Bevor ich sie sah, konnte ich sie schon riechen. Der Geruch war mir nur allzu vertraut und traf mich wie ein Schlag. Süßliche Kiefer und Wolfsmusk. Gewürzte Beeren. Eine klebrige Unterströmung von etwas Scharfem, wie Eifersucht, die sich hinter Parfüm verbirgt. Ich erstarrte in Kaels Bett. Ich kannte diesen Duft. Ayla. Einst war sie meine beste Freundin gewesen. Meine Vertraute. Das einzige andere Mädchen, das verstand, was es bedeutete, in einer hochrangigen Familie aufzuwachsen, gefangen in Erwartungen und zum Schweigen gebracht durch Pflichten. Wir wollten zusammen fliehen. Jetzt war sie hier – in Kaels Lager. Mein Herz pochte vor etwas anderem als Angst, ich setzte mich vorsichtig auf und drückte die Felle an meine Brust. Die Höhlentür öffnete sich. Sie trat ein, als gehöre

