ANN
„Willst du mir etwa eins anbieten?“
Der Champagner schwappte über den Rand, als ich mich herumdrehte.
Rian lehnte auf dem Sofa, als hätte sich der Raum um ihn herum geformt – Arme lässig über die Lehne, ein Knöchel über das andere Knie geschlagen, Hemdsärmel hochgekrempelt, die dunklen Adern auf den Unterarmen sichtbar.
Mein Puls stolperte. „Ich habe dir gesagt, du sollst gehen.“
„Und ich habe dir gesagt, dass ich die Nacht mit dir verbringen will.“
„Das kannst du nicht.“ Ich leerte das Glas in einem trotzigen Schluck.
Die Bläschen brannten in meiner Kehle.
Ich griff nach der Flasche; meine Finger zitterten nur leicht genug, dass der Hals gegen das Glas klapperte.
„Was stimmt nicht mit dir heute Nacht, Vianne?“
„Musst du das wirklich fragen?“ Ich schnippte.
Er schenkte dieses zerstörerische Lächeln. „Versuch’s doch.“
„Geh weg, Rian.“ Ich rollte mit den Augen, aber die Bewegung fühlte sich zerbrechlich an. „Ich bin nicht interessiert.“
„Warum nicht?“
„Weil du mir den Kopf verdrehst.“ Die Worte platzten schärfer heraus, als ich wollte. „Und ich weiß nicht einmal, wer du wirklich bist.“
Er erhob sich und kam auf mich zu, schenkte sich ohne zu fragen ein Glas ein. Kristall klirrte leise, als er mein Glas leicht anstieß.
„Lustig. Ich glaube, du hast das vertauscht… Nyx.“
„Mein Name ist Vianne.“
„Ist er das?“ Er musterte mich über den Glasrand und nahm einen bedachten Schluck. „Denn die Frau, die mich gerade aus der Tür geschubst hat, stellte sich als Nyx vor.“
„Siehst du?“ Frustration zog sich wie ein Knoten in meiner Brust zusammen. „Genau das machst du. Verdrehst alles, bis ich an meiner eigenen Vernunft zweifle.“
Ein tiefes, dunkles, privates, unerträglich amüsantes Kichern entfuhr ihm. Er nahm noch einen Schluck, sichtlich belustigt über meine Gereiztheit.
„Bitte geh.“ Ich wandte mich ab, stützte beide Hände auf die Arbeitsplatte. „Heute Morgen habe ich versucht, mit dir zu reden, und du bist weggegangen, als wäre ich nichts. Komm jetzt nicht zurück, um so zu tun, als würde es dich interessieren.“
„Habe ich irgendetwas Körperliches verlangt?“
„Warum bist du dann neulich abgehauen?“ Meine Stimme sank. „Eine Minute waren wir—“
Schweigen verschluckte den Rest, und er füllte es nicht.
„Geh nach Hause, Rian. Ich bin fünfundzwanzig. Ich spiele diese Spiele nicht mehr.“
„Das Alter hat nichts damit zu tun.“ Sein Ton wurde sanft, fast unmerklich. „Du bist zu jung für mich.“
Er hob sein Glas.
Hilflos sah ich zu, wie seine Zunge den Rand seiner Unterlippe einmal bewusst streifte. Hitze breitete sich sofort, gnadenlos, tief in meinem Bauch aus.
„Ich weiß,“ flüsterte ich.
Überraschung huschte über sein Gesicht.
„Vielleicht bin ich diejenige, die zu jung für dich ist,“ fügte ich hinzu. „Was schade ist.“
„Warum?“
„Weil du der erste echte Mann warst, den ich jemals in mich gelassen habe.“ Meine Stimme kaum hörbar. „Die Jungs davor – unbeholfen, gehetzt, vergessen. Aber du… diese Nacht fühlte sich perfekt an. Verheerend perfekt. Bis du dafür gesorgt hast, dass es das nicht blieb.“
Sein Kiefer spannte sich, ein Muskel zuckte, als unsere Blicke sich trafen.
Er schloss den Abstand in zwei Schritten, umfasste mein Gesicht, Daumen streiften über meine Wangenknochen.
„Du dachtest, es sei perfekt.“
„Du weißt doch, dass es war—“
Er unterbrach mich mit seinem Mund.
Der Kuss begann langsam, steigerte sich aber mit stiller Intensität, seine Zunge glitt über meine Lippen, schmeckte Champagner, Wut und alles, was wir uns geweigert hatten zu sagen.
Meine Hände krallten sich in sein Hemd, hielten fest.
Wir lösten uns gerade genug, um zu atmen.
„Wir zerstören uns gegenseitig, Rian.“
„Ich weiß,“ keuchte er. „Also lass uns heute Nacht schön zerstören.“
Ich schoss hoch, Finger verhedderten sich in seinem Haar, küsste ihn zurück mit roher Verzweiflung.
„Nackt,“ knurrte er gegen meinen Mund. „Ich brauche dich nackt. Jetzt.“
Ich riss seine Jacke weg, riss die Knöpfe seines Hemdes auseinander, bis sie verstreut auf dem Boden lagen.
Seine Brust war warm und hart unter meinen Händen, ein dunkler Haarweg führte wie ein Versprechen hinab.
Sein Mund fand meinen Hals, Zähne kratzten, dann folgten heiße, offene Küsse, die meine Knie schwach werden ließen. Ich fummelte an seinem Gürtel und Reißverschluss; alles glitt im Eiltempo zu Boden.
Bevor ich auf die Knie fallen konnte, hob er mich hoch und trug mich ins Schlafzimmer, ließ mich langsam ab, bis meine Füße den Teppich berührten.
Seine Augen schlossen sich einen Herzschlag, dann öffneten sie sich dunkel und glühend.
„Hast du eine Ahnung, wie verdammt exquisit du bist?“ flüsterte er.
Ich umschloss sein Gesicht und küsste ihn tief, Zungen strichen in langsamen, bewussten Rhythmen.
Seine Finger fanden meinen Reißverschluss und zogen ihn herunter; Seide sammelte sich zu meinen Füßen. Blassrosa Spitze klebte an mir – BH, Höschen, Strapse – und sein Blick streifte mich, dunkel und gierig.
Er neigte den Kopf, zeichnete mit seiner Zunge einen feuchten Pfad über mein Schlüsselbein. Gänsehaut jagte über meine Haut, während ich gegen ihn zitterte.
„Sag mir, was du willst,“ hauchte er.
„Dich,“ flüsterte ich. „Jeden Teil von dir.“
Er hob mich hoch; meine Beine schlangen sich um seine Hüften.
Sein harter Leib presste durch die dünne Spitze, Reibung zündete Funken, die meine Wirbelsäule hinaufschossen. Er verharrte, Brust hebte sich, Augen auf meine gerichtet – wild, kaum gezügelt.
Mit vorsichtigen Händen öffnete er meinen BH und ließ ihn fallen. Sein Mund schloss sich um eine Brustwarze, heiß und feucht, riss mir einen scharfen Schrei aus der Kehle.
Meine Nägel gruben sich in seine Schultern, während er mein Höschen herunterzog, mein Bein an die Bettkante hob und mit drei Fingern in einem fließenden Zug tief in mich glitt.
Das nasse, rhythmische Geräusch, wie er mich bearbeitete, füllte den Raum. Sein Mund wechselte zwischen den Brüsten – saugte, biss gerade genug, um zu schmerzen – während sein Daumen meinen Kitzler unerbittlich umkreiste.
Jeder Stoß, jede Berührung, jeder Zahnkratzen zog mich enger, bis ich am Rande zitterte.
Rian Kronfeld war Gift im Maßanzug – arrogant, zerbrochen, emotional abgeriegelt.
Und doch… wie sollte ich mir das jemals verweigern?
Seine Finger krümmten sich tiefer, Daumen drückte langsame, gnadenlose Kreise über meinen Kitzler.
„Sag meinen Namen,“ knurrte er an meinem Hals.
Ich öffnete den Mund –
Und er hauchte gegen meine Haut.
„Sag meinen Namen… Yvette.“
Yvette?
Mein ganzer Körper erstarrte. Wer zum Teufel war Yvette?