Kapitel 3 - Promotion

1562 Words
Isabella´s POV Ich mochte Andrea wirklich sehr. Sie war mir eine riesen Hilfe und kannte wirklich jeden hier, was mir des Öfteren den einen oder anderen Vorteil verschaffte. Aber ihre ungebändigte Art sich in mein, nichtexistierendes, Liebesleben einzumischen, war nur schwer zu ertragen. „Ich würde es vorziehen, wenn wir uns jetzt auf die Arbeit konzentrieren würden. Andrea, ich brauche diesen Job und, wie du weißt, sind genug Augen auf mich gerichtet und warten nur darauf, dass ich einen Fehler mache.“ Andrea rollte ihre Augen. „Du musst dich wirklich etwas mehr entspannen oder du wirst noch ergrauen vor Sorge.“ Wir mussten beide über ihren Kommentar lachen. Ich saß an meinem Schreibtisch und schaute in meine Emails, um zu sehen, ob es schon irgendeine Rückmeldung vom Meeting gab. Ich stöhnte, nichts. „Noch nichts?“, fragte Andrea. Ich schüttelte meinen Kopf. „Nein.“ Andrea warf mir einen mitfühlenden Blick zu, ala: alles wird gut. „Gib ihnen ein bisschen Zeit.“ Als es Mittag war, machte ich mich auf den Weg, um etwas zu essen, als plötzlich mein Telefon klingelte. Mr. Taylor, oh Gott. Zitternd nahm ich ab. „Isabella, bitte kommen Sie sofort in den Konferenzraum!“, Mr. Taylors Stimme klang zurückhaltend. Mit zitternden Beinen ging ich zum Konferenzraum. Ich war mir sicher, dass ich es vermasselt habe. Mr. Taylor stand am Fenster, mit seinem Rücken zu mir gedreht und sah auf die Stadt hinaus. „Schließen Sie die Tür.“ Oh nein, jetzt kommt der Teil, den ich am meisten fürchtete. Ich wusste, dass ich nicht dafür bereit war. Aber dennoch haben sie mich dazu gebracht und nun muss ich die Konsequenzen dafür tragen. Das war nicht fair. Aber seit wann war das Leben schon fair? „Miss Hunt, ich hasse es wirklich dies tun zu müssen, das ich weiß, dass Sie noch nicht lange in der Firma sind…“ „Bitte Mr. Taylor.“, unterbrach ich ihn. „Seit ich hier bin habe ich immer hart gearbeitet. Ich habe Überstunden gemacht, wenn Sie es von mir verlangt haben und habe Sie nie enttäuscht. Ich wusste nicht, dass ich die Präsentation halten sollte.“, redete ich leiste aber bestimmt weiter, komplett im Verteidigungsmechanismus. Bereit, wenn nötig, um meinen Job zu betteln. Ich wollte nicht untergehen, ohne zu kämpfen. Er drehte sich mit einem Schwung um, seine Stirn in Falten gelegt und starrte mich an. „Wovon zur Hölle reden Sie?“ Verwirrung und Ärger lagen in seiner Stimme. „Em…“ Nervös sah ich verwirrt umher, als Mr. Taylor weiterredete: „Mr. Crawford bat mich ein anderes Projekt mit hoher Dringlichkeit fertig zu stellen. Ich werde ständig daran arbeiten müssen und viel reisen, um sicherzustellen es rechtzeitig fertigzustellen. Sie haben bisher einen sehr guten Job gemacht, Isabella. Ihre Präsentation heute war exzellent, obwohl es sehr kurzfristig auf dem Plan stand. Also bin ich mit Mr. Crawford übereingekommen, dass Sie von jetzt das Hotel-Projekt leiten und fertigstellen werden. Sie können ein Team nach Ihren Wünschen zusammenstellen oder auch alles weiterführen, wie es ist.“ Mir klappte die Kinnlade herunter. Exzellent? Sie fanden meine Präsentation wirklich gut? Mein Herz hüpfte und eine riesige Welle der Erleichterung strömte durch meinen gesamten Körper. Und ich soll das Projekt leiten? Oh mein Gott, ich dachte ich würde gefeuert werden, aber stattdessen wurde ich hier und jetzt befördert. Meine Augen weiteten sich in Erstaunen und dann erstarrte ich. Was, wenn ich es vermassel? Würde ich meinen Job verlieren? „Was halten Sie davon, Miss Hunt?“, hörte ich eine bekannte Stimme im Hintergrund fragen. Sofort drehte ich mich um, nur um Mr. Crawford zu sehen, der auf einem Stuhl neben der Tür saß. Was machte er hier? Nun, er war der Boss, er kann sein wo immer er sein will. Seine Anwesenheit ließ meinen Magen nach unten rutschen. „Ich kann verstehen, wenn sie ablehnen.“, führte Mr. Taylor fort. „Es ist viel verlangt und viel Arbeit. Aber ich hoffe dennoch, dass Sie ja sagen. Ich wüsste niemand anderen, dem ich dieses Projekt anvertrauen würde. Niemand sonst hat einen so tiefen Einblick darin, wie Sie.“ Jetzt wunderte mein Blick zwischen beiden hin und her. Sie sahen mich beide erwartungsvoll an, wie wohl meine Entscheidung ausfallen würde. Konnte ich denn ablehnen? „Ich-Ich …. Em…..“, stotterte ich nur. „Danke?“, entkam es mir mehr als Frage statt einer Antwort. „Großartig! Dann wäre das ja geregelt.“, Mr. Crawford stand vom Stuhl auf. „Mr. Taylor wird mit Ihnen die Details besprechen. Miss Hunt?“ Ich sah ihn an und er hielt direkten Blickkontakt. „Es war mir ein Vergnügen Sie wiederzusehen.“, sagte er mit einem leichten Lächeln auf seinen Lippen. Dann streckte er seine Hand nach meiner aus. Als ich meine Hand in seine legte spürte ich ein Prickeln, wie ein leichter Stromschlag. Geschockt sah ich ihn an. Ich weiß nicht, ob er es auch fühlen konnte, aber sah mich ebenfalls einen Moment lang an, nickte mir zu und verließ den Raum. Mr. Taylor klatschte seine Hände zusammen. „So, dann lassen Sie uns alles besprechen. Bitte setzen Sie sich.“, er deutete auf den Stuhl ihm gegenüber und ich setzte mich. „Natürlich bekommen Sie eine Gehaltserhöhung für die Dauer des Projektes. Die Formalitäten werden vom Personalbüro vorbereitet und Sie bekommen einen weiteren Vertrag zusätzlich zu Ihrem bisherigen zur Unterschrift vorgelegt.“, brabbelte Mr. Taylor. Ich konnte mich nicht wirklich darauf konzentrieren, was er sagte. Ich war so überwältigt von dem, was gerade passierte. „keine Sorge, Isabella.“, riss er mich aus meinen Gedanken. „Ich werde Sie nicht mit allem alleine lassen. Mr. Crawford wird die nächsten Wochen hier vor Ort sein, um Sie zu unterstützen. Sollten Sie irgendwelche Fragen haben, bitte fragen Sie ihn einfach.“ Jetzt wich alle Farbe aus meinem Gesicht. Ich sollte mit dem CEO dieser Firma persönlich zusammenarbeiten? Oh mein Gott… ich bekam kaum ein Wort heraus. Das wird mein Untergang. Sofort musste ich an unsere erste Begegnung denken und ich konnte sofort spüren, wie ich errötete. „Em… Mr. Taylor, ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich qualifiziert oder erfahren genug bin, um direkt mit Mr. Crawford zu arbeiten.“ „Es wird alles gut sein. Mr. Crawford kennt Ihren Bildungsweg und er weiß auch, dass Sie neu in der Firma sind. Es wird nicht zu Ihrem Vorteil. Sehen Sie es einfach mehr als eine einmalige Chance in kurzer Zeit sehr viel Erfahrung zu sammeln. Nicht jeder in ihrem Alter bekommt die Gelegenheit mit dem CEO einer Firma zusammenzuarbeiten. Viele bekommen sie ihr ganzes Leben nicht. Es wird auch sehr gut in ihrem Lebenslauf aussehen und ihre Karriere wird davon profitieren. Vor allem, wenn Sie einen guten Job machen und daran habe ich keinen Zweifel. Wenn Sie keine weiteren Fragen haben, dann möchte ich Sie nicht länger von Ihrer Mittagspause abhalten. Andrea wird Ihre Aufgaben für die Zeit übernehmen, sodass Sie sich rein auf das Projekt konzentrieren können.“ Mit einem schnellen Kopfnicken, drehte ich mich um und verließ den Raum, noch immer in Schock. Als ich an meinen Schreibtisch zurückkehrte, sprang Andrea sofort auf. Sie sah mein kreidebleiches Gesicht. Sie kam auf mich zugerannt und fragte: „Isabella, was ist passiert? Wurdest du gefeuert? Warum soll ich alle deine Aufgaben übernehmen? HALLO? ISABELLA?“ Sie schüttelte an meinem Arm, um mich aus meiner Schockstarre zu reißen: „ISABELLA!!!“ „Ich soll das Projekt leiten.“, war das einzige, was ich rausbringen konnte, nicht mehr als ein Flüstern. Aber Andrea konnte mich hören. „WAS?“, schrie sie beinahe. „Das ist doch großartig! Herzlichen Glückwunsch!“, schoss es aus ihr euphorisch heraus. Sie zog mich in eine Umarmung. „Ich habe dir doch gesagt, dass du das Ding rocken wirst. Warum machst du dann ein Gesicht, als hätte man dich gerade gefeuert? Du solltest dich freuen!“ „Ich weiß nicht. Ich bin immer noch geschockt denke ich. Ich werde von nächster Woche an auch mit Mr. Crawford zusammenarbeiten. Wie soll ich das machen, Andrea? Nachdem ich ihn fast umgerannt habe?“ ich vergrub mein Gesicht in meinen Händen. „Sei nicht albern, ich wette er hat es schon längst vergessen. Dir ist klar, dass, sobald die Frauen im Büro davon Wind kriegen, werden sie dich alle hassen und töten wollen. Oder, noch schlimmer, sie wollen alle deine beste Freundin werden, nur um an den Boss heranzukommen.“ „Perfekt.“ Stöhnte ich und hielt mir den Kopf mit den Händen. „Hör einfach nicht auf den Klatsch und Tratsch. WIR werden das heute Abend feiern. Und keine Wiederrede!“ Sie hielt ihre Hand vor mein Gesicht. Wiederspruch war zwecklos. Also nickte ich einfach nur in Zustimmung. „Großartig!“ Sie hüpfte auf und ab vor Freude. Ich bin hier in Boston noch nicht ausgegangen. Um ehrlich zu sein, noch niemals zuvor. Das heißt, wenn man Take-away nicht mitzählt. Seit ich diesen Job hatte, hat sich mein Leben komplett verändert. Also warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren? Was sollte schon Schreckliches passieren? Ich verbrachte den restlichen Tag damit Papierkram fertig zu stellen und Andrea über alles zu informieren und sie einzuarbeiten. Ich hatte noch immer gemischte Gefühle über das, was mir in den nächsten Tagen und Wochen bevorstand.
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