Tages damit, mich auf meine erste Schicht vorzubereiten. Ich übte ein freundliches Lächeln vor dem Spiegel und probierte verschiedene Frisuren aus, um einen professionellen Look zu finden. Kimberly unterstützte mich tatkräftig und gab mir immer wieder aufmunternde Worte mit auf den Weg.
Am Abend saßen wir gemeinsam auf dem Sofa, eine Flasche Wein teilend, und besprachen den kommenden Tag. „Denk dran, die erste Impression ist die wichtigste“, sagte Kimberly. „Zeig ihnen, was du kannst.“ Ich nickte und versuchte, ihre Zuversicht in mir selbst zu finden.
Die Nacht war kurz. Ich lag lange wach und wälzte mich im Bett hin und her, während die Gedanken in meinem Kopf kreisten. Schließlich schlief ich doch ein, nur um wenige Stunden später vom Alarm meines Handys geweckt zu werden. Es war fünf Uhr morgens, und ich fühlte mich wie benommen. Dennoch kämpfte ich mich aus dem Bett, duschte schnell und zog mich an. Ich fühlte ein Kribbeln in meinem Magen, das sich aus einer Mischung aus Aufregung und Nervosität zusammensetzte.
Pünktlich um halb sechs verließ ich die Wohnung und machte mich auf den Weg zum Venturi Oriental. Die Stadt erwachte langsam zum Leben, und der Weg zum Hotel war von einem leichten Nebel umhüllt. Als ich schließlich vor dem prächtigen Gebäude stand, blieb ich einen Moment stehen und atmete tief durch. Dies war der Anfang eines neuen Kapitels in meinem Leben.
Als ich das Hotel betrat, wurde ich von einem freundlichen Portier begrüßt, der mir den Weg zur Personalabteilung wies. Dort wartete bereits Penelope Young auf mich, eine junge Frau in etwa in meinem Alter. „Willkommen im Venturi Oriental, Olivia“, sagte sie und reichte mir die Hand. Ich schüttelte sie fest und lächelte, versuchte aber, meine Nervosität nicht zu zeigen.
Penelope führte mich durch das Hotel und zeigte mir die verschiedenen Bereiche, in denen ich arbeiten würde. Die Größe und Eleganz des Ortes überwältigten mich, aber ich gab mir Mühe, aufmerksam zu bleiben und all ihre Erklärungen zu verfolgen. Schließlich kamen wir in der Etage der Suiten an, und Penelope erklärte mir die genauen Aufgaben, die ich zu erledigen hatte.
„Sie werden dafür verantwortlich sein, die Suiten in perfektem Zustand zu halten. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Zimmermädchen ihre Arbeit richtig ausführen. An jedes noch so kleine Detail muss gedacht werden“, erklärte sie und lief mit schnellem Schritt voraus und ich versuchte Schritt zu halten. „Das bedeutet nicht nur Sauberkeit, sondern auch ein Auge für Details zu haben und sicherzustellen, dass alles unseren hohen Standards entspricht.“ Ich nickte und versprach, mein Bestes zu geben.
Penelope führte mich mit einem selbstsicheren Lächeln durch die Gänge des Hotels, als ob sie die geheime Karte einer verborgenen Welt in der Hand hielte. Ihre Schritte hallten auf dem Marmorboden wider, und ich versuchte, Schritt zu halten, während meine Gedanken von einer Mischung aus Nervosität und Aufregung erfüllt waren. Ich war gespannt auf das, was mich erwartete, doch zugleich sorgte ich mich um die kleine Vorstellung, die ich mir über den Arbeitsalltag gemacht hatte.
Schließlich erreichten wir die Wäscherei des Hotels, einen unscheinbaren Raum mit weißen Wänden und blitzblanken Oberflächen, die das grelle Licht der Neonröhren reflektierten. Der Geruch von frischer Wäsche und leichtem Reinigungsmittel lag in der Luft und verfolgte uns durch die Stille des Raumes. Penelope wies auf einen Tisch, auf dem mehrere Uniformen ordentlich übereinandergelegt waren. „Hier ist deine Uniform“, sagte sie und deutete auf die Kleidung, die wie aus einem Katalog der perfekten Hotelfachkraft schien.
Die Uniform bestand aus einem schwarzen knielangen Rock, der perfekt zu dem engen schwarzen Blazer passte, der sich in der gleichen stilvollen Eleganz präsentierte. Die weiße Bluse, schlicht und dennoch edel, sollte unter dem Blazer getragen werden, und das goldene Halstuch, das um den Hals gebunden wurde, verlieh dem Ganzen einen Hauch von Luxus. Penelope erklärte mir, dass dies die Arbeitskleidung für alle Mitarbeiter war, und ich durfte sie in zweifacher Ausfertigung mitnehmen. „Das ist wichtig“, meinte sie, „damit du immer eine frische Uniform parat hast.“
Sie übergab mir auch meinen Dienstplan, der sorgfältig gefaltet und in einem braunen Umschlag verpackt war. Die Schrift auf dem Plan war klein und präzise, und ich erkannte schnell, dass ich die nächsten Wochen mit einem strengen Zeitplan rechnen musste. Jeder Tag war minutiös durchgeplant, und es schien keine Zeit für freie Momente oder spontane Entscheidungen zu geben. Mein Blick huschte über die Zahlen und Zeiten, während ich mir versuchte, alles einzuprägen.
Nachdem wir die Wäscherei verlassen hatten, führte mich Penelope durch eine versteckte Tür in das Untergeschoss des Hotels. Der Gang war eher unscheinbar, aber als wir an den Angestelltenbereich kamen, veränderte sich der Eindruck. Hier befand sich ein Raum voller Spinde, ordentlich aufgereiht und mit Namen versehen. „Hier kannst du dich umziehen“, erklärte sie, „und hier bekommst du auch dein Diensthandy.“
Sie reichte mir ein schwarzes Handy, das schwer in meiner Hand lag. Es war kompakt, aber die Bedeutung des Geräts ließ sich nicht leugnen. Penelope sah mich ernst an. „Dieses Handy musst du rund um die Uhr bei dir haben. Es ist wichtig, dass du immer erreichbar bist. Niemals darfst du es ausschalten oder aus der Hand legen. Es ist deine Verbindung zum Hotel, und wir müssen immer sicherstellen, dass wir dich erreichen können.“
Ich nickte, obwohl mir der Gedanke, ständig erreichbar sein zu müssen, ein mulmiges Gefühl gab. Ich stellte mir vor, wie es wäre, keine Sekunde Ruhe zu haben, immer auf Abruf und mit der ständigen Erwartung, dass ein Anruf oder eine Nachricht eintreffen könnte. Penelope schien meine Bedenken zu spüren, denn sie fügte hinzu: „Ich weiß, es mag überwältigend erscheinen, aber das ist der Standard hier. Jeder Mitarbeiter hat seine Aufgaben, und wir müssen sicherstellen, dass alles reibungslos funktioniert.“
Als ich meinen Spind öffnete und die Uniformen hineinlegte, konnte ich den Gedanken nicht loswerden, dass das Hotel eine eigene Welt mit eigenen Regeln war. Alles hier schien darauf ausgerichtet zu sein, perfekt zu funktionieren und den Gästen den besten Service zu bieten. Ich fühlte mich wie ein kleines Rädchen in einem großen Uhrwerk, das darauf wartete, sich in die getaktete Bewegung einzufügen.
„Wenn du fertig bist, komm bitte in den dritten Stock. Dort ist unser Housekeepingbüro. Die Chefin möchte noch gerne ein paar Worte mit dir wechseln.“ Penelope verließ mich mit einem kurzen Lächeln und einer ermutigenden Geste, und ich begann, mich umzuziehen. Die Uniform war gut geschnitten und passte mir perfekt, was mich ein wenig beruhigte. Das Gefühl, in dieser Kleidung zu stecken, verlieh mir ein Gefühl von Professionalität, aber auch von Unsicherheit. Ich fragte mich, ob ich den Erwartungen gerecht werden könnte, die anscheinend an jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter gestellt wurden.