***Emma***
Doch plötzlich veränderte sich etwas. Die Geräusche im Haus drangen durch die dumpfe Hülle des Wassers zu mir. Stimmen. Laute Stimmen. Rufe. Schritte, die immer näherkamen. Mein Atem stockte. Die Dusche war ein Versteck, aber ein miserables. Ich hörte das Knarren von Türen, das Poltern von schweren Stiefeln auf Holzböden. Sie riefen meinen Namen. Sie suchten mich.
Ein Lachen brach aus mir hervor, trocken, fast hysterisch. „Ihr seid alle so dumm…“, murmelte ich, während ich das Wasser weiter auf meinen Körper prasseln ließ. Die Schritte kamen näher. Ich hörte das Knarren der Tür zum Schlafzimmer, dann schwere Schritte, die direkt auf das Badezimmer zukamen. Mein Puls raste. Ich wusste, dass ich stark sein musste. Stärker als je zuvor.
Die Badezimmertür schwang auf. Drake stand im Türrahmen, sein Gesicht eine Maske aus Wut, Hass und etwas anderem – etwas Dunklerem. Seine Augen funkelten wie die eines Raubtiers, das seine Beute gestellt hatte. „Was erlaubst du dir…?“, knurrte er, während er näherkam. Er trat in voller Montur unter die Dusche, das Wasser lief über seine Kleidung, doch er schien es nicht zu bemerken. Mit einer schnellen Bewegung packte er meinen Hals, drückte mich gegen die kalten Fliesen.
„Die Tür stand offen…“, keuchte ich, halb würgend, halb spottend. Seine Hand um meinen Hals war stark, seine Finger gruben sich in meine Haut. Ich zwang mich zu einem Lächeln. „Wie war das mit ‘du solltest nicht so nachlässig sein, wenn ich in deiner Nähe bin’?“, setzte ich nach, doch bevor ich weitersprechen konnte, hob er die Hand und schlug mir ins Gesicht. Mein Kopf prallte gegen die Fliesen, ein stechender Schmerz durchzuckte mich, aber ich biss die Zähne zusammen.
Mit einer brutalen Bewegung drehte er mich um, presste meinen nackten Körper gegen die kalte Wand. Seine Hand landete hart auf meinem Hintern, ein Schlag, der wie Feuer auf meiner Haut brannte. „Du reizt deine Lage… wirklich… bis… zum… äußersten…aus…“, knurrte er mit jedem Schlag. Ich presste die Lippen zusammen, unterdrückte ein Aufschreien. Der Schmerz war intensiv, aber er war nichts im Vergleich zu der Wildheit, die ich in Drakes Augen gesehen hatte.
Das Wasser rauschte weiter, vermischte sich mit der Hitze seiner Gegenwart. Mein Atem ging schwer, mein Körper war angespannt, jeder Muskel in mir schrie nach Flucht – oder nach mehr. Drake war eine Kraft, ein Sturm, der mich zu verschlingen drohte.
Er zog mich zurück, drehte mich zu sich um. Seine Hand umfasste meinen Kiefer, zwang mich, ihm in die Augen zu sehen. Seine Stimme war leise, aber gefährlich. „Denkst du, du kannst mich provozieren und ungeschoren davonkommen?“, fragte er. Ich wusste, dass ich ihm keine Antwort geben konnte, die ihn besänftigen würde. Aber vielleicht war das auch nicht mein Ziel.
„Vielleicht will ich genau das…“, hauchte ich, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. Ein Funke aus Trotz, aus Verzweiflung und aus etwas, das ich nicht benennen konnte, flackerte in mir auf.
Drakes Blick veränderte sich. Die Wut war noch da, aber sie wurde überlagert von etwas anderem. Etwas, das noch gefährlicher war. Seine Hand wanderte von meinem Kiefer zu meinem Nacken, zog mich näher. Die Kälte der Fliesen hinter mir war ein krasser Gegensatz zu der Hitze, die von ihm ausging. Ich wusste, dass ich an einem Abgrund stand. Und doch konnte ich nicht zurückweichen.
Ich spürte den Schmerz in jeder Faser meines Körpers. Drake hatte mein Kinn mit solcher Kraft in seiner großen Hand, dass ich den Eindruck hatte, mein Kiefer würde gleich brechen. Der Druck war unerbittlich, brutal, und seine eisigen Augen bohrten sich tief in meine Seele.
„Ich muss mir wohl was anderes einfallen lassen,“ knurrte er, seine Stimme dunkel und drohend. Seine Worte schlichen sich wie Gift in meine Gedanken, kalt und unerbittlich. „Es sind noch keine 24 Stunden vergangen, und du versuchst schon wegzulaufen. Warum kannst du nicht einsehen, dass du die Schwächere bist, Emma?“ Seine Lippen formten meinen Namen wie eine Waffe, jede Silbe ein weiterer Schlag gegen meinen Stolz.
Bevor ich etwas erwidern konnte, riss er meine Arme nach oben. Der Schmerz schoss wie ein Blitz durch meine Schultern, und ich biss mir auf die Lippe, um keinen Laut von mir zu geben. Drake lachte leise, ein Laut, der mir die Haut wie eine Klinge aufzuschneiden schien. Seine Finger umklammerten meine Handgelenke mit einer Stärke, die keine Flucht zuließ, und ich konnte das Adrenalin spüren, das durch meine Adern jagte. Angst. Wut. Eine Mischung aus beidem brannte in mir.
Seine freie Hand begann, über meinen Körper zu gleiten. Langsam, quälend langsam. Es war ein Besitzanspruch, so eindeutig wie der Stahl in seinem Blick. Seine Finger strichen über meine Arme, meine Schultern, meine Hüften, und ich fühlte, wie sich meine Haut unter seiner Berührung spannte. Mein Atem ging schneller, nicht aus Lust, sondern aus Zorn. Doch dieser Zorn wurde von seiner dominierenden Präsenz erstickt. Sein Blick blieb auf meinen Brüsten hängen, glitt tiefer zu meinem Bauch und schließlich zu meinen Schenkeln. Ich konnte fühlen, wie meine Knie schwach wurden, nicht aus Schwäche, sondern weil ich wusste, dass ich ihm körperlich nicht gewachsen war.
„Fuck… Emma,“ flüsterte er, und seine Stimme war ein rohes, animalisches Knurren. „Wenn du wüsstest, wie sehr ich dich hier und jetzt ficken will…“ Er ließ seinen Kopf näher zu meinem Gesicht gleiten, und ich konnte seinen Atem auf meiner Haut spüren – heiß und durchzogen von dem herben Duft seines Aftershaves. Der Geruch von Scotch hing schwer in der Luft zwischen uns. Seine Präsenz war allumfassend, verschlingend. Es gab keinen Raum in der engen Dusche, der nicht von ihm eingenommen wurde.
Sein Körper drückte sich gegen meinen, seine nasse Kleidung klebte an seiner muskulösen Figur, die unter dem Wasser der Dusche nur noch bedrohlicher wirkte. Und dann spürte ich ihn. Deutlich. Hart. Seine Erregung war unmissverständlich, und ich biss die Zähne zusammen, als er sich gegen mich rieb. Seine Lippen waren nur einen Hauch von meinen entfernt, und ich konnte den Hunger in seinem Blick sehen, den unausweichlichen, dunklen Wunsch.
„Ich würde dich mit meinem Schwanz aufspießen,“ raunte er, und seine Worte waren wie Gift, süßlich und zerstörerisch zugleich. „Dir schmerzhafte Lust schenken… so sehr, dass du nie wieder mit einem anderen sein willst als mit mir.“
Mein Atem stockte, aber nicht vor Angst – nein, ich war wütend, so wütend, dass meine Hände zitterten. Trotz seiner Dominanz, trotz der Tatsache, dass ich hier in diesem Moment die Schwächere war, konnte ich ihm nicht die Genugtuung geben, meine Angst zu schmecken.
„Wenn du Spaß daran hast, mit deiner Puppe zu ficken… nur zu,“ zischte ich schließlich, meine Stimme leise, aber messerscharf. „Ich werde nur daliegen uns nichts machen. Als wäre ich tot…wie war das mit „ich stehe nicht auf Nekrophilie“?“ Meine Lippen streiften flüchtig seine, ein bewusster Akt der Provokation. Seine Augen weiteten sich, und für einen Moment glaubte ich, ein Funken Unsicherheit in seinem Blick zu erkennen. Aber es war nur ein Moment. Ein kurzer Atemzug, bevor die Dunkelheit zurückkehrte, sein Griff sich verstärkte und seine Lippen sich gefährlich verzogen.
Sein Gesicht verzog sich zu einem wölfischen Grinsen, das mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. „Du bist so stur, Emma. So verdammt stur,“ knurrte er und drückte meinen Körper noch härter gegen die kalten Fliesen der Duschwand. Das Wasser rauschte weiter, prasselte wie ein Regenschauer auf uns herab, doch es schien keine Wärme mehr in sich zu tragen. Alles fühlte sich kalt an. Hart. Unnachgiebig.
Ich versuchte, meinen Atem zu beruhigen, doch mein Brustkorb hob und senkte sich in einem hektischen Rhythmus. Die Kälte der Fliesen drang durch meine Haut, doch sie war nichts im Vergleich zu der eisigen Wut, die in meinen Adern pulsierte. „Und du bist ein Monster,“ stieß ich hervor, meine Stimme ein leises Flüstern, das zwischen uns hing wie ein Damoklesschwert.
Seine Augen verengten sich, und für einen Moment glaubte ich, ihn provoziert zu haben. Doch statt Zorn blitzte etwas anderes in seinen Augen auf – eine dunkle, perverse Lust, die mich wie eine Faust umklammerte. Seine freie Hand glitt zu meinem Gesicht, strich über meine Wange, während er mich weiter fixierte. „Ein Monster, hm?“ murmelte er, seine Stimme ein sanftes, beinahe liebevolles Timbre, das im völligen Kontrast zu seinem Griff und seiner Haltung stand. „Dann sollte ich dir vielleicht zeigen, wie monströs ich wirklich sein kann.“
Ich wollte etwas sagen, wollte ihm eine Antwort entgegenschleudern, die ihm seinen verdorbenen Triumph raubte, doch er ließ mir keine Gelegenheit. Seine Finger wanderten weiter, über meinen Hals, meinen Schlüsselbein entlang, bis sie sich auf meine nasse Haut legten, die vor Anspannung brannte. Sein Griff war fordernd, besitzergreifend, und jeder Muskel in meinem Körper war angespannt wie eine gespannte Bogensehne. Ich hasste ihn.
„Du glaubst, du bist stark,“ murmelte er, während er sich erneut vorbeugte, seine Lippen so nah an meinem Ohr, dass ich den heißen Atem spüren konnte. „Aber deine Stärke ist nichts gegen mich, Emma. Ich werde dich brechen. Nicht weil ich es muss, sondern weil ich es will.“
Seine Worte trafen mich wie ein Schlag in die Magengrube. Doch statt ihm die Genugtuung zu geben, meinen Schmerz oder meine Angst zu sehen, hob ich mein Kinn und sah ihm direkt in die Augen. „Fahr zur Hölle“, flüsterte ich, meine Stimme rau.
Ein Augenblick der Stille breitete sich aus, in dem nur das Rauschen des Wassers zu hören war. Dann lachte er, leise und dunkel, ein Laut, der wie ein Messer über meine Haut strich. „Oh, Emma,“ sagte er schließlich, seine Stimme voller amüsierter Verachtung. „Das werden wir sehen.“
Er ließ meine Handgelenke los, und für einen Moment war ich versucht, ihm ins Gesicht zu schlagen, ihn zurückzuwerfen und zu fliehen. Doch ich wusste, dass das nur ein weiteres Spiel für ihn wäre, ein weiterer Beweis dafür, wie wenig Kontrolle ich tatsächlich hatte. Stattdessen blieb ich stehen, starrte ihn an, mein Körper immer noch an die Wand gedrückt, meine Muskeln vor lauter Anspannung zitternd.
Drake machte einen Schritt zurück, ließ seinen Blick langsam über meinen Körper gleiten, als wolle er sich jeden Zentimeter einprägen. Das Wasser lief über seinen durchweichten Anzug, das Weiß seines Hemdes klebte an seiner Brust und offenbarte die Konturen seiner Muskeln. Er wirkte unantastbar, eine finstere Gestalt aus einem Albtraum, die nur gekommen war, um mich zu verschlingen.
„Du machst es mir nicht leicht, Emma,“ sagte er schließlich, seine Stimme leise, aber von einer eisigen Kälte durchzogen. „Aber genau das macht es so… verlockend.“ Er trat näher, und ich spürte, wie die Kälte in mir von einer anderen Hitze verdrängt wurde – einer, die ich nicht benennen wollte, die ich nicht akzeptieren konnte. Seine Finger griffen erneut nach meinem Kinn, diesmal sanfter, aber nicht weniger bestimmend. „Es gibt keinen Ausweg für dich, keine Flucht. Du wirst das akzeptieren müssen.“
„Du irrst dich,“ zischte ich und riss meinen Kopf zurück. „Ich werde nie akzeptieren, was du bist. Was du mit mir tust.“
Ein finsteres Lächeln zog sich über seine Lippen, und sein Blick wurde noch dunkler, noch bedrohlicher. „Du weißt es noch nicht,“ sagte er, „aber du wirst es. Und dann wirst du nicht mehr daran denken, wegzulaufen. Du wirst bei mir sein wollen.“