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2887 Words
Liebe war schon immer mit Wahnsinn verbunden... eine göttliche Art von Irrsinn, die das Herz ohne Vorwarnung trifft und es für immer verändert. Es war ein suizidaler Pfad, doch andererseits war ein Liebender nie dazu bestimmt, ein Geschöpf der Logik oder Vernunft zu sein. Marina war in jeder Hinsicht eine waghalsige Spielerin. Sie war eine Frau, die beschlossen hatte, alles, was sie besaß – ihre Seele, ihre Vergangenheit und ihre gesamte Zukunft – auf dem Altar einer Liebe zu opfern, die andere vielleicht eine Sünde nennen würden. Sie liebte ihn so, wie ein Sünder seine Verfehlung liebt: heimlich, in der Dunkelheit und in den einsamen, schmerzenden Falten eines Herzens, das vor langer Zeit vergessen hatte, für jemand anderen zu schlagen. Für Marina war die Liebe ein Spiel, so gefährlich wie der Tod selbst. Und der Tod? Der Tod ist nur eine Bedrohung für diejenigen, die ihr Leben nicht wirklich gelebt haben. Sie fühlte sich, als wäre sie jahrelang als Geist über die Erde gewandelt, eine Frau, die bereits in der eisigen Wiege Russlands gestorben war, und erst jetzt, bei dieser Rückkehr in sein Land, war sie im Begriff, wirklich zu atmen. In dem Moment, als ihre Füße nach dem Verlassen des Privatjets den festen Boden Spaniens berührten, ging sie nicht einfach nur; sie hielt inne und ließ die Realität des Augenblicks in ihre Haut einsickern. Sie atmete die spanische Luft mit einem gewaltigen, verzweifelten Hunger ein und ließ zu, dass die Atmosphäre seiner Heimat die verdorrte Trockenheit ihres Herzens bewässerte. Sie hoffte, dass ihre Seele eines Tages so von ihm erfüllt sein würde, wie ihre Lungen jetzt von der Luft erfüllt waren, die er atmete. Dies war das Land, das sie eineinhalb Jahrzete lang schweigend verehrt hatte – eine Liebe, die sie niemals gegenüber einer lebenden Seele laut aussprechen konnte. Sie wollte dem Boden unter ihren Füßen sagen, dass sie ihn heiligte. Sie hielt dieses Land für heilig, so wie ein Gläubiger die heiligen Stätten seines Glaubens heiligt, einfach weil es das Land war, das ihn hervorgebracht hatte. Spanien – das Land, das sie einst in einem Moment absoluter, vernichtender Niederlage verlassen hatte. In jenem längst vergangenen Krieg der Liebe war ihre einzige begehrte Beute sein Herz gewesen, und in der Sekunde, als sie erkannte, dass sie es verloren hatte, hatte sie ihre kummervolle Reise in das Land des Schnees angetreten. Sie hatte sich in ein dickes Gewand aus eisiger Distanz gehüllt, in der Hoffnung, im Winter ihres einsamen Herzens etwas Wärme zu finden, doch die Kälte hatte das Feuer für ihn nur noch heller brennen lassen und ihr Sehnen in ein permanentes Inferno verwandelt. Eines der größten Tabus, die sie im Namen dieser verrückten Liebe begangen hatte, war ihre Weigerung, sein Phantom loszulassen. Sie hielt sich am Leben, indem sie ihn vom anderen Ende der Welt aus beobachtete. Jahrelang hatte sie tägliche Berichte über sein Leben in Auftrag gegeben – klinische, kalte Dokumente, die jede seiner Bewegungen mit chirurgischer Präzision detaillierten. Sie wusste, was er tat, wohin er ging, was er trug und sogar, welche Schatten sein Gesicht im Licht der spanischen Sonne streiften. Wenn es menschlich möglich gewesen wäre, hätte sie den exakten Rhythmus seiner kostbaren Herzschläge wissen wollen, um sie zu zählen, als wären sie ihre eigene Lebenskraft. Für die Welt mochte dies wie eine Sünde aussehen, oder vielleicht wie eine Form der Selbsterniedrigung und endlosen Qual. Doch Marina leugnete all das. Sie hatte nie um seine Liebe gebettelt, noch hatte sie die Brücken ihrer eigenen Würde eingerissen. Jede Hoffnung und jede Laune der Liebe, die ihren Körper berührte, war ein Funke, der ihre Existenz aufrechterhielt. Wer die Stadt der Liebe bewohnt, muss lernen, den Wahnsinn zu umarmen und mit dem Schmerz zu spielen, als wäre er ein wunderschönes, gefährliches Spielzeug. In der Dunkelheit der Nacht findet man sich vielleicht in ein schweres Leichentuch aus Traurigkeit gehüllt und weint in totaler Isolation, während man der eigenen Seele dennoch ein Lied des Lebens singt. Sie lebte in der beständigen, flackernden Hoffnung, dass die Morgensonne endlich in dieser dunklen Stadt der Liebe aufgehen würde, wo die Abgründe der Emotionen so scharf und unerbittlich waren wie ein Dolch, der in den Geist gestoßen wird. Marina wurde jäh aus den Tiefen ihrer schweren Selbstbeobachtung gerissen, als einer ihrer Leibwächter mit geübter professioneller Stille an sie herantrat. Mit einem respektvollen Signal wies er sie zum wartenden Wagen. Sie bewegte sich mit ihrer charakteristischen, königlichen Anmut, und als er die Tür aufhielt, stieg sie in das prachtvolle, ruhige Innere. Der Konvoi setzte sich in Bewegung und steuerte gemäß den präzisen Anweisungen, die sie erhalten hatten, auf den majestätischen Sierra-Palast zu. Fünf schwarze, gepanzerte Wagen bildeten eine schützende Hülle um sie – ein Anblick, der so imposant war, dass jeder Passant daraus schließen würde, dass eine Persönlichkeit von immenser globaler Bedeutung durch ihre Straßen fuhr. Die Fahrt war relativ kurz, doch für Marina war sie gefüllt mit einer schweren, erstickenden Stille und dem ohrenbetäubenden Lärm ihrer eigenen chaotischen Gedanken. Trotz der unerschütterlichen, marmornen Ruhe ihrer Züge verrieten ihre Finger ihre geheime Erregung, indem sie rhythmisch auf den Ledersitz klopften. Sie atmete langsam und bewusst und versuchte, Lungen zu beleben, die sich anfühlten, als stünden sie kurz vor dem Kollaps unter dem Gewicht ihres rebellischen und verräterischen Herzens. Heute war der Tag, von dem sie in ihren dunkelsten Stunden geträumt hatte. Sie würde ihn nach genau sechzehn Jahren, vier Monaten, zwei Tagen, sieben Stunden und drei Minuten wiedersehen. Sie hatte jede Sekunde gezählt wie ein Gefangener, der die Tage bis zu seiner Entlassung zählt, und die Wände ihres Geistes mit dem Verstreichen der Zeit markiert. Sie war durch tausend einsame Nächte wach geblieben und hatte die Bewegung der Zeit an den Sternen verfolgt. In der Welt der Liebe funktioniert Zeit anders; sie verlangsamt sich zu einem Kriechen, in dem sich eine einzige Minute wie eine Stunde anfühlt und eine Stunde sich zu einem Tag dehnt. Die Jahre waren zu einer schweren Ewigkeit geworden, die ihre Seele ermüdet hatte, doch sie hatte nicht ein einziges Mal den Gedanken gehegt, aufzugeben oder umzukehren. Als der Konvoi sich den massiven, geschlossenen Toren des Sierra-Palastes näherte, sah sie das schiere Ausmaß der Festung, die die Familie vor der Welt verbarg. Überall waren Wachen positioniert, nicht nur am Eingang, sondern entlang des gesamten Geländes; ihre Augen suchten nach jeder Bedrohung. Das Schutzniveau war atemberaubend und ließ den Palast wie ein undurchdringliches Bollwerk erscheinen, das dazu bestimmt war, tiefe, dunkle und uralte Geheimnisse zu hüten. Es war ein Ort, an dem die Macht wohnte, und nun war es der Ort, an dem sie residieren würde. Nachdem ihr Sicherheitschef kurze, formelle Worte mit den Palastwachen gewechselt hatte, berührte einer der Posten sein Headset und lauschte den Anweisungen aus dem innersten Heiligtum des Hauses. Nach einigen spannungsgeladenen Sekunden nickte er und gab das Signal, die Tore zu öffnen. Die massive Konstruktion ächzte, als sie sich, aktiviert durch einen Geheimcode, öffnete und den Autos erlaubte, eines nach dem anderen in das Herz des riesigen Anwesens vorzurücken. Durch das getönte Fenster sah Marina sie warten. Seine Familie war vor dem prachtvollen Haupteingang versammelt: seine Eltern und seine Schwester, hinter denen eine Reihe lächelnder, elegant gekleideter Dienstmädchen respektvoll bereitstand. Sie spürte eine Woge des Wiedererkennens, die so stark war, dass sie ihr fast den Atem raubte; sie kannte diese Menschen durch ihre jahrelange Überwachung besser, als sie sich selbst kannten. Sie sah seine Mutter, Mia, die Frau, von der Wolf das stechende, kristalline Blau seiner Augen geerbt hatte. Für Marina war diese Frau mehr als eine Schwiegermutter; sie war eine Schöpferin, diejenige, die den Mann zur Welt gebracht hatte, der Marinas gesamtes Herz in seinen Händen hielt. Als der Wagen zu einem sanften, lautlosen Halt kam, beeilte sich der Wachmann, ihre Tür zu öffnen. Marina hielt für einen letzten Herzschlag inne, um ihre Seele zu zentrieren. Sie legte ihre perfektionierte Maske der Ruhe an – jenes heitere Lächeln, das über die Jahre erfolgreich tausend interne Katastrophen und Herzschmerzen verborgen hatte. Sie stieg aus, erst mit dem einen Fuß, dann mit dem anderen, bis sie im warmen spanischen Licht vor ihnen stand. Arthur Sierra, das Oberhaupt der Familie, war ein Mann von immenser aristokratischer Würde. Sein Gesicht war attraktiv, gezeichnet von der Weisheit des Alters und den Linien eines in Macht gelebten Lebens, und seine Kleidung diente nur dazu, seine natürliche, stille Autorität zu unterstreichen. Er war der Mann, der sie für Wolf ausgewählt hatte, die Hand des Schicksals, die es ihr endlich erlaubte, in das Leben des Mannes zu treten, den sie liebte. Neben ihm stand Mia, seine Frau, die eine klassische, zeitlose Schönheit ausstrahlte, die den Jahren zu trotzen schien. Ihr schwarzes Haar war in perfekten, traditionellen Wellen gestylt, und ihre blendenden Züge ließen sie viel jünger erscheinen, als sie war – eine wahre Königin ihres Reiches. Und dann war da Aurora, die Jüngste der Familie. Sie war so wunderschön, wie ihr Name – die Morgenröte – es vermuten ließ. Ihre Augen waren so scharf und potenziell tödlisch wie die ihres Bruders – Augen, die Marina metaphorisch bereits tausendmal durch die unzähligen Fotos getötet hatten, die sie in der Dunkelheit ihres russischen Büros studiert hatte. Arthur war der Erste, der in den Raum zwischen ihnen trat. Er schien aufrichtig erfreut, sie zu sehen, seine Augen waren warm von einem Willkommen, das sich ehrlich anfühlte. Er streckte seine Hand aus und sprach in einem Ton, der sowohl ruhig als auch einladend war, aber dennoch das Gewicht seines Status trug: „Willkommen bei uns, Marina... lass mich damit beginnen zu sagen, wie wunderschön du bist... sogar noch schöner, als ich dich von unserer kurzen Begegnung in Erinnerung hatte.“ Marina spürte ein aufrichtiges, wenn auch vorsichtiges Lächeln auf ihren Lippen, als sie ihm mit ihrem haselnussbraunen Blick in die Augen sah. Zu ihrer aller Überraschung antwortete sie in einem perfekten, fließenden Deutsch, wobei der schwere, melodische Klang ihres russischen Akzents blieb und ihren Worten eine geheimnisvolle Note verlieh: „Es ist eine immense Ehre, hier zu sein, Herr Sierra. Vielen Dank für Ihre unglaublich freundlichen Worte. Es ist mir ein Vergnügen, Sie und Ihre Familie endlich persönlich zu sehen.“ Arthurs Lächeln wurde breiter, und seine Augen weiteten sich vor Staunen über ihr fließendes Deutsch und ihren mühelosen, kultivierten Takt. Er hatte nicht erwartet, dass die russische Prinzessin die exklusive Sprache seiner Familie so vollkommen beherrschte. Er nahm ihre Hand in einer respektvollen, aristokratischen Geste und half ihr vorwärts, während er sich darauf vorbereitete, sie dem Rest der Familie Sierra vorzustellen. Marina legte ihre Handfläche in seine und ließ sich von ihm dem Schicksal entgegenführen, auf das sie sechzehn Jahre lang gewartet hatte, während ihr Herz wie ein gefangener Vogel gegen ihre Rippen hämmerte, der endlich den offenen Himmel spürt. Arthur lächelte breit, als er ihr fließendes Deutsch und ihren Takt im Gespräch bemerkte. Er streckte ihr die Hand entgegen, um sie zu halten und ihr beim Vorwärtsgehen zu helfen – eine respektvolle Geste, mit der man früher Mädchen aus den obersten Gesellschaftsschichten und Prinzessinnen behandelte. Er war nichts anderes als ein respektabler, aristokratischer Mann. Sie legte ihre Handfläche in die seine und erlaubte ihm, sie zum Rest der Familie zu führen. Er sagte: „Ich hoffe wirklich sehr, dass die lange Reise nicht zu anstrengend für dich war...?“ Marina sah Mia und Aurora mit einem Lächeln an, als wolle sie deren Anwesenheit taktvollerweise anerkennen, dann wandte sie ihren Blick wieder ihm zu und antwortete ruhig und freundlich, ebenfalls auf Deutsch: „Ich sehe keinen Grund für Einwände, Herr Sierra... ich bin an schwierige Reisen gewöhnt. Vielen Dank, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, in dieser sengenden Hitze auf mich zu warten...“ Noch bevor er antworten konnte, trat seine Frau Mia auf sie zu. Mit einer Handbewegung tat sie Marinas Worte beinahe ab, als wollte sie ihr sagen, dass sie so etwas nicht sagen müsse. Mit einem stillen Lächeln in ihren blauen Augen trat sie näher an Marina heran, bis sie unmittelbar vor ihr stand und ihr wunderschönes Gesicht aus nächster Nähe betrachten konnte. Sie sagte: „Du bist wirklich sehr schön... und du musst uns überhaupt nicht danken. Jetzt und bald wirst du Teil der Familie sein... das ist das Mindeste, was wir für dich tun können. Wir hoffen auch, dass es Herrn Michael nach deiner Abreise gut geht, denn unser Telefonat mit ihm vor einigen Tagen hat uns klargemacht, wie schwer ihm die Trennung von dir fällt...“ Sie hatte recht... ihr Vater hatte wirklich versucht, den Gedanken zu akzeptieren, dass sie ihn verlässt und weit weg von ihm heiratet. Sie hatte gesehen, wie er ständig versuchte, seine Arbeit aufzuschieben, nur um mehr Zeit mit ihr zu verbringen... Dennoch hatte sie nie erlebt, dass er seine Entscheidung zur Heirat zurückzog, als wäre er damit zufrieden, selbst wenn es ihn schmerzte. Das war ebenso traurig wie überraschend für sie. So lächelte sie sanft und antwortete höflich: „Ich weiß Ihre freundlichen Worte sehr zu schätzen... es war für uns beide schwierig, aber ich denke, es war unvermeidlich...“ Mia verstand sofort, was sie meinte. Jedes Mädchen heiratet eines Tages und verlässt ihre Familie, und beide Seiten müssen diese Erfahrung durchmachen. Sie nickte lächelnd und sagte: „Das verstehe ich natürlich... und jetzt möchte ich dich nicht länger draußen in der Hitze stehen lassen, damit wir drinnen besser reden können...“ Marina nickte und ging an ihrer Seite hinein. Aurora und Arthur folgten ihnen, während Marina bemerkte, wie die Bediensteten herbeieilten, um ihre Sachen zu bewegen. Es war ein Ort, der zu groß war, um ihn bloß ein Zuhause zu nennen. Es war ein Palast im spanischen Stil mit andalusischer Architektur, der dennoch modern wirkte. Die Luft duftete nach Blumen, die sie an den Seiten neben den Säulen in der Mitte der Halle bemerkte. Marina betrachtete den Ort von innen und seine Schönheit, die der Schönheit derer entsprach, die darin lebten. Sogar als die Sonne schien, fielen ihre Strahlen auf den glänzenden Boden in der Mitte und tauchten den gesamten Ort in ein helles Licht. Es vergingen nur wenige Minuten, bis alle in dem luxuriösen Wohnzimmer Platz genommen hatten, wo einige Dienstmädchen herbeieilten, um mit einer respektvollen Verbeugung Kaffee zu servieren. Sobald Marina die Tasse von Aurora mit einem Lächeln entgegengenommen hatte, erreichte sie diesmal Arthurs Stimme. Er sprach taktvoll und ruhig, passend zu dem Ausdruck in seinen blauen Augen: „Schau, meine Schöne... ich weiß und mir ist vollkommen klar, dass wir uns geeinigt haben und alles bereit ist. Allein deine Anwesenheit hier macht uns glücklich, und wir haben schon eine Weile auf deine Ankunft gewartet. Wir haben uns darüber ebenso gefreut wie darüber, dass du den Heiratsantrag angenommen hast...“ Arthur sprach, während er seine Hände faltete. Seine Frau Mia setzte sich aufrecht hin und blickte Marina an, die noch immer die Tasse hielt und ihn ansah, als würde sie darauf warten, mehr zu hören. Besonders da Arthur offensichtlich ein ernstes Thema ansprechen wollte. Und tatsächlich tat er es, indem er im gleichen Ton fortfuhr: „Aber uns ist auch vollkommen bewusst, dass die Angelegenheit seltsam und einzigartig ist... keine Ehe findet auf diese Weise statt. Man kann sagen, dass es mir sogar schwerfiel, dies dir und deinem Vater anzubieten. Ich dachte, es würde auf Ablehnung stoßen... umso glücklicher bin ich über deine Zusage, Schöne. Ich möchte dich noch einmal nach deiner Entscheidung fragen... du weißt, wenn der Wolf kommt, wird es so vollzogen, dass es kein Zurück mehr gibt. Bitte sag mir ehrlich, und ich werde es akzeptieren, egal wie es ausfällt... bist du dir sicher?...“ Arthur sprach, während er sie mit aufrichtiger Zärtlichkeit in den Augen ansah, als meinte er jeden Buchstaben. Währenddessen zitterte Marinas Herz erneut, weil er seinen Namen erwähnt hatte, doch sie bewahrte ihre Standhaftigkeit. Sie stellte die Tasse leise auf den Tisch, und mit Fingern, die versuchten, nicht vor lauter Liebe vor ihnen zu zittern, strich sie sich sanft Strähnen ihres feuerroten Haares zurück und sagte: „Ich werde ehrlich zu Ihnen sein... am Anfang hat es mich überrascht. Denn ich weiß genau, wer Wolf Sierra ist, und ich kenne seinen sozialen Status, ganz zu schweigen von dem Umfeld, in dem wir beide leben... ein gewaltiger Unterschied.“ Sie sagte dies ruhig und mit einem Ton der Aufrichtigkeit, der die Lügen, die sie aussprach, wie Wahrheiten aus dem Herzen wirken ließ. Arthur und seine Frau konnten sich nur verständnisvoll ansehen, da sie sich der Wahrheit ihrer Worte voll bewusst waren. Wolf ist kein ganz ehrlicher Mann... er ist ein Mann, der auf der dunklen Seite arbeitet... Gesetzlosigkeit und Finsternis. Hinzu kommt, dass er ein Mann ist, der vor Jahren verheiratet war und zwei kleine Zwillinge hat. Ja, sie hatte recht, es gab in jeder Hinsicht einen gewaltigen Unterschied zwischen ihnen. „Aber wie Sie wissen... haben mein Vater und ich Feinde bei der Arbeit. Ihr Ziel könnte es sein, die Tatsache auszunutzen, dass ich die Einzige im Leben meines Vaters bin, und ihn unter Druck zu setzen. Die Geschäftswelt ist wettbewerbsorientiert und ungerecht. Mein Vater hat klargestellt, dass dies ein Problem ist, das ihn beunruhigt, und meine Heirat wird das Gegenteil bewirken. Ich wollte ihn von seinen Sorgen und diesem Problem befreien... und ich denke, dass mein Fernbleiben vom Rampenlicht dabei helfen würde, besonders mit Wolfs Bedingungen, die mir in einer so schwierigen Lage Vertraulichkeit verschafften... was ich absolut nötig hatte.“
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