Schatten der Vergangenheit

818 Words
Die Dunkelheit drückte schwer auf Elyas Schultern, und der Weg vor ihr war kaum mehr als eine Vermutung. Die Karte in ihrer Hand war eine tröstliche Lüge – ein Stück Papier, das versuchte, Ordnung in ein Chaos zu bringen, das sich jedem Verstehen entzog. Ihre Füße setzten sich mechanisch in Bewegung, durch dichten Schlamm und über Wurzeln, die wie Klauen aus dem Boden ragten. Die Luft war stickig und voller Feuchtigkeit, doch sie spürte keinen Wind, keinen Hauch, der sie trösten konnte. Es war, als hätte der Wald seine eigene, verschlossene Welt, eine, die nichts von außen duldete. Elya biss die Zähne zusammen. Das Gewicht des Amuletts an ihrem Hals wurde spürbar schwerer, als sie die ersten Schritte tiefer in die Schatten machte. Ihre Finger tasteten automatisch danach, schlossen sich um den kühlen Stein. In der Stille des Waldes hörte sie plötzlich eine Stimme – leise, kaum mehr als ein Flüstern. Sie hielt inne, die Laterne in ihrer Hand warf ein schwaches Licht auf die dichten Baumstämme um sie herum. » Elya …« Sie zuckte zusammen. Die Stimme war bekannt. Warm, vertraut, wie ein Echo aus einer anderen Zeit. »Rina?« Ihre Stimme klang schwach, brüchig. > Kein Antwort. Dann machte sie einen Schritt nach vorn. Das Pochen verstummte abrupt.Mit einem letzten Blick über die Schulter trat sie näher an die Ruine heran.<
Free reading for new users
Scan code to download app
Facebookexpand_more
  • author-avatar
    Writer
  • chap_listContents
  • likeADD