KAPITEL SECHSUNDDREISSIG Dimitris Sicht Ich starrte die Frau an, mit der ich gerade zusammengestoßen war. Sie war schwanger. Hochschwanger. Ihr Bauch war rund und groß. Was tat eine Schwangere um diese Uhrzeit hier draußen? In dieser gefährlichen Gegend? War sie auf der Flucht? Wurde sie von ihrem Mann misshandelt? Mein Beschützerinstinkt erwachte sofort. „Geht es Ihnen gut?“, fragte ich. „Brauchen Sie Hilfe?“ Sie antwortete nicht. Sie starrte mich nur an, als wäre ich ein Geist, als hätte sie etwas Unmögliches gesehen. Ihre Augen waren weit aufgerissen. Ihr Mund stand offen. Und Tränen liefen ihr über die Wangen. Ich war geschockt. Hatte ich sie zum Weinen gebracht? „Miss?“, sagte ich noch einmal. „Sind Sie verletzt? Sind Sie in Gefahr?“ Sie streckte zitternd die Hand aus, al

